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Lokales Weniger Arbeitslose, viele offene Stellen – Leipzig boomt weiter
Leipzig Lokales Weniger Arbeitslose, viele offene Stellen – Leipzig boomt weiter
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18:47 29.01.2019
Pressekonferenz vom Arbeitsamt und der Stadt Leipzig in der Stadtbibliothek in Leipzig. Steffen Leonhardi (Agentur für Arbeit) Foto: Andre Kempner Leonhardi Quelle: Kempner
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Leipzig

Teilhabechancengesetz – das neue Instrument klingt sperrig. Es dient aber beispielsweise dazu, durch eine gezielte Förderung Langzeitarbeitslose, die bereits seit sechs Jahren keinen Job mehr haben und hilfebedürftig sind, auf den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Wir haben 1333 Kunden, die diese Bedingungen erfüllen, und auch motiviert sind, aus ihrer Situation herauszukommen“, sagte Sabine Edner, die Geschäftsführerin des Jobcenters Leipzig. 119 potenzielle Arbeitgeber wurden bereits akquiriert, 135 Träger sind interessiert. Sie bekommen die Stellen für einfache Tätigkeiten, mit deren Hilfe die Betroffenen Schritt für Schritt integriert werden und sich gleichzeitig qualifizieren können, fünf Jahre lang gefördert. Ziel ist ein Übergang in eine reguläre Stelle.

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Stadt schafft auch 174 Stellen

Die Stadt Leipzig beteiligt sich ebenfalls, will selbst 174 Stellen anbieten. Die Stadtbibliothek ist da Vorreiter, hat drei Mitarbeiter für ihren Besucherdienst eingestellt, die älteren sowie behinderten Leipzigern Bücher und andere Medien nach Hause bringen. „Es ist vielleicht das aussichtsreichste Mittel, Menschen wieder auf den ersten Arbeitsmarkt zu bringen“, glaubt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Deutlicher Rückgang bei Arbeitslosen in Leipzig

Er hat seine Wette vom Vorjahr gewonnen, konnte am Dienstag gemeinsam mit Steffen Leonhardi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig, erneut gesunkene Arbeitsmarktzahlen von 2018 präsentieren. So gab es im Dezember 18 822 Menschen ohne Job, die Arbeitslosenquote lag bei 6,1 Prozent. (Dezember 2017: 20 921, Quote: 7,0 Prozent).

Leipzig hat zwar mit 6,7 Prozent im Jahresschnitt nicht die niedrigste Arbeitslosenquote in Sachsen, dafür aber den deutlichsten Rückgang“, erklärte Leonhardi. So waren im Dezember bei 26 900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten weitere 7500 Stellen nicht besetzt. 2005 gab es weit über 50 000 Arbeitslose.

Fachkräftemangel ist das größte Problem

„Es ist eine ermutigende Entwicklung“, konstatierte Jung. Immerhin sei Leipzig seit 2005 um fast 100 000 Menschen gewachsen. „Das größte Problem ist mittlerweile, die richtigen Fachkräfte zu bekommen“, so der Rathauschef. Das sei in allen Branchen festzustellen. Es sei vor allem eine ermutigende Botschaft, dass der Abbau der Arbeitslosigkeit endlich bei den Langzeitarbeitslosen ankommt. Fast 2500 Menschen, die vorher keine Perspektive hatten, haben im Vorjahr einen festen Job bekommen.

„Bei uns in der Stadt gibt es keine Zeichen für eine Rezession. Es kann sein, dass wir weniger dynamisch wachsen“ Seine Prognose: 2019 liegt die Quote bei 5,5 Prozent. „Fachkräftemangel darf nicht zur Wirtschaftsbremse werden“, sagte Jung. Da müsse man weiter gegensteuern. Geplant sei beispielsweise ein Technologie- und Informationszentrum, das junge Firmen bei der Digitalisierung unterstützt.

Von Mathias Orbeck