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Lokales Zusammen angelt es sich besser als allein
Leipzig Lokales Zusammen angelt es sich besser als allein
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11:01 18.04.2019
Ein schlagkräftiges Team: Geschäftsführer Friedrich Richter (l.) und Vize Matthias Kopp in der Leipziger Fischwelt, die der Verband in Engelsdorf schuf. Quelle: Jörg ter Vehn
Leipzig

So sehen Erfolgsgeschichten aus: Seit sich vor genau zehn Jahren zwei damals im Großraum Leipzig rivalisierende Verbände zum Anglerverband Leipzig zusammenschlossen, hat die Zahl ihrer Mitglieder, ihrer Mitarbeiter und ihrer Seen deutlich zugenommen. Dabei sind die beiden Streithähne von damals immer noch an Bord – inzwischen aber ein schlagkräftiges Team.

„Er ist der Praktiker, ich bin eher der Politiker“, sagt Friedrich Richter über Matthias Kopp. Richter ist als Geschäftsführer des Verbandes mit Ämtern, Bürgermeistern, Landräten und als Präsident des Verbandes Sächsischer Angler auch mit Landespolitikern in Dresden im Gespräch. Kopp hingegen ist als diplomierter Fischereiingenieur als Vize und Vorstand für Gewässerfragen zuständig.

Vor der Fusion waren sie jeweils Chef einer der beiden Verbände. Unter denen waren die Seen, Teiche und Flüsse in und um Leipzig aufgeteilt, nicht immer ganz logisch zudem. Folge: Angler mussten sich vor dem Gang ans Gewässer immer erst schlau machen, bei welchem Verband sie sich die Erlaubnis einholen mussten. „Früher haben wir uns bekriegt“, schmunzelt Richter frei heraus. „Heute denke ich, wir haben mit der Hochzeit vieles richtig gemacht.“

Mehr Mitglieder

210 Vereine im Gebiet des früheren Regierungsbezirkes Leipzig, von Nordsachen bis zum Altkreis Döbeln, gehören inzwischen zum Anglerverband Leipzig. Die Mitgliederzahl ist von damals gut 10 000 auf 13 781 gestiegen, „erfreulich dabei, dass sich auch die Zahl der jugendlichen Mitglieder von 980 auf 1647 erhöht hat“, konstatiert Richter.

Sieben hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich inzwischen um die 320 Gewässer des Verbandes, „vom Mini-Dorfteich bis zu den großen Tagebaugewässern ist alles dabei“, so der Geschäftsführer. Der Bestand habe sich in den letzten zehn Jahren um fast ein Drittel von 6130 Hektar auf über 8438 erhöht, 542 Hektar davon seien sogar im Eigentum des Verbandes. „Unser Haushalt umfasst rund 1,5 Millionen Euro im Jahr“, sagt Richter. „Wir sind schon ein kleines mittelständisches Unternehmen.“

Leipziger Fischwelt fasziniert

In der Villa der ehemaligen Wellpappenfabrik Engelsdorf richtete sich der Verband ein, baute in einer anschließenden Fabrikhalle das Bildungs- und Informationszentrum Leipziger Fischwelt auf – ein interaktives Museum mit hohem Schauwert, tausenden Exponaten, einem begehbaren Aquarium, einem eigenen Klassenraum und unendlich viel Herzblut fürs Angeln und Fischen. „Matthias Kopp hat das alles konzipiert“, sagt Richter und zieht dabei den Hut.

In dieser Woche sei jeden Tag eine Klasse zu Besuch. „Ich glaube, wir werden demnächst noch einen eigenen Pädagogen einstellen“, denkt Richter laut. „Wenn wir von irgendwo Fördergelder dafür bekommen.“

Große Pläne mit den Tagebauseen

An den Tagebaugewässern hat der Verband noch einiges vor. In Kürze werde der Bootssteg der Angler am Störmthaler See eröffnet, für den Zwenkauer See soll demnächst ein Schwimmsteg beantragt werden. Dort sei auch ein eigenes Gebäude samt Fischverkauf vorgesehen, erzählt Richter. Ähnliches plant der Verband auch am Markkleeberger See nahe der Schleuse zum Störmthaler See.

Die Mischung aus Politik und Praxis im Verband wirkt bis nach Dresden. So wird derzeit in der Landeshauptstadt eine neue Verordnung vorbereitet, an der auch Richter und Kopp und ihre jahrzehntelangen Erfahrungen bei Teichsanierungen mitgewirkt haben. Derzeit, so Richter, sei selbst der Röhricht von den Teichen als teurer Abfall zu entsorgen, der Schlamm sowieso. Künftig sollen dies deutlich vereinfacht werden, das Sanieren damit deutlich günstiger werden, hofft er.

Von Jörg ter Vehn

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