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Lokales WhatsApp als Depressions-Indikator: Leipziger Uni startet Forschung
Leipzig Lokales WhatsApp als Depressions-Indikator: Leipziger Uni startet Forschung
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19:12 19.11.2019
Einige von Depressionen betroffene Menschen ziehen sich eher aus den Sozialen Netzwerken zurück, während andere verstärkt negative Gefühle kommunizieren. Quelle: epd
Leipzig

Ein Expertenteam des Instituts für Psychologie der Universität Leipzig will in einem neuen Forschungsprojekt zur WhatsApp-Kommunikation Jugendlicher untersuchen, ob sich daraus Rückschlüsse auf eine drohende Depression ziehen lassen. Wie die Universität mitteilte, sind die Forscher daher im Raum Leipzig aktuell auf der Suche nach insgesamt 40 depressiven und gesunden Menschen zwischen 13 und 17 Jahren, um deren WhatsApp-Kommunikation zu vergleichen. Neben der Universität Leipzig sind auch die Universität Tübingen, die Universität Würzburg und die TU Dresden beteiligt.

„Wir wollen zunächst herausbekommen, ob die WhatsApp-Kommunikation überhaupt ein Marker ist, um eine depressive Erkrankung zu erkennen“, erklärt Kinder- und Jugendpsychologe Julian Schmitz von der Universität. Dazu sollen die Daten der Probanden auf bestimmte negative Inhalte untersucht werden. Ein wichtiger Punkt sei für die Forscher auch, wie viel Zeit die jungen Menschen am Handy oder Tablet verbringen und wie oft sie es aus- und einschalten. Fest stehe, dass eine Depression die Kommunikationsmuster der Betroffenen beeinflusst.

Die einen verschließen sich, andere kommunizieren verstärkt

„Die einen verschließen sich vor ihrer Umwelt, haben weniger Interaktion in den sozialen Medien, andere sind ständig online und kommunizieren verstärkte negative Gedanken und Gefühle. Im realen Leben ist es definitiv so, dass sich die Betroffenen eher zurückziehen“, erläutert Schmitz in der Mitteilung der Universität. Untersucht werde auch, mit wie vielen Personen die Jugendlichen Kontakt haben. „Wenn depressive Menschen ihre sozialen Kontakte nicht mehr pflegen, ist die Frage, ob das über WhatsApp messbar ist. Das wollen wir herausbekommen“, so der Psychologe.

Dazu soll auf den Handys der Probanden eine App installiert werden, die durch bestimmte Computer-Algorithmen nach einer Häufung von Wörtern oder Emojis sucht, die negative Emotionen ausdrücken. Da depressive Menschen stark mit sich selbst beschäftigt sind, werde in den WhatsApp-Texten auch nach gehäuften „Ich“-Formulierungen gesucht, die den für die Erkrankung typischen Egozentrismus widerspiegeln.

Daten werden anonym ausgewertet

Die Daten sollen bis zum Sommer kommenden Jahres gesammelt werden und würden anonym ausgewertet. Außerdem gelte für alle an dem Projekt Beteiligten eine Schweigepflicht. Sollte sich herausstellen, dass Depressionen frühzeitig durch die WhatsApp-Kommunikation erkennbar seien, könnten in Zukunft gezielt helfende Hinweise an Betroffene über die App verschickt werden.

Von ps

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