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Lokales Wie funktioniert die Justiz? – Kindertag am Amtsgericht
Leipzig Lokales Wie funktioniert die Justiz? – Kindertag am Amtsgericht
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18:52 15.08.2019
Kinder spielen im Saal 257 eine Verhandlung nach (v.l.): Jessica, Noah und Hannah im Gespräch mit Amtsgerichtspräsident Michael Wolting. Quelle: André Kempner
Leipzig

Piep, piep, piep. „Das ist wohl dein Handy oder der Reißverschluss an deinem Rucksack“, sagt Michael Wolting, Präsident des Leipziger Amtsgerichtes, einem verwunderten Kind. Mit einem Metalldetektor zeigt er, wie überprüft wird, ob Angeklagte gefährliche Gegenstände bei sich tragen. Tatsächlich wurde schon Interessantes zu Tage befördert: „Von Messern bis hin zu Schlagstöcken war alles dabei. Die Waffen werden den Leuten dann natürlich abgenommen und bleiben bei uns in Gewahrsam“, erklärt Wolting den insgesamt 24 Kindern, die sich an diesem Mittwochmorgen im Amtsgericht eingefunden haben

Eindrücke vom Kinder-Gericht am Amtsgericht Leipzig.

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Zwei Handballenschläge oben, drei Tritte unten

Das Kinder-Gericht gibt es seit 2013. Es bringt den Kindern die Abläufe vor Gericht näher. Zu diesem Tag gehört auch eine Demonstration der Justizwachtmeister. Sie zeigen den Kindern Techniken, die sie nutzen, um sich zu verteidigen. Zwei Handballenschläge oben, drei Tritte unten – das ist die Kombination, die die Kinder unter den strengen Augen der Wachtmeister auch selbst einmal ausprobieren können.

Atmen bleibt erlaubt

Bevor es zu einer echten Verhandlung geht – Erschleichen eines Aufenthaltstitels lautet die Anklage – erklärt Wolting den Ablauf vor Gericht: „Wichtig ist, dass ihr euch im Saal nicht unterhaltet, kein Kaugummi kaut und auch nichts trinkt. Aber keine Sorge: Atmen dürft ihr noch!“

Kinder dürfen Handschellen anlegen

Die Haftzellen sind nach der Verhandlung die nächste Station. Erst zeigen die Wachtmeister, wie sie einem Angeklagten Handschellen anlegen, dann wird es wieder interaktiv: Auch die Kinder dürfen sich ausprobieren.

Nächster Termin in den Winterferien

Das Highlight des Tages vor Gericht ist aber zweifelsohne das Prozess-Spiel. Die Neun- bis Dreizehnjährigen schlüpfen dabei in authentische Rollen: Es gibt Angeklagte, Zeugen, Richter, Staatsanwälte, Verteidiger und sogar Wachtmeister. Unter dem Titel „Lilli und ihre mutigen Freundinnen“ geht es um einen versuchten Handy-Raub, bei dem sich die Opfer allerdings zu verteidigen wissen und zurückschlagen. Jetzt stehen sowohl die Täter, als auch Lilli und ihre Freundinnen vor Gericht. „Die Kinder haben ein Grundverständnis für Recht und Unrecht. Das sollen sie bei dem Spiel nutzen und vor allem Spaß haben“, sagt Wolting. Das Kinder-Gericht ist Teil des Ferienpasses und findet drei Mal im Jahr statt. Der nächste Termin ist in den Winterferien.

Von Hendrik Schirner

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