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Polizeiticker Leipzig Fliegerbombe entschärft: A 72 bei Rötha nach zwei Stunden Sperrung frei
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A 72 bei Leipzig wegen Bombe gesperrt 

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17:24 29.07.2021
Nördlich von Espenhain wird derzeit die Bundesstraße 95 zurückgebaut. Die Straße ist hier gesperrt. Wegen eines Bombenfundes sicherte die Polizei am Donnerstag zusätzlich die Absperrung.
Nördlich von Espenhain wird derzeit die Bundesstraße 95 zurückgebaut. Die Straße ist hier gesperrt. Wegen eines Bombenfundes sicherte die Polizei am Donnerstag zusätzlich die Absperrung. Quelle: Jens Paul Taubert
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Rötha

Eine Sperrung der Autobahn 72 im Landkreis Leipzig ist nach rund zwei Stunden wieder aufgehoben worden. Bei Bauarbeiten in der Nähe von Rötha war am Donnerstagvormittag eine Bombe gefunden worden. Die Sperrung galt ab der Abfahrt Kitzscher, wie die Polizei mitteilte. Auch die Bundesstraße 95 bei Rötha durfte für rund zwei Stunden nicht mehr befahren werden.

Der Sprengkörper war zwischen Espenhain und Rötha gefunden worden. Dort lässt die Autobahn GmbH gerade die Bundesstraße 95 zurückbauen. Das erfolgt auf der gesamten Strecke zwischen Borna und Rötha im Anschluss an den Bau der A 72. Die bislang vierspurige Bundesstraße wird auf zwei Fahrspuren und einen daneben verlaufenden Radweg zurückgebaut.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei entschärfte bei Rötha eine amerikanische Fliegerbombe (Symbolbild). Quelle: Swen Pförtner

Zwischen der Tankstelle am nördlichen Ende von Espenhain und der A-72-Anschlussstelle Rötha (aktuell heißt die Espenhain-Nord) lag die 75 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg offenbar unter der Fahrbahn oder dem Gelände daneben. Einem Baggerfahrer, der hier Erdreich abtrug, bescherte das Kriegs-Fossil einen Schreckmoment: Er entdeckte den zunächst unbekannten Gegenstand, als der bereits in der Baggerschaufel lag.

Evakuierungen nicht erforderlich

Das geschah am Donnerstagvormittag gegen 8 Uhr. Die Baustellenleitung informierte umgehend die Polizei. Die ließ ihren eigenen Kampfmittelbeseitigungsdienst kommen und sperrte das Gebiet ab. Der Sperrkreis wurde mehrere 100 Meter um den Fundort gezogen. Damit, erfuhr die LVZ vom Einsatzleiter der Polizei, seien keinerlei Evakuierungen nötig gewesen, weil die Bombe weit genug von bewohntem Gebiet entfernt lag.

Die Straße zwischen Espenhain und Rötha ist wegen der Baustelle derzeit ohnehin gesperrt. Fahrzeuge kommen hier aus Espenhain nur bis zur Tankstelle, die ebenfalls nicht evakuiert werden musste, wie der Einsatzleiter der Polizei der LVZ sagte. Auch in Espenhain floss der Verkehr nahezu ungehindert weiter. Die Verbindung von der B 95 über die Staatsstraße 242 in Richtung Mölbis und Störmthal blieb offen.

Es habe da kurzzeitig einen Stau gegeben, berichtete Gastwirt Peter Petters, dessen Gaststätte sich in unmittelbarer Nähe des Abzweiges befindet. Wenig später sei der Verkehr wieder gerollt. Gesperrt wurden nur die Autobahn und nördlich der Fundstelle die B 95.

Bombenfunde in der Gegend nicht ungewöhnlich

In Richtung Leipzig ging es an der Anschlussstelle Kitzscher nicht weiter, in der Gegenrichtung war die B 95 ab der Anschlussstelle Rötha gesperrt. Hier durfte auch niemand in südlicher Richtung auffahren. Aus Sicht der Polizei handelte es sich um einen unspektakulären Vorgang, der reibungslos vonstatten gegangen sei. Der Einsatzleiter lobte die Zusammenarbeit mit der Baufirma. Nach der Entschärfung der Bombe wurden die Sperrungen kurz vor 13 Uhr aufgehoben.

Bombenfunde sind südlich von Leipzig in der Gegend um Rötha, Böhlen, Lippendorf und Espenhain nichts Ungewöhnliches. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren die hier befindlichen Industrieanlagen Ziel von Bombenangriffen der Alliierten im Kampf gegen Nazideutschland. Vor dem Bau der A 72 ist bei Rötha intensiv nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht worden. Im Tagebau Vereinigtes Schleenhain wurden schon mehrere gefunden.

Von André Neumann