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Polizeiticker Leipzig 33-Jähriger hasst sich selbst – fünf Kinder in Leipzig missbraucht
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig 33-Jähriger hasst sich selbst – fünf Kinder in Leipzig missbraucht
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18:41 01.02.2018
Andy S. verbirgt sein Gesicht, Verteidiger Malte Heise gibt eine Erklärung für ihn ab. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

„Mein Mandant empfindet Hass auf sich selbst“, so Verteidiger Malte Heise. Am Landgericht verlas der Anwalt am Donnerstag eine Erklärung mit dem Geständnis des 33-jährigen Angeklagten Andy S., der im Herbst 2016 vor allem an Leipziger Schulen Angst und Schrecken verursacht hatte. Der Informationstechniker gab nunmehr nicht nur den brutalen Übergriff auf ein Mädchen (10) während ihres Schulweges in Mockau zu, sondern auch den schweren sexuellen Missbrauch von weiteren vier Kindern, fünf bis acht Jahre alt. Zu gestehen – das sei das einzige, was er jetzt noch für die Opfer tun könne, hieß es in der Erklärung weiter.

Der massive Angriff auf die Schülerin am 27. Oktober 2016 hatte für blankes Entsetzen gesorgt. Kurz nach 7 Uhr hatte sie der Täter an der Friedrichshafner Straße/Bochumer Straße in ein Gebüsch gezerrt, sich an ihr vergangen und sie bedroht. „Sie war ein Zufallsopfer“, so Anwalt Heise. Auf seinem Weg zur Arbeit per Fahrrad habe Andy S. wie „bei einem Tunnelblick“ nur noch das Kind gesehen. Nach Aktenlage hatte das Mädchen mit Armen und Beinen gestrampelt, mit einem Regenschirm auf ihren Peiniger eingeschlagen. „Das kann möglich sein, ich habe keine Erinnerung daran“, erklärte Andy S. auf entsprechende Fragen von Oberstaatsanwältin Heike Poganiatz. Auf den Vorsitzenden Richter Norbert Göbel wirkte der Angeklagte im Gerichtssaal „relativ gefasst“. Er komme „cool rüber“, meinte Göbel. „Sie wissen ja nicht, wie es in mir aussieht. Ich bin völlig aufgelöst“, entgegnete der 33-Jährige, der seine Berufsausbildung bei der Bundeswehr gemacht hatte.

Nach dem Übergriff auf die Zehnjährige kamen die Ermittler Andy S. letztlich aufgrund eines Abgleichs in der DNA-Datenbank auf die Spur. Sein Spurenprofil war dort wegen vielfachen Kindesmissbrauchs gespeichert worden. Im März 2008 hatte ihn das Landgericht Zwickau zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Entlassen wurde er 2013.

Und erneut verhaftet am 23. Juni 2017 in Leipzig. Daraufhin kam auch ans Licht, dass er bereits ab Ende 2015 die kleine Tochter seiner Lebenspartnerin missbraucht hat. Nach dem Aus suchte er sich Ende 2016 eine andere Frau mit zwei süßen Töchtern, denen er immer wieder an die Wäsche ging. Zuvor hatte er auch noch den Sohn einer Bekannten gezwungen, sich Mädchensachen anzuziehen und dem Jungen schweres Leid zugefügt.

Aufgrund des weitgehenden Geständnisses (49 von 67 Fällen gab Andy S. zu; 18 Verfahren wurden eingestellt) mussten die Kinder nicht vor Gericht aussagen. Die Opfer haben die Übergriffe unterschiedlich verkraftet. Die mittlerweile zwölfjährige Gymnasiastin sei „genauso fröhlich wie zuvor“, so der alleinerziehende Vater. Der Vorfall auf dem Schulweg belaste sie, aber: „Sie schließt sich nicht ein und weint. Sie ist hart im Nehmen.“ Zwei weiteren Opfern geht es ihren Müttern zufolge relativ gut, der Junge und ein Mädchen hätten schwer unter den Folgen – Aggressionen, Wut, Angst – zu leiden.

Nächsten Dienstag wird das Urteil erwartet. Andy S. droht eine lange Haftstrafe sowie Sicherungsverwahrung und damit sein lebenslanges Wegsperren.

Von Sabine Kreuz

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