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Weiterer Prozess zu Silvesterrandale in Leipzig steht bevor

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18:50 18.06.2020
Polizisten räumen eine Kreuzung im Stadtteil Connewitz. In der Neujahrsnacht ist es dort zu Zusammenstößen zwischen Linksautonomen und der Polizei gekommen. (Archivbild) Quelle: Sebastian Willnow/zb/dpa
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Leipzig

Rund ein halbes Jahr nach der Silvesterrandale am Connewitzer Kreuz in Leipzig steht ein weiterer Prozess gegen einen mutmaßlichen Beteiligten an. Am nächsten Dienstag (23. Juni) muss sich ein 29-Jähriger vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm tätlichen Angriff auf und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Bedrohung vor.

Laut Anklage wehrte sich der Mann in der Silvesternacht heftig gegen die Polizei. Er soll auch Beamte mit dem Tod bedroht haben, wie Behördensprecherin Vanessa Fink mitteilte. Der 29-Jährige sitze seit dem 2. Januar in Untersuchungshaft. Eine Beschwerde gegen den Haftbefehl habe das Landgericht Leipzig verworfen.

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Ein Polizist verletzt

Die Ausschreitungen am Connewitzer Kreuz hatten eine Debatte um die Sicherheit in Leipzig ausgelöst. Ein Polizist war während der Randale am Ohr verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft stufte diese Attacke als versuchten Mord ein und ermittelte gegen Unbekannt. Die Diskussion um Connewitz und Linksextremismus dominierte auch den damaligen Oberbürgermeisterwahlkampf in Sachsens größter Stadt.

Insgesamt machte die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben 20 Beteiligte ausfindig, gegen die sie Ermittlungsverfahren einleitete. Acht Mal sei Anklage unter anderem wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte erhoben worden, teilte Fink mit. In sieben Fällen dauerten die Ermittlungen noch an, vier Verfahren wurden eingestellt. Ein Mann war zudem noch im Januar in einem beschleunigten Verfahren zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Straßenkünstler hatte einem Polizisten ein Bein gestellt.

Kritik an Kommunikation der Polizei

Nach Silvester war allerdings auch Kritik an dem Einsatz und der Kommunikation der Polizei laut geworden. Zwei Frauen erstatteten Anzeigen gegen die Polizei wegen Körperverletzung im Amt. Eines der Verfahren dauert laut Fink noch an, das zweite wurde eingestellt. Die Staatsanwaltschaft habe zudem einen „Prüfvorgang“ zu möglicher Polizeigewalt angelegt. Er sei noch nicht abgeschlossen, teilte die Sprecherin mit.

Von LVZ