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Lokales Wie Leipzigs Supermärkte Falschparker abstrafen
Leipzig Lokales Wie Leipzigs Supermärkte Falschparker abstrafen
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22:15 11.04.2018
Schilder wie dieses (rechts oben) am Wiedebachplatz reichen als Hinweis für die Parkuhr-Nutzung aus.
Schilder wie dieses (rechts oben) am Wiedebachplatz reichen als Hinweis für die Parkuhr-Nutzung aus. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

 Wer auf einem Supermarkt-Parkplatz keine Parkuhr ins Auto legt, erlebt häufig seltsame Dinge. Der Leipziger Norbert Mascher musste bereits zweimal jeweils 30 Euro zahlen, weil Kontrolleure des Netto-Parkplatzes am Wiedebachplatz den 63-Jährigen zur Kasse baten. „Einmal hatte ich nach einem Großeinkauf gemerkt, dass ich etwas vergessen hatte, und bin noch einmal in den Markt“, berichtet der Senior. „Ich hatte die Parkuhr schon weggelegt – als ich wiederkam, hatte ich schon einen Strafzettel an der Windschutzscheibe. Beim zweiten Mal hatte sich meine Parkuhr beim Weglegen geringfügig verstellt und mir wurde vorgeworfen, die Uhr absichtlich vorgestellt zu haben.“

Mobbing am Wiedebachplatz

Geärgert hat ihn, wie rüde die Kontrolleure agierten. Als er sein Versehen erklären und Kulanz geltend machen wollte, sei er gleich von zwei Männern zurechtgewiesen worden. „Sie haben mir erklärt, sie würden sich von mir bedroht fühlen“, sagt der Rentner. Die Betreibergesellschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Im Leipziger Norden agiert die Verwaltungsgesellschaft des Sachsenpark Seehausen anders. Dort weist der Globus-Markt seine Kunden bereits am Kreisverkehr mit einem großem Plakat darauf hin, Parkscheibe zu verwenden und gestattet das Parken bis zu drei Stunden – ansonsten drohen auch dort eine 30-Euro-Strafgebühr oder gar das Abschleppen. „Zu Messezeiten gibt es eine regelrechte Wanderbewegung von unseren Parkplätzen hinüber zur Messe“, schildert Geschäftsführer Franz-Josef Winters von der Sachsenpark Verwaltungsgesellschaft. „Diverse Caravan-Fahrer haben mit ihren Wohnmobilen bei uns auch schon mehrtägige Aufenthalte verbracht.“

Übergangsphase im Sachsenpark

Das Bauhaus Fachzentrum praktiziert eine „Übergangsphase“, in der Kunden mit Postern, Flyern und persönlicher Ansprache um die Benutzung von Parkscheiben gebeten werden, so Geschäftsleiter Kevin Lehmann. Bis die Gewöhnung an die neue Regelung einsetzt, brauche es nun einmal seine Zeit. Kommt es aktuell doch einmal zu einer 30-Euro-Strafgebühr, sei man bemüht, im Markt eine „individuelle Lösung“ zu finden.

Wie stelle ich die Parkuhr im Auto richtig?

Der Paragraf 13 Abs. 2 StVO regelt das Parken mit Parkscheibe. Einen konkreten Platz für die Parkscheibe schreibt der Gesetzgeber nicht vor. Sie muss aber gut von außen lesbar sein. Ist dies nicht der Fall, hat der Autofahrer je nach Parkdauer ein Verwarnungsgeld von 10 bis 30 Euro zu zahlen. Die manuelle Parkscheibe ist immer zur vollen oder zur halben Stunde einzustellen. Dabei wird aufge- rundet. Wer beispielsweise 7.35 Uhr ankommt, dreht die Scheibe auf 8 Uhr.

Von Andreas Tappert und Frank Schmiedel