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Lokales Ein Streifzug über Leipzigs alternative Weihnachtsmärkte
Leipzig Lokales Ein Streifzug über Leipzigs alternative Weihnachtsmärkte
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12:12 26.11.2019
Weihnachten am Kreuz: Der Markt im Werk 2 hat mittlerweile Tradition und gilt bei Kennern als Geheimtipp für den Geschenkekauf.
Weihnachten am Kreuz: Der Markt im Werk 2 hat mittlerweile Tradition und gilt bei Kennern als Geheimtipp für den Geschenkekauf. Quelle: Kempner
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Leipzig

Die Massen strömen auf den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, treten sich gegenseitig auf die Füße, konsumieren eilig Glühwein und Kräppelchen von Großhändlern, kaufen Kerzen vom Fließband. Weihnachtsstimmung sieht anders aus. Doch Leipzig hat so viel mehr zu bieten. Fernab des hektischen Treibens und des Massenausverkaufs erstrahlen die Lichter auch in anderen Stadtteilen. Sie bieten kleine Märkte mit „Wow-Faktor“. Die LVZ hat drei dieser Alternativen besucht.

Der Künstlerische am Kreuz

Connewitz zeigt sich im Dezember von seiner kuscheligen Seite. Im Werk 2 findet schon zum 14. Mal ein Markt statt, der besonders für sein Kunsthandwerk beliebt ist. Die Veranstalter bieten hier kleinen Händlern die Möglichkeit ihre Werke zu präsentieren. Für Gäste ist dies die einmalige Gelegenheit, Schmuck, Keramik, Malerei und Textilien zu erwerben, die meist regional und nachhaltig sind und mit jungen frischen Designs überzeugen. Viele der Händler bieten an ihren Ständen Ware, die sie nebenberuflich und aus Passion fertigen. Das Shoppen wird zu einem wahren Erlebnis, werden die Konzerthallen und Freiflächen für den Markt von der Künstlerin Kati (Cosmicwalkers) jedes Jahr so reichhaltig und kreativ dekoriert, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kommt. Das Dachgewölbe der Große Halle A ist jährlich übersät von glitzernden Sternen. Neben dem Marktgeschäft bietet die ansässige Keramik- und Druckwerkstatt ihre Ware in ihren Räumlichkeiten an und lädt zum Mitmachen ein. Einziger Wermutstropfen: Der Markt ist mittlerweile so bekannt, dass es zu gewissen Uhrzeiten auch hier zu Massenaufläufen kommt.

Weihnachtsmarkt am Kreuz: 7.12. bis 16.12., montags bis donnerstags von 14 bis 21 Uhr, freitags und samstags von 13 bis 22 Uhr, sonntags von 13 bis 21 Uhr. Mehr Infos unter www.werk-2.de

Von Werk 2 bis Felsenkeller: So heimelig ist es auf den alternativen Weihnachtsmärkten in Leipzigs Szene-Stadtteilen.

Der Vegane auf der Feinkost

Positiv überraschte der Vegane Weihnachtsmarkt auf dem Feinkost-Gelände in der Südvorstadt. In farbenfroher Kulisse konnte man hier am Wochenende bereits zum sechsten Mal an der überschaubaren Anzahl von Ständen vorbei schlendern. Organisiert wird die eintägige Veranstaltung vom Neuen Vorum e.V.. Neben dem schon eher bekannten veganen Gulasch oder leckeren Cupcakes sind hier auch Algenprodukte, vegane Kleidung und recycelte Textilien, Pralinen, Cremelikör und Waffeln zu finden. Besonderes Highlight war der sogenannte Vonig auf Gänseblümchenbasis von Vegablum. Er ließ im Vergleich zum Honig geschmacklich wirklich nichts vermissen. Die Pralinenverkäuferin von Biofamily verrät noch ein Geheimnis: die weiße Schokolade in Vegan ist echt ein großes Thema. In ihrem Rezept wird an Stelle des Milchpulvers helles Nougat mit Kakaobutter vermischt – lecker! Eines fällt bei diesem Markt besonders auf: die vegane Marktszene ist noch relativ jung, bei den Verkäufern steckt noch echtes Herzblut dahinter und eine Community von Tierfreunden. Der Künstler Hartmut Kiewert träumt von einer auf Freiwilligkeit beruhenden Beziehung zwischen Mensch und Tier. Er verkauft hier seine niedlichen, aber kritischen Gemälde. Kühe flüchten darauf aus der Jogurt-Fabrik, Mastschweine entkommen aus einen Tiertransporter, um ein Leben im Wald zu führen. Auf dem Markt steht Genuss in enger Verbindung mit Tierethik.

Der Mittelalterliche am Felsenkeller

Kontrastprogramm bietet der Weihnachtsmarkt auf dem Freisitz des Felsenkellers. Dort befindet sich dieses Jahr zum ersten Mal ein märchenhaftes Mittelalterdorf mitten in Plagwitz. Angeboten werden neben Schmuck, Schmiedearbeiten und Met, Pelzwaren, Pulled Pork, Steak und Bratwurst. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zum Heidnischen Dorf, welches man im Mai während des Wave Gotik Treffens besuchen kann. Ein Gaukler unterhält mit seinen Fertigkeiten als Jongleur, die Harfenistin Sabine verzaubert täglich mit Melodien aus vergangenen Zeiten und der Dattelschlepper bietet feinste persische Süßigkeiten. Der Markt ist ein Geheimtipp. Da er noch nicht so bekannt ist, ist er nicht so überlaufen. Das wird sich in Zukunft sicher ändern. Wie der Veranstalter berichtet, ist der Markt gut angelaufen und soll in den nächsten Jahren wieder stattfinden.

Weihnachtsmarkt am Felsenkeller: 29.11. bis 23.12., montags bis samstags von 14 bis 21 Uhr, sonntags von 14 bis 20 Uhr.

Auch im Umland warten einige Geheimtipps

Drei Märkte, drei Konzepte. Wer dem großen Treiben der Innenstadt entkommen möchte, sollte sich in die Straßenbahn setzen und sich von den kleinen und individuellen Weihnachtsmärkten verzaubern lassen. Oder ins Leipziger Umland reisen – denn auch hier warten so manche Weihnachtsmarkt-Perlen darauf entdeckt zu werden.

Mehr zum Thema: Die schönsten Weihnachtsmärkte rund um Leipzig im Multimedia-Überblick

Die schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland

Der reisereporter hat für Sie außerdem eine Übersicht der schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland zusammengestellt. Zusätzlich finden Sie hier eine Übersicht von insgesamt 330 Weihnachtsmärkten in Deutschland.

Von Pauline Szyltowski