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Lokales Weiterhin Lehrermangel in Sachsen – außer in Leipzig und Dresden
Leipzig Lokales Weiterhin Lehrermangel in Sachsen – außer in Leipzig und Dresden
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10:13 16.08.2019
Mehr als 480.000 Schüler starten am Montag in Sachsen ins neue Schuljahr. Nach wie vor hat der Freistaat mit Lehrermangel zu kämpfen – außer in den Großstädten, wo erstmals Lehrer über den eigentlichen Bedarf verpflichtet wurden. (Symbolbild) Quelle: dpa
Dresden

Sachsen ist zum 14. Mal in Folge das Bildungs-Bundesland Nummer 1: Die neue Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bescheinigt dem Freistaat abermals Bestnoten. Besonders positiv streicht dieser Bildungsmonitor das Fördersystem, die Vermeidung von Bildungsarmut und die Schulqualität heraus. Als Manko werden vor allem eine Überalterung der Lehrerschaft wie auch der Lehrermangel, Defizite bei der Digitalisierung und eine vergleichsweise schlechte Integration angesehen.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sieht in dem Papier „in schwierigen Zeiten einen Beleg, dass wir ein leistungsfähiges Schulsystem haben, das auch das sozial gerechteste in Deutschland ist“. Zugleich betonte Piwarz gestern in Dresden, dass auch gegen den Lehrermangel einiges getan werde: „Wir haben deutlich mehr Stellen besetzt als im Vorjahr.“

Fast 1000 neue Lehrer plus 200 Quereinsteiger

Zum Schuljahresbeginn am Montag werden 957 neue Lehrer vor den Klassen in Sachsen stehen. Hinzu kommen 198 Seiteneinsteiger, die noch eine Qualifizierung durchlaufen müssen. Der Anteil der Seiteneinsteiger sinkt damit von 35 Prozent im vergangenen Jahr auf aktuell rund 20 Prozent. Die meisten Einstellungen gab es für Grundschulen (326) und Gymnasien (211), gefolgt von Oberschulen (175) und Förderschulen (130). Damit werden Altersabgänge mindestens kompensiert.

Erstmals wurden in Leipzig und Dresden – wohin es die allermeisten Bewerber zieht – Lehrer deutlich über den eigentlichen Bedarf verpflichtet, um vor allem junge Lehrer an Sachsen zu binden. Zudem konnte auch ein großer Anteil an Bewerbern, die ursprünglich an Gymnasien unterrichten wollten, für andere Schularten angeworben werden. Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin Problemregionen: So herrscht ein großer Lehrermangel an Grundschulen im Raum Bautzen und auch an Oberschulen im Bereich Chemnitz/Erzgebirge.

Einstellungsquote lag weit über Erwartungen

Insgesamt waren 1100 Stellen ausgeschrieben worden. „Wir haben bewusst ein hohes Kontingent zur Verfügung gestellt, um mehr Handlungsspielraum haben zu können“, erklärt Piwarz. Auf die Stellen hatten sich 1223 ausgebildete Lehrer beworben: Damit liegt die Einstellungsquote weit über den Erwartungen. Ganz offensichtlich zahlten sich die neu eingeführte Verbeamtung und weitere Verbesserungen aus, meint der Minister.

„Wir sehen Licht am Ende des Tunnels und das Licht wird heller“, so Piwarz, „doch auch dieses Schuljahr wird allen wieder alles abverlangen, um den Unterricht ganzjährig sicherstellen zu können.“ Im abgelaufenen Schuljahr stieg der Stundenausfall auf fünf Prozent, was laut Kultusministerium einem leichten Zuwachs entspricht. Hinzu kommt allerdings: Jede hundertste Unterrichtsstunde fiel planmäßig aus – weil von vornherein kein Lehrer zur Verfügung stand.

Neben den neuen Lehrern steigt auch die Anzahl der Schüler abermals: 481.300 Kinder und Jugendliche starten am Montag ins neue Schuljahr – knapp 6000 mehr als vor Jahresfrist. Schon am Sonnabend feiern 38.800 Erstklässler ihren Schulanfang, was einem Plus von fast Tausend im Vergleich zum August 2018 entspricht.

Von Andreas Debski

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