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Lokales Zu viele neue Hotels in Leipzig – Auslastung sinkt
Leipzig Lokales Zu viele neue Hotels in Leipzig – Auslastung sinkt
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07:01 20.04.2019
Als nächstes öffnet im Mai ein Vier-Sterne-Hotel der spanischen Kette NH mit 197 Zimmern und sechs Tagungsräumen am Leipziger Burgplatz. Quelle: Entwurf: Christoph Kohl
Leipzig

Mit 286 000 Besuchern erzielte die Leipziger Buchmesse im März einen neuen Rekord. Trotz des Zuwachses um 15 000 Gäste konnten die Hoteliers in der Buchstadt aber nicht jubeln. Zwar gelang es ihnen, den durchschnittlichen Zimmerpreis beim wichtigsten Besuchermagneten des Jahres auf 139,20 Euro anzuheben (+1,5 Prozent). Doch die Zimmerauslastung an den Messetagen sank auf 80,3 Prozent (-4,1 Prozent). Der Erlös pro verfügbarem Zimmer in Leipzig ging damit um 2,6 Prozent zurück. Das haben die Branchendienste Fairmas und STR ermittelt.

2000 Leipziger Wohnungen bei Airbnb gelistet

Dass die Zimmerauslastung auch über das Gesamtjahr gesunken ist, liegt nicht nur an den 2000 Leipziger Wohnungen, die bei Airbnb angeboten werden. „Zwei Drittel davon sind ganze Wohnungen, also nicht nur ein Zimmer“, erklärte jetzt Maximilian Paul von Christie & Co beim Kongress Real Estate Mitteldeutschland.

Für zwölf weitere Herbergen an neun Standorten laufen in Leipzig derzeit Arbeiten. Allein bei den hier folgenden Projekten kommen schon bald mehr als 2300 Zimmer hinzu.

Laut dem Fachmann für Hotel-Immobilien ist die hiesige Zahl der Herbergsbetten von 2014 bis 2018 um etwa zwölf Prozent auf 18 400 gestiegen, die Zahl der Übernachtungen im selben Zeitraum aber nur um 6,5 Prozent auf 3,3 Millionen. Erstmals seit langer Zeit wüchsen die Aufnahmekapazitäten viel schneller als die Nachfrage. „Das ist erstaunlich, weil Leipzig eigentlich eine ausgezeichnete Entwicklung beim Tourismus nimmt.“

Zahl der Übernachtungen fast verdreifacht

Gewiss spiele Dresden mit 4,6 Millionen Übernachtungen und 23 100 Gästebetten noch immer in einer anderen Liga. Doch in der Landeshauptstadt habe die Beherbergungsnachfrage in den vergangenen 20 Jahren lediglich um 135 Prozent zugelegt – in Leipzig hingegen um 194 Prozent, was fast einer Verdreifachung entspricht. Von einem solch hohen Interesse der Touristen könnten andere mitteldeutsche Städte wie Erfurt (+99 Prozent), Halle (+79) oder Magdeburg (+75) nur träumen.

Zwölf weitere Herbergen an neun Standorten

Dennoch: Nachdem in Leipzig zuletzt 1640 Zimmer dazukamen (und noch weit mehr Betten), fiel die Gesamtauslastung stadtweit im Vorjahr um 2,1 Prozent. Fairmas und STR kamen auf eine durchschnittliche Belegung von knapp 70 Prozent. Schon 2017 habe es erstmals Rückgänge gegeben, berichtete der Christie-Fachmann. Seitdem haben ein Motel-One und die Felix-Suiten in der Hauptpost am Augustusplatz eröffnet, am Brühl das Adina, Vienna House und Meininger, ebenso das Travel 24-Hotel am Goerdelerring, ein Loginn by Achat an der Messe sowie ein 7Days Premium am Flughafen; nicht zu vergessen das kleine Inklusionshotel Philippus in Lindenau.

Kleine Privathotels nur noch bei 25 Prozent

Da aktuell in Leipzig noch ein Dutzend Herbergen an neun Standorten im Bau sind (siehe Fotos auf dieser Seite), werde „die nahe Zukunft nicht einfach für die Hoteliers“, warnte Paul. Allein bei den Projekten, an denen schon gebaut wird, seien mehr als 2300 Zimmer geplant.

Die Fassade des neuen NH-Hotels am Burgplatz zieren fünf Figuren der Leipziger Disputation, die sich im Juni und Juli 2019 zum 500. Mal jährt. Konkret sind es Johannes Eck, Georg von Sachsen und Martin Luther (untere Reihe von links) sowie der Universitätsprofessor Petrus Schade Mosellanus (obere Reihe links) und Rektor Langius Lembergius (oberere Reihe rechts). Auf Wunsch der Schweizer Eigentümer des Petersbogens kam der französisch-schweizerische Reformator Johannes Calvin hinzu (obere Reihe Mitte). Quelle: Entwurf: Christoph Kohl

Der Anteil der großen Ketten steige in Leipzig immer weiter, sagte der Christie-Experte. Marktführer sei zurzeit Motel-One mit 980 Zimmern, gefolgt von Marriott/Starwood mit 760 und der Accor-Gruppe mit 630. „Die kleinen Privathotels haben nur noch etwa 25 Prozent Marktanteil.“ Weil der durchschnittliche Zimmerpreis in Leipzig (mit 79,50 Euro im Jahr 2018) nach wie vor extrem niedrig liegt, bleibe den Kleinen aktuell kaum Luft zum Atmen. „Längerfristig erwarten wir, dass die Übernachtungszahlen wieder schneller steigen als der Zubau an weiteren Betten“, malte er einen Hoffnungsschimmer.

Edler Fürstenhof für 17 Millionen Euro verkauft

Zum Beispiel habe das kleine Schlosshotel Breitenfeld mit 75 Zimmern unlängst Investoren aus Berlin gefunden, die es für 2,5 Millionen Euro erwarben. Die Fünf-Sterne-Herberge Fürstenhof (90 Zimmer) wechselte nach seinen Angaben im vergangenen Herbst für 17 Millionen Euro den Besitzer.

Leere Betten auch zum Wave-Gotik-Treffen

„Schon 2017 waren erstmals sowohl zur Buchmesse als auch Pfingsten zum Wave-Gotik-Treffen einige Zimmer frei“, bestätigte Leipzigs Dehoga-Geschäftsführer Holm Retsch den Trend. „Alle, die jetzt noch weitere Hotel-Baupläne in den Schubladen haben, sollten sich das genau überlegen.“ Indessen berichtete Wilhelm Andreas Büscher vom Lebendigen Haus in der Hauptpost, dass die neuen Felix-Suiten sehr gut gebucht seien. „Die Auslastung beträgt jetzt schon 80 Prozent. Wir vermieten 170 Zimmer auf Drei-Sterne-Niveau zu 60 Euro netto pro Nacht und 150 Suiten auf Fünf-Sterne-Niveau zu 100 Euro. Das liegt alles nur geringfügig unter unserem Lebendigen Haus in Dresden.“

Von Jens Rometsch

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