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Lokales Wie der Super-Sommer einen Leipziger Freisitz wachsen ließ
Leipzig Lokales Wie der Super-Sommer einen Leipziger Freisitz wachsen ließ
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13:27 31.07.2019
Das soll es künftig an „Leos Brasserie“ in der Reichsstraße nicht mehr geben: Eine öffentliche Bank (grün) steht inmitten von Freisitz-Tischen und -Stühlen. Quelle: privat
Leipzig

Die Leipziger strömen derzeit in Scharen auf die Freisitze. Früher flogen zwischen der Stadt und den Betreibern von Freisitzen die Fetzen, die städtischen Ordnungshüter hatten ein waches Auge darauf, dass alle Vorgaben eingehalten werden. In „Leos Brasserie“ an der Reichsstraße 20 hat man dieses Mal allerdings etwas übersehen...

Die einen schwören auf die Gosenschenke – andere haben mit der Hafenbar einen stillen Ankerplatz gefunden. Hier gibt’s Biergartentipps aus Leipzig und der Region in der Übersicht.

Unauffällige „Korrektur“

Wer am Nachmittag oder am frühen Vormittag an dem Flachbau kurz vor dem ehemaligen Brühlpelz-Hochhaus vorbeischlendert, glaubt seinen Augen nicht zu trauen. Denn was bei starkem Publikumsverkehr nur schwer zu sehen ist, wird dann sichtbar: Mitten in den schwarzen und braunen Stühlen des Freisitzes befinden sich vier grüne, die im Gegensatz zur übrigen Bestuhlung nicht aus Korb oder Plastik sind, sondern aus deutlich stabilerem Drahtgeflecht. Wer noch genauer hinschaut, entdeckt, dass die in einer Reihe stehenden grünen Sitze außerdem fest im Boden verankert sind – und eigentlich eine stadteigene Sitzbank sind, die für jeden Passanten nutzbar sein müsste. Doch sie ist es nicht mehr, denn vor den vier Sitzen ist einer großer Tisch aufgestellt, der zum Freisitz gehört und zahlenden Gästen vorbehalten ist. Dieser Tisch ist auch noch mit anderen Stühlen bestückt – den gleichen, die an den Freisitztischen ringsum stehen.

„Wir haben noch nie jemanden verjagt“

Dass die vier öffentlichen Sitze eigentlich Passanten vorbehalten sind, weiß auch Wirt Dieter Hegler. Er spricht von einem Versehen. „Offenbar hat ein Mitarbeiter dort aus Versehen einen Tisch hingestellt“, sagt er. „Den räumen wir jetzt wieder zurück.“

Die öffentliche Bank sei etwa zwei bis drei Wochen in seinen Freisitz integriert gewesen – bislang habe niemand daran Anstoß genommen. „Wir haben noch nie jemanden verjagt“, betont der Gastronom. „Aber auf dieser Bank sitzt sowieso keiner.“ Es habe sich auch kein Passant beschwert und der verbleibende Gehweg sei alles andere als schmal. „Der ist immer noch so breit, dass man sogar mit der Feuerwehr dort fahren könnte.“

Ordnungsamt: Wir kontrollieren ständig

Auch Kontrolleure der Stadt hätten schon bei ihm nachgeschaut und den Freisitz in Augenschein genommen. Aber es sei nie etwas gesagt worden. „Vielleicht stand der Tisch da auch noch nicht vor der Bank“, meint der Wirt.

Im Leipziger Ordnungsamt heißt es, die zum Amt gehörenden Außendienstmitarbeiter würden „im Rahmen der täglichen Kontrollen im Stadtgebiet auch die vorgefundenen Freisitze auf ihre Rechtmäßigkeit überprüfen“. Dafür würden mitunter sogar die konkreten Maße der Freisitze ausgemessen. Denn nur so könne eine Überschreitung der genehmigten Fläche festgestellt und entsprechend geahndet oder auch ein Rückbau angeordnet werden. Bei Verstößen seien Bußgelder bis zu 500 Euro möglich und wer sich besonders störrisch zeige, dem könne auch die Nutzung eines Freisitzes untersagt werden.

„Keine separate Statistik zu Freisitzen

Wie viele Strafen im Jahr gegen Leipzigs Freisitz-Betreiber ausgesprochen werden, kann das Ordnungsamt aber nicht sagen. „Leider ist aus dem zur Bearbeitung verwendeten Fachverfahren eine Auswertung bezogen auf Verstöße gegen die Sondernutzungssatzung im Zusammenhang mit Freisitzen nicht möglich“, räumt die stellvertretende Amtsleiterin Claudia Geißler-Ploog ein. „Die Verwaltung führt dazu keine separate Statistik.“

Von Andreas Tappert

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