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Lokales Zeitgeschichtliches Forum Leipzig: So lebendig kann Geschichte sein
Leipzig Lokales Zeitgeschichtliches Forum Leipzig: So lebendig kann Geschichte sein
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18:16 06.10.2019
Beim Museumsfest konnten die Besucher über Ausstellungen und persönliche Gespräche in das Leipzig vor 30 Jahren eintauchen. Quelle: Christian Modla
Leipzig

Lebendiges Museum: Mit einem Programm für alle Generationen feierte das Zeitgeschichtliche Forum am Wochenende das 30. Jubiläum der friedlichen Revolution und das 20-jährige Bestehen des Dokumentations- und Informationszentrums.

Impro-Theater und Gespräche mit Bürgerrechtlern

Während die Jüngsten mit Teelichtern, Pergamentbögen und Holzstäben Laternen für das Lichtfest bastelten, begaben sich ältere Besucher auf unterhaltsame Zeitreise: Schauspieler der „Theaterturbine“ überzeugten mit einer Show zwischen Spaß und Tiefsinn. Der Inhalt wurde mittels Impro-Theater gemeinsam mit den Besuchern vor Ort entwickelt.

Trabi, Erzieherin, Ordnung oder auch Yoga lauteten die Stichworte der Zuschauer, worauf die Impro-Spieler Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft anschaulich machten. „Ich musste raus“ lautete die musikalische Lesung mit Ludwig Blochberger und Stefan Weinzierl. Im Gespräch „Gehen oder Bleiben“ verdeutlichten Autor Constantin Hoffmann und Bürgerrechtler Uwe Schwabe die Zerrissenheit mancher DDR-Bürger.

Fotodokumente zeigen Kontraste auf

Zeitgeschichte wird im „Forum“ stets auch mittels Dokumentarfotografie erzählt: Ein junger Anzugträger steht vorm Eingang der Treuhandanstalt, das Foto daneben zeigt das Porträt älterer Frauen, denen gekündigt wurde. Andere Bilder machen den Personalabbau der Buna AG, den Kampf der Kali-Kumpel von Bischofferode oder den Braunkohletagebau in der Leipziger Region zum Thema.

Kinder basteln beim Museumsfest. Quelle: Christian Modla

Weitere Zeit-Dokumente würdigen diejenigen, die 1989 auf die Straßen gegangen sind, um für Meinungs-, Presse- oder Reisefreiheit zu demonstrieren. Letztere war auch für Gertraude Michel entscheidend.

Die 93-Jährige war wohl die älteste Fest-Besucherin. Die Leipzigerin schaute sich die aktuelle Wechselausstellung „Purer Luxus“ – „Alles Gold, was glänzt?“ an. „Luxus war für mich, Weltreisen zu machen. Andere Landschaften, Menschen und Kulturen kennenzulernen“, erzählte Gertraude Michel. „Dass das Konto nie leer wird, wenn mal nicht so gute Zeiten kommen“, ist für Moritz (10) Luxus.

Das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig geht in seiner neuen Ausstellung der Frage nach, was für die Menschen in Deutschland seit 1945 Luxus war oder ist.

Museum will auch Antworten auf neue Herausforderungen finden

„Informieren, zur Meinungsbildung anregen – die Dauerausstellungen ,Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie’ und ,Zurück in die Zukunft – 30 Jahre friedliche Revolution’ helfen auch, Antworten auf die neuen Herausforderungen zu finden“, sagte Museums-Mitarbeiterin Kornelia Lobmeier. Etwa, dass „Demokratie nichts Gottgegebenes ist, sondern immer wieder neu ausgehandelt werden muss“.

Musikalischer Höhepunkt des Museumsfestes: Das Konzert „30 Jahre Mauerfall – Lieder aus Ost und West“. Studenten der Hochschule für Musik und Theater interpretierten Songs – mit Botschaften zwischen den Zeilen: „Wie ein Fischlein unterm Eis“, „Als ich fortging“ oder die Rockballade „Wind of Change“.

Improtheater mit der Theaterturbine beim Museumsfest. Quelle: Christian Modla

Von Ingrid Hildebrandt

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