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Lokales Wurzeln in Leipzig: Lesben- und Schwulenverband feiert 30-Jähriges
Leipzig Lokales Wurzeln in Leipzig: Lesben- und Schwulenverband feiert 30-Jähriges
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14:01 16.02.2020
Für die Ehe für alle: Der Schwulenverband Leipzig bei einer Aktion vor dem Leipziger Standesamt im Jahr 1997. Quelle: LSVD Archiv
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Leipzig

Die Spezies „Besorgte Bürger“ gab es wohl schon immer. Auch im Vorfeld des 18. Februar 1990, als der „Schwulenverband in der DDR“ (SVD) seine Gründungsveranstaltung im damaligen Kulturhaus der Nationalen Front (naTo) feierte. „Wir bekamen damals Post von Leuten, die den Verfall der Gesellschaft beklagten, das Ende der Familien und das Aufkommen von Aids – Schuld daran waren natürlich die Schwulen“, berichtet naTo-Programmchef Torsten Hinger.

Seitdem hat sich nicht nur politische Struktur geändert, sondern auch die gesellschaftliche Haltung. Wenn der SVD, der im März 1999 zum Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) erweitert wurde, nun 30-jähriges Bestehen feiert, können die Mitglieder auch auf das Erreichen lange elementarer Ziele anstoßen. „Das Wichtigste ist, dass es seit 2017 das Recht auf Ehe für alle gibt“, sagt Axel Sack, der durch einen Text in der LVZ auf den Verband aufmerksam wurde und drei Wochen nach der Gründung Mitglied wurde.

„Hand in Hand zu gehen, das war riskant“

Sein Coming Out wagte der heute 58-Jährige während der Wendezeit. „In einer weltoffenen Stadt wie Leipzig war das weniger ein Problem als in einer eher ländlichen, konservativen Gegend“, bemerkt er. „Hand in Hand durch die Straßen zu gehen, das war damals allerdings auch hier riskant.“

Zu den Gründern vor 30 Jahren gehörten ostdeutsche schwule Bürgerrechtler wie der 2017 verstorbene Eduard Stapel. Schon am 23. Juni 1990 änderte man in Magdeburg den Namen in „Schwulenverband in Deutschland“ um. Akteure wie Volker Beck, der im damaligen westdeutschen „Bundesverband Homosexualität“ aktiv war, wurden für den Verband gewonnen.

Vorstandsmitglied des Landesverbandes: der Leipziger Axel Sack trat dem SVD 1990 bei. Quelle: privat

Zu den Meilensteinen der Überzeugungsarbeit gehörte die „Aktion Standesamt“ am 19. August 1992: Bundesweit bestellten 250 homosexuelle Paare unter großer medialer Aufmerksamkeit das Aufgebot und forderten somit die Öffnung der Ehe für alle. 1994 wurde der als „Schwulenparagraf“ bekannte Paragraf 175 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, der seit der Kaiserzeit Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminierte. Seit 2002 setzt sich der LSVD mit dem Projekt „Regenbogenfamilien“ für die Verbesserung der Situation von schwulen und lesbischen Eltern mit Kindern und Kinderwunsch ein.

Akzeptanz weiter festigen

„Wir haben eine Menge erreicht, vieles hat sich zum Positiven entwickelt“, betont Axel Sack, „nach wie vor gilt es aber, die Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft weiter zu festigen.“ Der Verband strebt außerdem die Ergänzung von Artikel 3 im Grundgesetz um das Merkmal der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sowie die Durchsetzung des Rechts auf geschlechtliche Selbstbestimmung an.

Nun aber wird erst einmal gefeiert – am 27. März und natürlich in der naTo. Mit negativer Post im Vorfeld rechnet Programmmacher Torsten Hinger nicht. „Gott sei Dank ist die heutige Gesellschaft im Großen und Ganzen viel weiter.“

www.lsvd.de

Von Mark Daniel

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