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Lokales Zweite Miete in Leipzig sehr teuer
Leipzig Lokales Zweite Miete in Leipzig sehr teuer
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10:24 11.01.2019
Den noch vergleichsweise günstigen Kaltmieten in Leipzig stehen hohe Betriebskosten für die Wohnung gegenüber. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die sogenannte zweite Miete ist in Leipzig ziemlich teuer. Das geht aus einer Vergleichsstudie hervor, die der Eigentümerverband Haus & Grund gestern veröffentlicht hat. Im Auftrag des Verbandes untersuchte das in Köln ansässige Institut der deutschen Wirtschaft, wie hoch die Kosten für Abwasser, Müllabfuhr und Grundsteuer in den 100 größten deutschen Städten liegen. Ergebnis: In Regensburg werden die Bürger am wenigsten belastet. Dort muss eine vierköpfige Familie pro Jahr im Durchschnitt 857 Euro für diese drei Positionen auf der Betriebskostenabrechnung hinblättern. Leipzig kam auf Platz 68. Hier bezahlt die vierköpfige Familie bei gleicher Wohnung und Verbrauch 1289 Euro – also 432 Euro mehr.

Wenig tröstlich dürfte dabei sein, dass Dresden mit 1324 Euro (Platz 69) noch schlechter abschnitt. In Zwickau werden 1404 Euro fällig (Platz 71). Beim Schlusslicht Leverkusen ist die zweite Miete mit 1981 Euro mehr als doppelt so teuer wie in der malerischen Dom-Stadt Regensburg.

Höchste Grundsteuer in ganz Mitteldeutschland

„Die Studie zeigt, dass es in anderen Städten besser geht“, sagte Eric Lindner, Geschäftsführer von Haus & Grund Leipzig. Zum Beispiel sei Chemnitz mit 1250 Euro auf einem passablen 39. Platz gelandet. Über die Höhe der Belastung durch die drei Positionen entscheide die jeweilige Kommune. „Im Einzelranking der Grundsteuer liegt Leipzig auf dem traurigen Platz 83 von hundert vergleichbaren Städten. Das Rathaus greift hier Mietern und Eigentümern gleichermaßen tief in die Tasche.“ Tatsächlich gönnt sich Leipzig seit 2011 den höchsten Grundsteuer-B-Hebesatz in ganz Mitteldeutschland. In der Folge berappt die vierköpfige Familie hier dafür jährlich 551 Euro. Dieser Betrag fließt über die Betriebskostenabrechnung in die Rathaus-Kasse, haben zumindest die Kölner Wissenschaftler so errechnet. Laut dem gültigen Leipziger Betriebskostenspiegel, der allerdings noch von 2014 stammt, muss jeder Haushalt pro Quadratmeter und Monat zwischen 13 und 21 Cent für die Grundsteuer aufbringen. Der Wert schwanke – abhängig von Lage und Art des dazugehörigen Grundstücks.

Bei Müllgebühren auf traurigem Platz 79

Ähnlich trüb sehe es bei den Müllgebühren aus, erklärte Lindner weiter. „Da kommt Chemnitz auf den zweiten Platz, Dresden auf Platz 67 und Leipzig auf Platz 79.“ Real koste die vierköpfige Familie in Chemnitz ein Müll-Vollservice (Leerung einmal pro Woche) 165,80 Euro pro Jahr. In Leipzig seien es aber 477,29 Euro.

Allein beim Abwasser steche die Messestadt mit Platz 18 positiv hervor. 385,46 Euro koste das die vierköpfige Familie pro Jahr an der Pleiße. In Dresden seien es 478,40 Euro, in Chemnitz gar 619,07 Euro.

Kommune solle sich selbst ehrlich prüfen

„Es geht nicht an, bei den Wohnkosten in Leipzig immer nur auf die Kaltmiete und damit auf die Vermieter zu blicken“, sagte Linder. „Auch die Kommune sollte sich mal selbst an die Nase fassen und ehrlich prüfen, warum Mieter und Wohnungseigentümer in anderen Städten viel weniger zur Kasse gebeten werden.“

Die größte Gefahr für Mieter rühre aus den ständig steigenden Betriebskosten – auch für Heizung, Gas und Strom. Das hatte Axel Viehweger, Chef des Verbandes Sächsischer Wohnungsgenossenschaften, erst am Mittwoch bei einem Empfang in Leipzig erklärt. „Noch 2019 starten wir deshalb gemeinsam mit dem Freistaat ein erstes Projekt in Freital, bei dem durch kleine Eingriffe im Haus und Formen der Eigenerzeugung die Nebenkosten erheblich gesenkt werden sollen.“

Mieterverein sieht Hauptproblem woanders

Hingegen erklärte Anke Matejka vom Leipziger Mieterverein gestern, seit etwa vier Jahren würden die Kaltmieten in der Messestadt weit stärker zulegen als die Betriebskosten. „Es gibt natürlich immer Schwankungen bei den Heizkosten. Auffällig gestiegen sind zuletzt die Umlagen für Hausmeister und andere Dienstleister wie Grünpfleger – eine Folge des berechtigten Mindestlohns in diesem Bereich.“

Die Stadt Leipzig wolle im März oder April einen neuen Betriebskostenspiegel vorlegen, kündigte Tom Hübner vom Sozialamt an. „Wenn man die Heizkosten mit berücksichtigt, steht Leipzig im bundesweiten Vergleich der Gesamtbetriebskosten sicher nicht schlecht da“, meinte er. Grund dafür sei, dass hier nach der Wende fast alle Häuser saniert wurden. „Daher sind die Dämmwerte ausgezeichnet und der Energieverbrauch geringer.“

Von Jens Rometsch

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