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Lokales „Artenschutz-Euro“ kommt hoch bedrohter Affenart zugute
Leipzig Lokales „Artenschutz-Euro“ kommt hoch bedrohter Affenart zugute
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12:27 26.02.2019
Der Zoo Leipzig übernimmt ein Artenschutzprojekt in Vietnam zum Schutz der Goldkopflanguren (Cat Ba Languren). Quelle: Neahga Leonard
Leipzig

Zum „Artenschutztag“ am 3. März kann der Leipziger Zoo ein neues Projekt verkünden: Zu Beginn des Jahres hat Leipzig die Verantwortung für den Schutz der Goldkopflanguren auf der Insel Cat Ba in der als Weltnaturerbe bekannten Halong Bucht in Nordvietnam übernommen. Der Vertrag mit den lokalen Behörden wurde für fünf Jahre geschlossen.

Wilderei gestoppt

Die Goldkopflanguren leben auf schroffen Felsen. Quelle: Neahga Leonard

Die blätterfressenden Affen leben dort in drei verschiedenen Gruppen in einem Nationalpark. Der gehört jedoch nicht nur den Tieren: Es gibt Dörfer, Straßen, einheimische Bevölkerung und Unmengen von Touristen. Vorrangig durch Wilderei hatte sich der Bestand der Goldkopflanguren in der Vergangenheit dramatisch reduziert. Die Affen wurden für Produkte der traditionellen Medizin geschlachtet, oder sie kamen auf den Tisch. Bereits im Jahr 2000 wurde deshalb ein Notprogramm zur Rettung dieser hoch bedrohten Art gestartet, die sonst vermutlich schon vom Globus verschwunden wäre. Durch zusätzliche Wildhüter, Rangerstationen und Aufklärungsarbeit konnte die Wilderei im wesentlichen gestoppt werden.

Ferngläser und ein Motorboot

Frank Oberwemmer, Referent für Artenschutz des Leipziger Zoos, war erst in der vergangenen Woche in Vietnam. Er hat den Mitarbeitern vor Ort 17 neue feuchtigkeitsfeste Ferngläser mitgenommen, damit die Affen besser beobachtet und überwacht werden können. Außerdem soll ein weiteres Motorboot angeschafft werden, denn die Tiere sind vor allem auf dem Wasserweg zu erreichen. Außerdem wird erwogen, eine der drei Gruppen umzusiedeln in ein Gebiet, wo es mehr Platz gibt.

Die Goldkopflanguren leben auf spitzen Felsen und können vom Boot aus gesichtet werden. Vorn Projektleiter Neahga Leonard, ein Amerikaner mit indianischen Wurzeln. Quelle: Zoo Leipzig

„Artenschutz-Euro“ beim Zoo-Eintritt

Pro Jahr überweist Leipzig 115 000 Euro an das Cat-Ba-Projekt – Geld, das letztlich die Zoobesucher mit ihrem freiwilligen „Artenschutz-Euro“ aufbringen. Auch der Allwetterzoo Münster und andere Partner beteiligen sich. Für den Zoo Leipzig, der jetzt die Projektleitung übernommen hat, wird es eines der größten Artenschutzprojekte „in situ“, das heißt vor Ort, im natürlichen Lebensraum.

 Das sind die schon bestehenden Artenschutzprojekte des Leipziger Zoos:  

Affenauffang- und Zuchtstation in Cuc Phuong, Vietnam. Das bislang größte Projekt des Leipziger Zoos ist nur rund 200 Kilometer von der Insel Cat Ba entfernt. In Käfigen leben 180 Tiere aus 15 verschiedenen Unterarten, die illegal gehalten und von Wildhütern beschlagnahmt wurden. Darunter sind auch sechs Goldkopflanguren. Der Leipziger Zoo hat 2013 die Gesamtverantwortung für die Station mit 30 Mitarbietern übernommen, stellt den verantwortlichen Tierpfleger und überweist jährlich ebenfalls 115 000 Euro.

Sabah-Nashorn auf Borneo (Malaysia): Der Leipziger Zoo unterstützt ein Projekt zur Rettung der am stärksten vom Aussterben bedrohten Nashornart auf der Erde mit jährlich 40 000 Euro.

Nasenfrösche in Chile: Im Mai feiert die Zuchtstation des Leipziger Zoos für den vom Aussterben bedrohten Nasenfrosch in Chile ihr zehnjähriges Bestehen. Mittlerweile wird auch der Vansulini-Frosch gezüchtet. Dafür kommen jedes Jahr 40 000 Euro aus Leipzig.

Schimpansen in Westafrika: Seit 2001 unterstützt der Zoo die Stiftung zur Rettung der letzten frei lebenden Schimpansen mit jährlich ebenfalls 40 000 Euro.

Von Kerstin Decker

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