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Leipzig Lokales Das sind die alten und neuen Ortsvorsteher in Leipzig
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11:42 31.05.2019
Kleiner Fauxpas, elegant ausgebügelt: Eine Urne in einem Wahllokal in Lindenthal wies am vergangenen Sonntag auf die Ortschaftsratswahl 2014 hin. Mit einem Stift wurde das Datum kurzerhand korrigiert.
Leipzig

Die Kommunalwahlen sind passé, die Mitglieder der 14 Ortschaftsräte, die ab August respektive September die Wahlperiode 2019–2024 angehen werden, stehen fest. Nach der parlamentarischen Sommerpause bestimmen die einzelnen Mitbestimmungsgremien ihre neuen Ortsvorsteherinnen beziehungsweise Ortsvorsteher. Wer von den bisherigen Ortschefs weitermachen möchte, beziehungsweise wer den Ortschaftsratsvorsitz niederlegt, verraten die folgenden Zeilen:

Böhlitz-Ehrenberg: Denis Achter will weitermachen

In der einstmals größten Industriegemeinde der DDR ist die Sache ziemlich klar: „Natürlich stehe ich als Ortsvorsteher wieder zur Verfügung“, sagt Denis Achtner auf LVZ-Anfrage. Für den CDU-Mann, der am vergangenen Sonntag 4398 der 13.253 gültigen Stimmen auf sich vereinte und damit von allen Kandidaten den größten Zuspruch erhielt, wäre es die zweite Amtsperiode. Niemand zweifelt ernsthaft an seiner Wahl, denn neben Achtner haben es auch alle übrigen christdemokratischen Bewerber in den Ortschaftsrat geschafft. Die Union bekleidet sechs der neun Sitze – Mehrheit satt.

Burghausen: Stefan Köster tritt erneut an

Der bisherige starke Mann in Burghausen hieß Stefan Köster – und der SPD-Vertreter möchte auch künftig „gegenüber der Stadtverwaltung unnachgiebig sein und die Interessen des Ortsteils wirkungsvoll vertreten. Deshalb stehe ich bei der Ortsvorsteherwahl wieder zur Verfügung“, erklärt Köster (505 von 2422 gültigen Stimmen). Außer ihm sitzen noch ein Sozi, ein CDU-Mann, eine Linke und mit Bert Sander (Wählervereinigung) ein frischgebackener Stadtrat in dem Gremium.

Engelsdorf: Neue Chance für Annemarie Opitz

Engelsdorf ohne Annemarie Opitz? Eigentlich unvorstellbar! Das dachten sich offenbar auch viele Wählerinnen und Wähler in dem östlichen Ortsteil und statteten die langjährige Ortsvorsteherin mit 2411 Stimmen aus (von 18.549). Die Frontfrau der Bürgerinitiative Pro Engelsdorf (BI PE) freut sich über das Ergebnis vom Sonntag: „Dass unsere Bürgerinitiative gleich mit vier Abgeordneten im neuen Ortschaftsrat vertreten ist, werte ich als großen Erfolg und als Würdigung unserer Arbeit.“ Sofern ihr erneut das Vertrauen ausgesprochen werde, „will ich weiter für Kontinuität an der Spitze des Gremiums sorgen“, sagt Annemarie Opitz, die bei neun Ratssitzen auf die Unterstützung aus anderen Lagern angewiesen ist.

Hartmannsdorf-Knautnaundorf: Matthias Kopp kanidiert

Der parteilose Matthias Kopp, der über die CDU-Liste erneut in den Ortschaftsrat gewählt wurde (408 von 1948 gültigen Stimmen), betont klipp und klar: „Keine Frage, dass ich wieder für das Amt des Ortsvorstehers kandidiere.“ Die wichtigsten Themen liegen für den Diplom-Fischerei-Ingenieur auf der Hand: „Die Schaffung von sicheren Schulwegen und zumutbaren Bushaltestellen. An keiner Haltestelle bei uns gibt es Unterstellmöglichkeiten.“ Auch ein Geh- und Radweg nach Rehbach müsse her. Bei vier von fünf Sitzen für die CDU dürfte Kopps Wiederwahl sicher sein.

