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Lokales Wie geht es weiter mit der Leipziger Löwenzucht?
Leipzig Lokales Wie geht es weiter mit der Leipziger Löwenzucht?
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15:33 09.01.2018
Seit dem Ausbruchs-Drama Ende September ist der jetzt 20 Monate alte Löwe Majo nicht mehr im Freien gewesen. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

 Seit dem Drama Ende September ist die Löwen-Freianlage im Zoo verwaist, war kein Tier mehr darauf zu sehen. Irgendwann soll der „Hausarrest“ für Majo und seine Gefährtin enden. Doch wann die Besucher das neue Leipziger Löwenduo zum ersten Mal zu sehen bekommen, ist noch völlig ungewiss. Die beiden müssen sich hinter den Kulissen erst gut kennen- und vertragen lernen, ehe das Gitter zwischen ihnen fällt – und ehe sich der Schieber nach draußen öffnet.

Im November kam eine neue Partnerin für den jetzt 20 Monate alten Majo nach Leipzig – die zweieinhalb Jahre alte Katze Kigali. „Die beiden sehen sich hinter den Kulissen, beschnuppern und rufen sich, aber sie sind getrennt durch ein Sichtgitter“, so Zoosprecherin Melanie Ginzel. „Die Kuratoren und Pfleger entscheiden tagesaktuell, ob und wann sich der Schieber zum ersten Mal öffnet.“ Unvergessen ist der Schock von 2002, damals war die Savanne noch ganz neu: Bei der ersten Begegnung ohne Gitter griff Löwe Arthur überraschend seine Gefährtin Chiara an und tötete sie mit einem Biss in die Kehle, obwohl die beiden schon monatelang Kontakt am Sichtgitter hatten und sich nicht mehr fremd waren.

 Noch einen Rückschlag bei der Löwenhaltung will der Zoo nicht riskieren. Ende September waren die Junglöwen Majo und Motshegetsi über den Wassergraben gesprungen und aus der Anlage entwichen. Majo konnte wieder eingefangen werden, sein Zwillingsbruder Motshegetsi wurde erschossen. Seitdem ist Majo höchstens mal in der Besucherhöhle zu sehen. Die Freianlage musste zunächst ertüchtigt werden: Für rund 80 000 Euro wurde der Wassergraben auf acht Meter verbreitert und eine Barriere aus Stahlstäben eingezogen, die 1,30 bis 1,50 Meter hoch und nach innen abgewinkelt sind.

 Ob Majo und Kigali auch ein Zuchtpaar werden können, steht noch nicht fest, dazu müssen erst DNA-Analysen erfolgen. Denn Majo ist ein Etoscha-Löwe und Kigali eine Krüger-Löwin. Der Etoscha- und der Krüger-Nationalpark in Afrika liegen mehr als 1500 Kilometer voneinander entfernt, die beiden Löwenarten würden sich in freier Natur nicht begegnen. So genannte „Zoolöwen“, einen Mix verschiedener Unterarten, wollen die führenden Zoos nicht mehr produzieren. Sollte es mit Majo und Kigali nicht passen, wird weiter nach einer geeigneten Löwin gesucht. Kigali soll aber auf jeden Fall in Leipzig bleiben.

Unverändert ist die Situation der trächtigen Elefantenkuh Thura (43): Seit einem Jahr trägt sie ein totes Kalb im Leib. „Wir wissen, dass die Sache noch nicht ausgestanden ist“, sagte Zoochef Jörg Junhold im Dezember gegenüber dem Freundes- und Förderverein. „Wir hoffen, Thura nicht zu verlieren.“ Das Tier werde laufend überwacht, nach wie vor seien alle Werte normal. Der Zoo setzt weiterhin darauf, abzuwarten, dass es zur natürlichen Geburt kommt. Die Elefantenkuh hatte im Hamburger Tierpark Hagenbeck bereits fünf Jungtiere zur Welt gebracht, bevor sie nach Leipzig abgegeben wurde. Ein Bulle starb kurz nach der Geburt, ein zweiter Bulle starb mit sechs Jahren. Der dritte Sohn Thai (12) lebte lange in einer Jungbullen-WG in Heidelberg, zusammen mit dem Leipziger Publikumsliebling Voi Nam (14). Inzwischen ist die WG in dieser Besetzung aufgelöst, Thai lebt in Zürich und Voi Nam wieder in seinem Heimatzoo Leipzig.

Ob der Leipziger Zoo 2016 die avisierten 1,7 Millionen Gäste hatte, ist noch nicht klar: „Wir sitzen noch dran und rechnen. Die Zahlen der Veranstaltungen müssen noch reingerechnet werden“, so Melanie Ginzel. Auch die anderen Zoos sind noch nicht soweit. Leipzig lag 2015 mit 1,66 Millionen Besuchern auf dem vierten Platz in Deutschland hinter Zoo und Aquarium Berlin (3,3 Millionen), der Wilhelma Stuttgart (2,3 Millionen) und dem Tierpark Hellabrunn (München, 2,09 Millionen. Es folgten Hannover (1,2 Millionen), Hamburg-Hagenbeck (rund 1 Million) und Frankfurt/Main (830 000).

Von Kerstin Decker

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