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Leipzig Lokales Wie familienfreundlich ist der Leipziger Weihnachtsmarkt?
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07:00 20.12.2017
Familie Kohleisen beim LVZ-Weihnachtsmarkttest (v.l.): Mike (42), Yvonne (30), Louisa (1), Leon (4) und Leandra (9). Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Am Ende hat Leon immer noch nicht genug vom Karussellfahren. Fünf verschiedene davon hat der Vierjährige gestern Nachmittag auf dem Weihnachtsmarkt ausprobiert, Kapazitäten hätte er noch gehabt. Normalerweise könnten sich seine Eltern so viele Fahrten nicht leisten. Eine Runde kostet zwischen zwei Euro und 3,50 Euro. „Wir waren dieses Jahr ein Mal zusammen auf dem Weihnachtsmarkt, nur ich mit den Kindern“, sagt Leons Mutter Yvonne Kohleisen, „mehr war nicht drin.“

Nun hatte die Familie Glück: Die LVZ wollte wissen, wie teuer der Leipziger Weihnachtsmarkt eine Familie eigentlich kommt. Die Kohleisens aus Grünau wurden ausgewählt. Ausgestattet mit 100 Euro und anderthalb Stunden Zeit ging es ein Mal quer über den Markt.

Der erste Stopp: natürlich ein Karussell. Zwei Runden für die drei Kinder kosten zehn Euro, die sind aber gut investiert. Leon und seine Schwester Leandra (9) rennen darauf zu und können die erste Fahrt nicht erwarten. Das Ehepaar Kohleisen lächelt beseelt. „Für die Kinder freue ich mich am meisten“, sagt Mutter Yvonne. „Da verzichte ich auch gern auf einen Glühwein, wenn ich sehe, wie sehr sie strahlen.“

Nach der zweiten Runde Karussell gleich das zweite Highlight: Quarkkrapfen und Kräppelchen für alle, eine Waffel für die anderthalbjährige Louisa, die im Schneeanzug schon zielstrebig über den Markt spaziert. Insgesamt kostet das Essen für die ganze Familie 14,50 Euro.

Im Märchenwald werden die sieben Zwerge bestaunt, und auch hier gibt es noch zwei Runden Karussell für insgesamt neun Euro. Leon rüttelt begeistert am Lenkrad seines Autos und will gar nicht mehr gehen. Gott sei Dank ist das nächste Ziel auch nach seinem Geschmack: Weiter geht es zum historischen Kinderkarussell.

Als Leon das Kunstwerk von Weitem erblickt, wird er ganz aufgeregt: „Mama, schau mal, es ist so schön.“ Schon ist er durchs Getümmel nach vorne gestürzt und spaziert über die Treppe in den ersten Stock des Karussells nach oben. Drei Euro kostet hier die Fahrt pro Kind, eine Runde dreht die Familie danach noch zusammen – macht insgesamt 24 Euro. Etwas mehr als 50 Euro sind schon weg.

Für den weiteren Weg gönnen sich die Eltern jetzt einen Glühwein für drei Euro pro Tasse. Die Kinder bekommen noch eine Runde Zuckerwatte für insgesamt vier Euro, mit großen Augen beobachten sie, wie sich die klebrigen Fäden um den schmalen Holzstab schlingen. Zum Schluss gibt es noch zwei Portionen gebrannte Mandeln mit Raffaelo- und Nutella-Geschmack. „Die sind wirklich ein Traum“, schwärmt Yvonne Kohleisen. „Aber sie kosten eben auch vier Euro pro 100 Gramm. Wenn da jedes Kind einmal reingreift, ist die Tüte auch leer.“ Noch eine letzte Runde Karussell, dann ist die Zeit um.

Das Fazit: „Es war einfach toll, einmal alles machen zu können, was man sich sonst nicht einfach gönnen kann“, sagt Yvonne Kohleisen. Denn die Preise seien schon happig – vor allem mit drei Kindern. Nach anderthalb Stunden sind von den 100 Euro noch 21,50 Euro übrig. „Das ist freie Marktwirtschaft“, sagt Marktleiter Walter Ebert dazu. „Wir können die Preise nicht festlegen.“ Die Preise für zum Beispiel eine Karussellfahrt sei nicht „exorbitant überhöht“, sondern schlicht „üblich“. In München auf der Theresienwiese koste eine Fahrt sieben Euro. Außerdem würden ja auch die Aufwendungen der Schausteller steigen: Übernachtungskosten, Kosten für Personal und andere Grundkosten. „Für den Unternehmer muss das Ganze ja auch wirtschaftlich profitabel bleiben“, sagt Ebert.

Von Sophie Aschenbrenner

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