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Lokales Wie die Leipziger Notenspur durch Musik in der guten Stube verbindet
Leipzig Lokales Wie die Leipziger Notenspur durch Musik in der guten Stube verbindet
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16:46 25.11.2018
Ein gelungener Hausmusik-Abend: Veronika Klasková (Flöte) , Vladimir Halicek (Piano) und Jaromir Zámecnik (Bayan) musizieren bei Familie Schneider. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Schwungvoller kann ein Abend nicht beginnen: „Sing mit mir, lach mit mir“ – ein alter Ufa-Schlager erklingt im Maternus Senioren- und Pflegezentrum Dresdner Hof. „Es ist eine große Freude, hier auftreten zu dürfen“, sagt Dorothea Maretzke, die sich mit fünf Laienmusikerinnen diesmal der Filmmusik von Charlie Chaplin bis zu Marika Rökk verschrieben hat. Die Lieder kommen beim Publikum der Notenspur-Nacht der Hausmusik am Sonnabendabend prima an. Klassik, Pop und Weltmusik erklingen da ebenso wie Oldies, Folk und Chormusik – parallel an 85 Orten in ganz Leipzig. „Wir sind seit vier Jahren dabei, sind ein Haus, das die Musik verpflegt“, erzählt Diana Richter, die Kundenmanagerin des Seniorenzentrums, in dem 190 Menschen leben. Hausmusik gebe es mittlerweile auch außerhalb der Notenspur-Nacht.

An 85 Hausmusikorten in ganz Leipzig erklangen von Klassik über Pop und Weltmusik Melodien verschiedener Genres.

Band baut musikalische Brücken

Eine Premiere ist der Auftritt für die Band Watarna, die sich im Oktober 2017 aus einer spontanen Idee gründete. Die aus Syrien und Palästina stammenden Musiker sind Gast in der Wohnung des Malers Reinhard Strobel in der Südvorstadt. „Wir machen orientalische Musik und Jazz“, sagt Ahmad Tarshahani, der mit seinem Bruder Abdulsalam singt. Mohamed Aljundi spielt Oud, dessen Bruder Mamoun ebenso wie Moulham Sammn Perkussion. „Die Idee der Hausmusiknacht hat mich fasziniert“, betont Maler Strobel, der vor drei Jahren aus München nach Leipzig gekommen ist und sein Atelier in der Baumwollspinnerei hat. Gemeinsam mit Frau Gabriele Rudolphi ist er das dritte Mal Gastgeber und freut sich auf viele Begegnungen, weil Musik eben im wahrsten Sinne verbindet. Watarna ist dafür ein gutes Beispiel, die Musiker waren auch schon bei den „Klängen der Hoffnung“ im Grassi-Museum dabei. Das Projekt baut musikalische Brücken und zeigt exemplarisch, wie ein integratives „Wir“ möglich ist.

Hausmusik in der Platte

Der Verein Notenspur hat selbst Gäste aus sechs Ländern eingeladen, die „Brücken bauen über Gräben“. Sie stammen aus Ländern, die sich einst vor 100 Jahren im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben gegenüber standen. Heute wird gemeinsam musiziert. Junge Musiklehrer aus Brno erfreuen beispielsweise die Zuhörer in einer Wohnung in der Haydnstraße mit Bach, Händel, Bartok und anderen Komponisten. „Wir wollten einfach mal ausprobieren, wie so ein Hausmusik-Abend in der Platte funktioniert“, sagt Gastgeberin Maria Schneider. Die Sozialarbeiterin ist ebenso zufrieden wie ihre Gäste. Beste Stimmung gibt es derweil mit dem Duo „Panzer-Rohr“, das Frank Schott in sein Haus in die Körnerstraße geladen hat. „Ich finde die Idee gut, die private Stube zu öffnen“, sagt er. Etwa 25 Leute lauschen Rock- und Bluesklassikern, dargeboten mit Gitarren, elektrisch und akustisch, Mundharmonika und Gesang. Vier Musiker des Leipziger Sinfonieorchesters erfreuen ihr Publikum derweil auf Einladung des Bürgervereins im evangelischen Studienhaus in Stötteritz mit Mozart, Debussy, Saint Saens.

Viele positive Rückmeldungen

„Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Für uns war es wieder ein gelungener Abend“, schwärmt Projektleiterin Elke Leinhoß vom Verein Notenspur. Das klingt nach Wiederholung im nächsten Jahr.

Von Mathias Orbeck

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