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Lokales Zentrum für Regenerative Medizin und St. Georg erproben Bluttest für Neugeborene
Leipzig Lokales Zentrum für Regenerative Medizin und St. Georg erproben Bluttest für Neugeborene
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17:15 08.10.2012
Blick ins Labor des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig.
Blick ins Labor des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Dafür entwickelte das TRM einen neuartigen Bluttest, der jetzt in Kooperation mit dem ImmunDefektCentrum Leipzig (IDCL) des Klinikums St. Georg praktisch erprobt wird, teilte die Universität Leipzig am Montag mit.

Mit dem vom Gesundheitsministerium unterstützten Projekt „Screen-ID“ könne das reguläre Neugeborenen- Screening auf Stoffwechseldefekte ausgeweitet werden. Der Test ermöglicht laut TRM die Entdeckung einer Störung, bevor die Kinder lebensbedrohlich erkranken oder dauerhafte Schäden erleiden. Da sie während der Schwangerschaft die Leihimmunität der Mutter übertragen bekommen, wirken sie bei Geburt zunächst gesund, erklärte der Leipziger Kinderarzt Prof. Michael Borte. Erkrankte Kinder könnten die Erreger aber kaum oder gar nicht bekämpfen, so dass es zu schwersten Infektionen komme, wenn die Leihimmunität aufgebraucht sei.

„Schwere angeborene Immundefekte können unbehandelt schon im ersten Lebensjahr zum Tod führen“, erläuterte TRM-Forscher Stephan Borte vom TRM. Schätzungen gingen von einem betroffenen Kind auf 20 000 bis 30 000 Geburten aus. Noch würden Symptome oft verkannt oder seien vielen Ärzten nur ungenügend bekannt. „Nur wenn betroffene Kinder rechtzeitig entdeckt werden, also bevor sie lebensbedrohlich erkranken oder dauerhafte Schäden erleiden, haben wir bestmögliche Behandlungschancen“, sagte Mediziner Borte.

dpa