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Lokales Wohnquartier am Leipziger Hauptbahnhof: Vertrag steht, Stadtrat entscheidet im Juni
Leipzig Lokales Wohnquartier am Leipziger Hauptbahnhof: Vertrag steht, Stadtrat entscheidet im Juni
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21:29 07.06.2019
So in etwa soll das Viertel am Hauptbahnhof aussehen. Für die einzelnen Gebäude steht die Gestaltung aber noch nicht fest. Dazu wird es Architektenwettbewerbe oder Mehrfachbeauftragungen von Büros geben. Quelle: RKW
Leipzig

Eigentlich sollten die Bagger schon in diesem Jahr auf der zwölf Hektar großen Brachfläche westlich vom Hauptbahnhof anrücken. Nun wird es wohl erst 2020 soweit sein, aber es geht vorwärts, versicherte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) am Freitag bei einer Pressekonferenz. Anlass war die Fertigstellung eines städtebaulichen Vertrages, den die Bremer Investoren für das neue Stadtquartier und die Kommune schon in wenigen Tagen unterschreiben wollen.

An den Bestandteilen des Masterplans (die LVZ berichtete) habe sich nicht mehr viel geändert. Doch viele Details – vor allem zur Finanzierung, Regenableitung in die Parthe, Umwelt- und Artenschutz oder der Verkehrserschließung seien durch das Vertragswerk nun klar geregelt, betonte sie.

Erste Ideen liegen schon zwölf Jahre zurück

Bekanntlich befand sich auf dem Areal, mit dessen Vermarktung der damalige Eigentümer Bahn AG 2007 begonnen hatte, ehedem der Thüringer Bahnhof. Richtig Schwung in die Sache kam erst 2016 – als die Firma Leipzig 1 GmbH von zwei Bremer Familienunternehmen die Flächen erwarb. Geplant ist nun Leipzigs erstes autoarmes Quartier mit 120.000 Quadratmetern Bruttogeschossflächen.

Davon soll ein Drittel für Gewerbe dienen, unter anderem auch ein 13-stöckiges Bürohaus entstehen. Zudem sind 700 Wohnungen, ein fünfzügiges Gymnasium samt Drei-Felder-Turnhalle, Sportplatz, Hotel, Kita und ein großzügiger Park mit einem Wasserplatz an der Parthe geplant.

30 Prozent Sozialwohnungen und Gymnasium

Der Entwurf des Bebauungsplans 323.2 sei inzwischen fertig, werde dem Stadtrat in diesem Monat zum Beschluss vorgelegt, erläuterte Dubrau. In dem städtebaulichen Vertrag, an dem rund ein Jahr lang getüftelt wurde, verpflichte sich der Investor unter anderem zu 30 Prozent Sozialwohnungen, zur Mitfinanzierung von 54 Plätzen in der künftigen Kita an der Kurt-Schumacher-Straße (insgesamt etwa 100 Plätze), zu einer Bewerbung um den Bau des Gymnasiums (die er bereits mit einem Leipziger Partnerunternehmen bei der Stadt eingereicht habe) beziehungsweise dazu, die benötigten Flächen zum Verkehrswert an die Kommune zu verkaufen, falls diese die Schule lieber selbst bauen will. Eröffnungstermin sei schon 2023/24.

Knackpunkt war Finanzierung neuer Kreuzung

Knackpunkt sei eine künftige Kreuzung plus Straßenbahn-Haltestelle an der Berliner Straße gewesen. Sie werde zur Erschließung von 80 Prozent des neuen Quartiers gebraucht. Die Stadt hätte ihren Bau auf absehbare Zeit nicht bezahlen können, sagte Dubrau.

Zu etwa zwei Drittel der Kosten stehe nun der Investor aus Bremen ein, der für die Verkehrserschließung 17 Millionen Euro an Bürgschaften bereitstelle. Das restliche Drittel übernehme der Investor für den Eutritzscher Freiladebahnhof nördlich der Berliner Straße.

Grünes Licht für 350-Millionen-Euro-Investition

Insgesamt habe die Kommune sehr gute, aber nicht ganz so gute Konditionen wie beim Eutritzscher Freiladebahnhof oder am Bayerischen Bahnhof herausgehandelt, wo das Modell der „Kooperativen Baulandentwicklung“ angewendet wird. „Unsere Rechtsposition war hier anders. Ohne Rechtsgrundlage kann ich nicht alles bis ins letzte Detail durchsetzen“, sagte Dubrau dazu.

Erfreulich sei, dass bei Zustimmung des Stadtrates nun alle großen Brocken für eine 350-Millionen-Euro-Investition aus dem Weg geräumt seien.

Von Jens Rometsch

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