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Polizeiticker Leipzig 2017 weiterhin lange Wartezeiten bis zum Eintreffen der Leipziger Polizei
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig 2017 weiterhin lange Wartezeiten bis zum Eintreffen der Leipziger Polizei
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15:52 20.04.2017
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Archivfoto  Quelle: dpa
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Leipzig

Wer nach einem Unfall oder einer Straftat in Leipzig auf die Polizei wartet, muss sich mitunter viel Zeit nehmen. Daran hat sich auch 2017 bisher nichts geändert. In vielen Fällen ist die Polizei nach einem Notruf zwar innerhalb von 15 bis 30 Minuten vor Ort, häufig dauert es aber auch deutlich länger – unter Umständen mehr als zwei Stunden. Das geht aus aktuellen Daten von Innenminister Marcus Ulbig (CDU) hervor, die auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Enrico Stange (Linke) veröffentlicht wurden. Der Linkspolitiker wollte dabei konkret wissen, wie die Eintreffzeiten am 11. Januar und 11. März 2017 in den Polizeirevieren Leipzig-Zentrum und Leipzig-Südwest waren.

Vor allem der 11. Januar scheint dabei ein sehr intensiver Tag für die Beamten gewesen zu sein: In der City dauerte es bei 43 registrierten Fällen durchschnittlich 86 Minuten, bis zwei oder mehr Polizisten zum Hilferuf geeilt waren. Spitzenreiter an diesem Tag im Polizeirevier Mitte war ein nicht näher genanntes Vorkommnis um 10:25 Uhr, bei dem es sogar bis 18:06 dauerte, ehe zwei Beamte sich der Sache vor Ort annehmen konnten.

Gefahrenabwehr geht schneller

Am selben Tag im Polizeirevier Leipzig-Südwest lag die durchschnittliche Eintreffzeit am Tatort bei 31 Minuten. Vor allem zwei Eigentumsdelikte am Vormittag, zu denen die Beamten erst eineinhalb Stunden nach Eingang der Meldung eilen konnten, sind hier die negativen Ausreißer. Bei Vorfällen in der Kategorie Gefahrenabwehr ist die Polizei dagegen meist deutlich schneller am Tatort – in der Regel innerhalb von 15 bis 30 Minuten.

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Dass die Zahlen aus dem Januar keine Extremfälle sind, zeigen auch die zwei Monate später an selber Stelle registrierten Angaben. Am 11. März dauerte es im Südwesten durchschnittlich mehr als 37 Minuten, ehe ein Beamter am Tatort sein konnte, bei nicht weniger als 53 Einsätzen. Im Leipziger Zentrum waren es an diesem Tag durchschnittlich zehn Minuten weniger – im Einzelfall dauerte das Warten auf Hilfe aber auch eineinhalb Stunden.

Leipziger Polizei soll aufgestockt werden

Gründe für die weiterhin schwierige Situation liegen in der noch anhaltend dünnen Personaldecke in den Revieren. Seit 2012 wurden auf Geheiß des Innenministers sachsenweit 362 Stellen gestrichen. Mit dem Personalabbau gingen auch Einschnitte bei Verkehrskontrollen, Tempomessungen und ein wachsender Aktenberg einher. Mit jeder neuen Schicht müssen liegen gebliebene Fälle der Vorgänger übernommen werden.

Nach Angaben von Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz soll sich die Personalsituation in den kommenden Monaten bei der hiesigen Behörde aber wieder verbessern: „Die Entscheidung der Politik, den Stellenabbau zu stoppen und den Polizeivollzugsdienst künftig wieder personell stärker auszustatten, war mithin absolut richtig und es dürfte selbstverständlich sein, die Personalmehrung primär dort durchzuführen, wo die Belastung in Qualität und Quantität am höchsten ist“, sagte Merbitz im Zug der vorgestellten Kriminalstatistik Anfang April.

Von Matthias Puppe