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Lokales „Zu verschenken“: Hohe Geldbußen für Hausrat auf Leipziger Straßen möglich
Leipzig Lokales „Zu verschenken“: Hohe Geldbußen für Hausrat auf Leipziger Straßen möglich
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10:59 05.02.2019
Kisten mit Kleidung, gebrauchte Möbel, alte Bücher oder Teppiche, ausgediente Matratzen und aussortiertes Kinderspielzeug: In Leipzigs Straßen werden Sperrmüll-Jäger immer wieder fündig. Hier eine Couch in der Spittastraße.
Kisten mit Kleidung, gebrauchte Möbel, alte Bücher oder Teppiche, ausgediente Matratzen und aussortiertes Kinderspielzeug: In Leipzigs Straßen werden Sperrmüll-Jäger immer wieder fündig. Hier eine Couch in der Spittastraße. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Kisten mit Kleidung, gebrauchte Möbel, alte Bücher, ausgediente Matratzen und aussortiertes Kinderspielzeug: In Leipzigs Straßen werden Sperrmüll-Jäger immer wieder fündig.

Häufig hängt ein Zettel an den abgelegten Dingen, auf dem „zu Verschenken“ steht. Doch so einfach ist das nicht: Ohne Erlaubnis ist das Ablegen von Gegenständen auf der Straße eine Ordnungswidrigkeit. Sie werde mit einer Geldbuße von bis zu 500 Euro geahndet, teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig auf LVZ-Nachfrage mit.

240 000 Euro für Entsorgung illegaler Abfälle

Denn die Entsorgung illegaler Abfälle kommt der Stadt teuer zu stehen: 2017 lagen die Kosten bei etwa 240 000 Euro, sagt Susanne Zohl, Sprecherin der Stadtreinigung Leipzig. Es ist auch nicht erlaubt, Altkleider neben einen Sammelcontainer zu stellen. Die Kleider und Säcke verschlechterten das Stadtbild zudem werde Kleidung durch die Witterung beschädigt und kann nicht gespendet werden. Zohl verweist auf Online-Verschenkmarkt und Tauschmarkt der Stadtreinigung. Der Tauschmarkt findet regelmäßig im Foyer des Technischen Rathauses statt. Das ist längst nicht die einzige Möglichkeit Möbel oder Kleider loszuwerden. Auch Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser freuen sich über Spenden.

Die Diakonie Leipzig sammelt Schuhe, Kleider und Kinderspielzeug in Kleiderkammern in der Georg-Schumann-Straße sowie in der Nürnberger Straße. „Als Faustregel für Kleiderspenden gilt: Alles, was noch tragbar und sauber ist, kann gespendet werden“, erklärt Ariane Mohr vom Kreisverband Leipzig-Stadt des Deutschen Roten Kreuzes. Immer gefragt seien zudem Kinderspielzeug und Bücher für Kinder. Damit die Spenden unbeschadet bei dem neuen Besitzer ankommen, sollten die Vorbesitzer sie aber direkt bei der Kleiderkammer abgeben, empfiehlt Mohr. Kleider und Schuhe könnten auch in die Container geworfen werden.

Wertstoffhöfe kümmern sich um Sperrmüll

Die dort abgegebenen Spenden sorgen in der Regel für mehr Freude, als Hausrat, der auf dem Bürgersteig auf neue Besitzer wartet: Im Osten der Stadt etwa „untersagt“ ein Hausmeister per Zettel im Treppenhaus den Mietern, „nicht mehr gebrauchte Haushaltsgegenstände vor dem Haus zu verschenken“. Er habe fast alle angebotenen Gegenstände entsorgen müssen, begründet der Hausmeister das Verbot. Wenn die Dinge nach einer gewissen Zeit vom Schenker selbst weggeräumt würden, habe er kein Problem mit dem Angebot, führt er in der Hausmitteilung weiter aus.

Und für die alte Couch, welche so abgenutzt ist, dass sie besser auf dem Müll aufgehoben ist, gibt es in Leipzig 16 Wertstoffhöfe.Die meisten nehmen Sperrmüll wie Matratzen, Möbel, Teppiche und Kinderwagen kostenlos an. Bis zu vier Kubikmeter Sperrmüll holen Mitarbeiter der Stadtreinigung Leipzig gegen einen Preis von 21 Euro nach einer Terminvereinbarung vom Grundstück ab.

Von Theresa Held