Holzhausen: Hans-Jürgen Raqué muss bangen

„Ich würde gern als Ortsvorsteher weitermachen“, sagt Hans-Jürgen Raqué. Doch der CDU-Mann, der sich über 2610 von 9298 gültigen Stimmen „riesig gefreut hat“, weiß, dass er auf das Wohlwollen anderer angewiesen ist. Denn die christdemokratische Mehrheit, lange Zeit eine Selbstverständlichkeit in Holzhausen, ist futsch. Einen Sitz hat die Union eingebüßt, kommt in dem siebenköpfigen Gremium künftig nur noch auf drei Mandate. Tierarzt Raqué ist dennoch optimistisch: „Parteizugehörigkeit spielt in den Ortschaftsräten eine untergeordnete Rolle. Wir kennen, schätzen und verstehen uns.“

Liebertwolkwitz: Roland Geistert will Gründe für AfD-Stimmen herausfinden

Roland Geistert, der aktuelle Ortsvorsteher von Liebertwolkwitz, steckt gerade mitten in den Vorbereitungen fürs 30. Heimatfest vom 28. bis 30. Juni. Die Friedliche Revolution vor 30 Jahren soll Thema sein. Dass „Wolks“ bei der diesjährigen Stadtratswahl – genauso wie bei der Bundestagswahl 2017 – der Leipziger Ortsteil mit den meisten AfD-Stimmen war (28,3 Prozent), ärgert ihn schon. Verstehen kann er diesen Trend nicht. Immerhin: Bei der Ortschaftsratswahl triumphierte Geisterts LUV (Liebertwolkwitz Unabhängige Vertreter), holte 57,3 Prozent und damit fünf von sieben Sitzen. Die AfD kam hier nur auf 17,4 Prozent (ein Sitz), die CDU auf 10,1 Prozent (ein Sitz). Geistert will als Ortsvorsteher weitermachen – auch um herauszufinden, „was die Leute bei uns so unzufrieden macht, dass sie AfD wählen“.

Lindenthal: Offenes Rennen für Thomas Hoffmann

„Ich stehe für eine weitere Wahlperiode als Vorsitzender des Ortschaftsrates grundsätzlich zur Verfügung“, kündigt Thomas Hoffmann, der Ortschef von Lindenthal, an. „Doch am Ende entscheidet die Mehrheit.“ Und die liegt nur noch bedingt bei der CDU, für die Hoffmann antritt – absolut ist sie nicht mehr. Neben der Union (drei Sitze) sind im Rat noch SPD, Linke, Grüne und FDP vertreten, alle mit jeweils einem Mandat. Das Rennen ist also offen.

Lützschena-Stahmeln: Margitta Ziegler gibt Staffelstab weiter

Klarer Wahlsieger in Lützschena-Stahmeln war die BI 1990 (Bürgerinitiative 1990) mit Margitta Ziegler. Allein die Ortsvorsteherin erhielt 1070 von 6768 gültigen Stim-men – und damit den größten Zuspruch unter allen Kandidaten. Die Rechtsanwältin, die seit 2001 Ortschefin ist, will das Leitungsamt aber „in andere, in jüngere Hände legen“, wie sie sagt. „Ich bedanke mich bei allen Lützschenaerinnen und Lützschenaern für das entgegengebrachte Vertrauen, aber nach 19 Jahren als Vorsitzende ist die Zeit reif für eine Veränderung.“

Miltitz: Heinz Walther hält sich bedeckt

Vier Sitze für die Liste Heimatverein/SPD, ein Sitz für die CDU: Unter den fünf gewählten Ortschaftsmitgliedern in Miltitz ist auch der gegenwärtige Ortsvorsteher Heinz Walther. Ob er Vorsitzender des Gremiums bleiben will, ist offen. Der langjährige Ortschef war für eine Anfrage leider nicht zu erreichen.

