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Lokales Winterdienst in Leipzig: Wer auf Straßen und Wegen für Sicherheit sorgen muss
Leipzig Lokales Winterdienst in Leipzig: Wer auf Straßen und Wegen für Sicherheit sorgen muss
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09:00 14.12.2017
So war es am vergangenen Sonntag, so könnte es am nächsten Sonntag wieder werden: Schnee und Eis sorgen für ein kleines Verkehrschaos. Um Turbulenzen zu verhindern, erinnert die Stadtreinigung jetzt auch Hauseigentümer an ihre Pflichten. Geregelt sind sie in der Winterdienstsatzung.
So war es am vergangenen Sonntag, so könnte es am nächsten Sonntag wieder werden: Schnee und Eis sorgen für ein kleines Verkehrschaos. Um Turbulenzen zu verhindern, erinnert die Stadtreinigung jetzt auch Hauseigentümer an ihre Pflichten. Geregelt sind sie in der Winterdienstsatzung. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

 Am Wochenende hielt der Winter Einzug in Leipzig – und löste mit vereisten Fahrbahnen und Gehwegen ein kleines Chaos aus. Sonntag könnte der Winter wieder zurückkehren, sagen Meteorologen. Leipzigs Winterdienst rüstet sich jetzt dafür. Das stadteigene Unternehmen fordert auch Leipzigs Hauseigentümer auf, ihre Anliegerpflichten zu erfüllen.

Gehwege: Die Stadtreinigung ist nur für jene Gehwege sowie Rad-Geh-Wege zuständig, die entlang von Straßen an städtischen Grünanlagen verlaufen. „Wir befreien dort eine Gehwegstrecke von insgesamt 156 Kilometern Länge von Eis und Schnee und halten sie begehbar“, sagt Susanne Zohl, Sprecherin des städtischen Eigenbetriebs Stadtreinigung. Für alle anderen Gehwege seien die angrenzenden Grundstückseigentümer zuständig – auch in der Innenstadt. Diese müssen bei Schneefall und Glätte zwischen 7 und 20 Uhr (an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr) die Gehwege so räumen und mit Splitt, Sand oder Granulat so abstumpfen, dass Passanten dort gefahrlos gehen können. Hydranten und Absperrschieber sowie deren Zugänge sind ebenfalls freizuräumen, ebenso die Zugänge zu den Abfallbehältern. Wer dies nicht macht, dem droht eine Ermahnung anschließend eine Geldbuße.

Straßen: Im Straßennetz sind die Regeln einfacher: Dort ist die Stadtreinigung für ein 582 Kilometer langes Hauptnetz zuständig, das ausnahmslos aus Straßen besteht, die als verkehrswichtig und gefährlich eingestuft wurden. Dazu gehören auch 344 Kreuzungen und Fußgängerüberwege, 140 Querungshilfen und 98 Brücken – insgesamt etwa ein Drittel des Straßennetzes. „Für die übrigen zwei Drittel des Netzes ist keine Räumpflicht definiert – dort ist angemessenes Fahren gefordert“, sagt Sprecherin Zohl.

Neue Streuguthalle: Der Winterdienst nutzt dieses Jahr erstmals eine neue Streugutlagerhalle, die für 2,9 Millionen Euro in der Geithainer Straße 17 errichtet wurde und seit Ende November betriebsbereit ist (die LVZ berichtete). Statt 2500 Tonnen Salz können dort nun bis zu 6000 Tonnen gelagert werden. Doch der größte Vorteil ist: Leipzigs Streufahrzeuge müssen nicht mehr bis Böhlitz-Ehrenberg fahren, um Streusalz nachzuladen, sondern können das deutlich zentraler liegende neue Lager ansteuern und so Fahrzeiten reduzieren. „Auch das Befüllen geht mit der neuen Technik deutlich schneller als früher“, betont Sprecherin Zohl.

Salzverwendung: Anlieger dürfen zum Abstumpfen von Gehwegen in Leipzig keine auftauenden Streumittel wie Streusalz nutzen. Diese sind nur erlaubt, wenn besondere Witterungsbedingungen wie zum Beispiel Blitzeis herrschen und mit anderen Mitteln keine hinreichende Wirkung erzielt werden kann.

Splittbeseitigung: Leser Wolfgang Klein ist aufgefallen, dass Splitt oft „Wochen und Monate“ auf Fußwegen liegen bleibt. Er will wissen, wer das Streuwieder beseitigen muss. „Die Winterdienstsatzung legt fest, dass Streumittel auf Gehwegen unverzüglich zu entfernen sind, sobald nicht mehr mit Glätte zu rechnen ist“, stellt Zohl klar. Zuständig sind diejenigen, die das Streugut ausgebracht haben – also Leipzigs Winterdienst oder die angrenzenden Hauseigentümer.

Rufbereitschaft: Experten des Winterdienstes beobachten jetzt aufmerksam die Wetterprognosen. Am kommenden Wochenende wird es im Unternehmen wieder eine Rufbereitschaft geben, also eine ganze Zahl von Mitarbeitern, die bei einem erneuten Wintereinbruch alarmiert werden und dann die Streufahrzeuge besetzen. Wie viele Winterdienstler eingeteilt werden, hängt von der Wetterentwicklung ab. Heute wird die erste Einsatzstärke festgelegt.

Von Andreas Tappert

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