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Lokales Worum geht es beim Streit zwischen RB Leipzig und der Stadt?
Leipzig Lokales Worum geht es beim Streit zwischen RB Leipzig und der Stadt?
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10:35 21.02.2020
Auf der Fläche vor der Red Bull Arena sollen ein Parkhaus, die RB-Geschäftsstelle und das Sportmuseum der Stadt Leipzig entstehen. Links: Die Reste des ehemaligen Schwimmstadions. Quelle: Kempner
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Leipzig

Um das geplante Parkhaus vor der Red Bull Arena in Leipzig ist ein Streit entbrannt. RB will das Gelände seit Langem von der Stadt kaufen, doch die machte jetzt vor dem Abschluss der Verhandlungen überraschend einen Rückzieher. Klub-Boss Oliver Mintzlaff wirft OBM Burkhard Jung (SPD) im LVZ-Interview wahltaktische Manöver vor. LVZ.de fasst zusammen, welche Interessen hier aufeinanderprallen.

Worum geht es?

Schon 2016 wollte die Stadt das Gelände gegenüber des RB-Stadions ausschreiben, damit ein privater Investor dort ein Parkhaus mit 1000 bis 1200 Plätzen errichten kann. Dazu gekommen ist es bis heute nicht. Aktuell wird die Fläche des ehemaligen Schwimmstadions, die vom Rest der alten Tribüne begrenzt wird, als Behelfsparkplatz „Arena 2“ genutzt. Außerdem steht dort ein Container, in dem Stadionbesucher Fanartikel von RB kaufen können. Im Zuge der Entwicklung des gesamten Stadionumfeldes, die unter dem Titel „Sportforum Leipzig“ läuft, will RB auf dem Areal ein Parkhaus, eine neue RB-Geschäftsstelle sowie das Sportmuseum der Stadt Leipzig ansiedeln. RB spricht von einem Investitionsvolumen von 50 Millionen Euro.

Was ist der Auslöser des Streits?

Die Grünen-Stadtratsfraktion hat schon im August 2018 unter der Überschrift „Kein Parkhaus auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions“ eine Initiative gestartet, deren Ziel die Verhinderung von neuen Stellflächen am Stadion ist. Das Parkhaus-Projekt stehe „in einem eklatanten Widerspruch, die notwendige Verkehrswende hin zu einer nachhaltigen Mobilität auch in Leipzig einzuleiten“, begründeten sie ihr Veto. Sie wollen stattdessen auf dem Gelände neue Schulhauskapazitäten schaffen. Deshalb soll das Grundstück im Besitz der Stadt bleiben.

Der Vorplatz des RB-Stadions wird derzeit als Parkfläche genutzt. Zudem steht dort ein Container, in dem Stadionbesucher Fanartikel von RB kaufen können (im Hintergrund). Quelle: Kempner

Welche Position nimmt das Rathaus ein?

Die Stadtverwaltung hat ihren Standpunkt im Januar dieses Jahres gegenüber dem Stadtrat schriftlich dargelegt. Sie stellt darin die wichtige Bedeutung von RB heraus: „Der Fußballverein RB Leipzig ist sehr erfolgreich in der Bundesliga, Teilnehmer der Champions League und liefert damit für die Stadt und die Region Leipzig den höchsten Mehrwert in Standortmarketing und Imagebildung.“ Zudem sei mit dem weiteren Wachstum von RB ein Anstieg der Mitarbeiterzahlen um 300 Personen bis zum Jahr 2030 zu erwarten. Nach den Worten von RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sei es in den Gesprächen mit der Stadt bis zum Ende des vergangenen Jahres um den Verkauf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions gegangen. Im Papier an den Stadtrat ist allerdings nur von einem Erbbaupachtrecht die Rede. Die Notwendigkeit weiterer Parkplätze wird hingegen unterstrichen.

Wie geht es weiter?

Die Grünen haben ihren Antrag zur Entwicklung des Stadionvorplatzes neu gefasst. Danach soll die Verwaltung dem Stadtrat bis Ende Juni 2021 einen Masterplan für das Sportforum vorlegen. Dieser müsse von zwei Prämissen ausgehen: Das Areal bleibt im Eigentum der Stadt Leipzig – und: Es wird kein Parkhaus gebaut, sondern eine „Tiefgarage für Kfz und Fahrräder“. Ob die dann aber rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft 2024 fertig wird, erscheint zweifelhaft. Denn die Bauplanungen könnten erst nach Verabschiedung des Masterplans beginnen. Zum Vergleich: Der Bau der Tiefgarage unter dem Augustusplatz hat rund drei Jahre gedauert. Die UEFA hatte die Vergabe von EM-Spielen nach Leipzig auch weitere Stellplätze gekoppelt.

Die CDU im Stadtrat hat am Donnerstag beantragt, das Grundstück an RB zu verkaufen, damit dort das Parkhaus bis zur EM 2024, die neue RB-Geschäftsstelle und das Sportmuseum errichtet werden können. Es sei „weder sinnvoll noch nützlich für die Stadt Leipzig, einen Verkauf des Grundstücks aus ideologischen Gründen auszuschließen“, heißt es in dem Antrag. In den vergangenen Jahren habe Leipzig häufig Grundstücke für große private Investitionen veräußert, so etwa an BMW, Porsche, Amazon oder jüngst Beiersdorf.

Eigentlich sollte der Stadtrat am kommenden Mittwoch über die Entwicklung des Stadionvorplatzes entscheiden. Das ist nun allerdings auf die Ratsversammlung im März verschoben.

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Von Klaus Staeubert

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