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Leipzig Lokales So schmecken philippinische Spezialitäten in Leipzig
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14:25 15.11.2019
Gastgeber mit Herz: Janellsa Giel Ludwig und Rico Ludwig in ihrem Café Jeepney im Leipziger Norden. Quelle: Kempner
Leipzig

„Ein Lächeln ist das Schönste, was Du anziehen kannst.“ Ein Spruch – auf Englisch – an der rechten Wand des Jeepney Cafés, der normalerweise nicht über die Austauschbarkeit von Wandkalender-Aphorismen hinauskommt. Lernt man jedoch die Betreiber kennen, wird schnell klar, dass dahinter eine Überzeugung steht. Janellsa Giel Ludwig und ihr Mann Rico sind die ungespielte Freundlichkeit im Doppelpack, und auch das Angebot ihres Cafés in Gohlis ist besonders: Es gibt Spezialitäten von den Philippinen.

Beginn einer Liebesgeschichte

Ursprünglich hatte Rico Ludwigs Lebensentwurf ganz anders ausgesehen. Der 1984 in Leipzig geborene Wirtschaftsinformatiker hatte alles andere als einen Job in der Gastronomie im Sinn. Doch vor sieben Jahren lernte er in Singapur die damals 25-jährige Philippina Janellsa Giel kennen, die ihn im Jahr darauf besuchte. 2014 zog Janellsa, die in ihrer Heimat Restaurant-Management und Kulinarik studierte, an die Pleiße - die beiden heirateten. Für einige Zeit arbeitete sie in Cafés und Restaurants. „Doch ich wollte immer gern etwas Eigenes betreiben“, erzählt Janellsa, „und Rico hat mich darin bestärkt, einen Laden zu eröffnen.“ Außerdem stellte ihr Mann in Aussicht, mit einzusteigen.

Ungewöhnlicher Standort

Sie nahm ihn beim Wort. 2017 eröffneten die beiden das Jeepney Café in der Georg-Schumann-Straße, ein für Gastronomie auf den ersten Blick nur bedingt reizvoller Standort – die Magistrale assoziiert man eher nicht mit gemütlichem Kaffeehaus-Verweilen, sondern mit ständigem Durchrauschen von PS oder kurzen Besorgungen, auch wenn sich hier ein paar Kiezkneipen angesiedelt haben.

Adobo so populär wie Bratwurst

Doch der Plan ging auf, nicht zuletzt wegen des speziellen Angebots. Im Jeepney – benannt nach den Kleinbussen, die die US-Amerikaner nach ihrem Abzug am Ende des Zweiten Weltkriegs auf den Philippinen zurückgelassen hatten – stehen Besonderheiten auf der Karte, die man nirgends sonst in Leipzig finden dürfte. Das Nationalgericht „Adobo“ zum Beispiel, eine Kombination aus Jasmin-Reis mit Ei, Hühnerfleisch in süßlicher Sojasoße, Karotten und Lauchzwiebeln. „Das ist in meiner Heimat etwa so populär wie hier die Bratwurst“, bemerkt Janellsa, die seit ihrem Umzug rasend schnell Deutsch gelernt hat.

Kaffee direkt vom Kleinbauer

Auch Sandwiches und Salate werden zubereitet, doch da es sich in erster Linie um ein Café handelt, liegt der Haupt-Geschmacksnerv neben Cupcake-Varianten auf Kakao und Kaffee, denn die kommen direkt von örtlichen Kleinbauern des Archipels im westlichen Pazifischen Ozean. „Im vergangenen August haben wir die Farmen selbst besucht“, berichtet Rico Ludwig, „die Bohnen werden dort in Handarbeit geerntet, sortiert und geröstet.“ Zu den Exoten im Angebot gehört Kakao mit flambierten Marshmallows.

Hell und freundlich

Die Kundschaft besteht sowohl aus Anwohnern jeder Altersstufe sowie aus Schülern und Studenten. Mit der Resonanz ist das Ehepaar zufrieden. Rico Ludwig ist wichtig zu betonen, „dass all das nur möglich ist durch die tägliche harte Arbeit auf den Plantagen in den Philippinen. Das ist zwischen uns eine gute und würdevolle Zusammenarbeit, ein Miteinander auf Augenhöhe und mit Respekt.“ Neben erlesenem Geschmack und Angebot dürfte auch das hell-freundliche Ambiente eine Rolle spielen – und nicht zuletzt eine aufrichtige Gastfreundlichkeit, die man nicht lernen kann.

Jeepney Café, Georg-Schumann-Straße 78, montags bis sonntags 9 – 19 Uhr, Dienstag ist Ruhetag. www.jeepney-cafe.de.

Von Mark Daniel

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