Mölkau: Ein neues Gesicht

Mölkau bekommt einen neuen Ortsvorsteher – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Der bisherige erste Mann Uwe Kluge (Die Linke), der seit Herbst 2017 anstelle des zurückgetretenen Volker Woitynek (CDU) amtiert, ist als Betriebsrat bei Siemens in Leipzig und als Gesamtbetriebsrat beruflich so sehr eingebunden „und ständig auf Dienstreisen in ganz Deutschland unterwegs, dass ich nicht für den Vorsitz, sondern wieder für das Stellvertreter-Amt kandidiere“, so Kluge. Es braucht also einen neuen Vorsitzenden. Und der dürfte aus den Reihen der „Bürger für Mölkau“ kommen, dem parlamentarischen Ableger der im Vorjahr gegründeten Initiative pro Mölkau. Deren Vorsitzender Klaus-Ruprecht Dietze war bei der Ortschaftsratswahl mit exakt 1640 von 9215 gültigen Stimmen der beste Kandidat – und steht bereit.

Plaußig: Neue Besetzung

Was für Mölkau gilt, gilt für Plaußig erst recht. Dort stand Ortsvorsteherin Ines Richter (Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Plaußig) schon nicht mal mehr als Kandidatin für den Ortschaftsrat zur Verfügung. Ihr Kommentar: „Ich habe mich aus persönlichen Gründen, auf die ich nicht näher eingehen möchte, nicht wieder zur Wahl gestellt. Im Juni leite ich zum letzten Mal eine Ortschaftsratssitzung und scheide dann aus.“ Die Sitzverteilung im neuen Rat: drei Mandate für die Feuerwehr-Freunde, zwei für die CDU.

Rückmarsdorf: Roger Stolze sieht sich in der Verantwortung

Der Gewinner der Wahl in Rückmarsdorf war die „Verantwortung für Rückmarsdorf“ (VfR). Sie holte 71,4 Prozent und vier von fünf Sitzen. Auch ihr Spitzenmann, der erst im Vorjahr inthronisierte Ortsvorsteher Roger Stolze, räumte ab, vereinte auf sich 1928 von 5169 Stimmen. Der Bauingenieur will am Ball bleiben – schon deshalb, „weil ich in dem guten Ergebnis eine Verpflichtung für unsere junge Mannschaft sehe, in den nächsten fünf Jahren alles für die Menschen jenseits des Bienitz zu tun“.

Seehausen: Klare Sache

Mehr Zuspruch hatte bei den Ortschaftsratswahlen vor knapp einer Woche niemand: Die Freien Wähler Seehausen und ihr Ortsvorsteher Berndt Böhlau rauschten mit 91,3 Prozent ins Ziel. „Natürlich mache ich weiter, wenn mich das neue Gremium wählt“, kündigt Ortschef Böhlau an. „Ruhepausen darf es nicht geben, es stehen einfach zu viele Aufgaben an. Die künftige Kindergarten-Kombination muss in diesem Jahr endlich fertig werden. Da sind wir zu keinen Kompromissen bereit. Und auch die Breitband-Versorgung für Hohenheida und Gottscheina ist ebenso dringend wie ein Geh- und Radweg zwischen Göbschelwitz und Hohenheida“, betont der Makler.

Wiederitzsch: Andreas Diestel ist bereit

Er war in der zurückliegenden Wahlperiode der einzige Leipziger Ortsvorsteher, der – was die Sächsische Gemeindeordnung zulässt – nicht aus der Mitte des Ortschaftsrates gewählt wurde. Andreas Diestel würde auch diesmal wieder Ja in Wiederitzsch sagen, sollte das Gremium ihn zum Ortschef küren. Seine Partei, die CDU, hat zwar nur drei von acht Sitzen im neuen Rat, Diestel gilt aber als ein Kandidat für (nahezu) alle.

Von Günther Giessler und Dominic Welters

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