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Lokales FDP-Politiker: Nur mit Sozialwohnungsbau droht LWB die Pleite
Leipzig Lokales FDP-Politiker: Nur mit Sozialwohnungsbau droht LWB die Pleite
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08:30 20.10.2018
Am Wintergartenhochhaus baut die LWB derzeit Wohnungen und Apartments für ein Hotel.
Am Wintergartenhochhaus baut die LWB derzeit Wohnungen und Apartments für ein Hotel. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

FDP-Stadtrat René Hobusch hat die städtische Wohnungsgesellschaft LWB gegen Kritik der Grünen verteidigt. deren stadtentwicklungspolitischer Sprecher Tim Elschner hatte der LWB zuvor vorgeworfen, sie würde durch den Bau eines Apartmenthotels am Wintergartenhochhaus Geld, das für den sozialen Wohnungsbau dringend gebraucht würde, verplempern (die LVZ berichtete). „Eine LWB als Sozialwohnungsgesellschaft ist zur Pleite verdammt“, entgegnete Hobusch.

„Die LWB muss Gewinne erwirtschaften“

Die Grünen sehen durch das Hotelprojekt die Vorgaben an die LWB, die der Stadtrat mit den sogenannten Eigentümerzielen beschlossen hatte, verletzt. Dort stehe aber nicht nur, dass die LWB günstigen Wohnraum schaffen soll, sagte Hobusch. „Dort stehen auch Finanzziele. Heißt: Die LWB muss Gewinne erwirtschaften. Mit den Erträgen werden dann günstige Wohnungen querfinanziert. Anders geht es nicht, denn ein Neubau lässt sich heute nicht mehr mit Mieten unter zehn Euro nettokalt finanzieren.“ Angesichts der weiter steigenden Gästezahl könne daher ein Hotelbau, der gute Gewinne wirft, sinnvoll sein.

Nach den Worten von Hobusch stehe die LWB vor den gleichen Herausforderungen wie andere Immobilienunternehmen. Das seien steigende Baukosten und Löhne sowie fehlende Fachkräfte. „Wer angesichts dieser Situation moderate Mietsteigerungen im Bestand ablehnt und gewinnbringende Vorhaben schlecht redet, der bringt das Unternehmen nachhaltig in Gefahr“, warnte der FDP-Politiker.

Auftrag zum Bauprojekt stammt aus dem Jahr 2010

Die LWB erinnerten auch an die Genesis dieses Projektes. Mit der Bebauung des Wintergartenareals habe das Unternehmen im Auftrag seines Gesellschafters, der Stadt Leipzig, eine städtebauliche Aufgabe übernommen, hieß es. Das Tor zur Ostvorstadt sollte neu gestaltet werden und eine Initialzündung für die Entwicklung des Stadtteils sein.

Förderung des sozialen Wohnungsbaus erst seit 2017

2010 fand dazu ein städtebaulicher Wettbewerb statt, der den Rahmen für die Bebauung mit drei Gebäuden, darunter auch die neue LWB-Zentrale, vorsah. „Die gewerbliche Vermietung von Apartments durch Dritte ist Bestandteil der Gesamtkonzeption für die Bebauung der Fläche“, so eine Sprecherin der LWB. „Sie gewährleistet die Wirtschaftlichkeit des Projektes, in dessen Rahmen neben Gewerbeflächen in den Erdgeschossbereichen auch 58 Wohnungen entstanden sind. Bei diesem Projekt waren keine Sozialwohnungen geplant, da es zum Zeitpunkt der Entscheidung 2015 keinerlei Förderprogramme gab.“ Die stehen erst seit 2017 zur Verfügung und müssen jeweils vor Baubeginn beantragt werden. Derzeit habe die LWB rund 1000 Neubauwohnungen in Planung, wovon mehr als 30 Prozent auf den geförderten Wohnungsbau entfallen.

Planungen für LWB-Block in der Gerberstraße laufen

Nicht nachvollziehen kann die LWB die Grünen-Kritik, wonach die LWB die dringende Sanierung ihres Wohnbocks hinter dem Astoria-Hotel in der Gerberstraße weiter verzögere. Die Planungen für die Sanierung des Objektes laufen bereits, unabhängig von der Fertigstellung des Astoria, teilte das Unternehmen mit. Natürlich müsse man sich in den Bauabläufen abstimmen. „Außerdem ist es vorteilhaft, wenn mit Neuvermietung der Gerberstraße alle Baumaßnahmen im Wesentlichen abgeschlossen sind“, so die LWB.

Von Klaus Staeubert

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