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Polizeiticker Leipzig Allianz abgezockt – Ex-Schadenregulierer schweigt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Allianz abgezockt – Ex-Schadenregulierer schweigt
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18:20 19.02.2019
Landgericht Leipzig. Quelle: Jan Woitas/dpa
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Leipzig

Im Fall eines groß angelegten Versicherungsbetruges hüllen sich die Beschuldigten weiter in Schweigen. Ein früherer Mitarbeiter der Allianz muss sich derzeit in einem Mammutprozess vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Der langjährige Schadenregulierer Alexander N. (55) soll die Versicherung zwischen 2007 und 2009 um etwa 1,4 Million Euro geprellt haben. Den Angaben von Landgerichtssprecher Jens Hebert zufolge lastete die Staatsanwaltschaft dem Mann zunächst 56 Fälle der Untreue an. Nach der Verfahrenseinstellung zu 14 Fällen steht die Veruntreuung von knapp einer Million Euro zur Debatte.

Prozessfortsetzung am 5. März

Mit Unterstützung des Mitangeklagten Thomas G. (45), dem einige Beihilfe-Handlungen zur Last gelegt werden, soll der Schadengutachter im Außendienst gemeinsame Sache mit diversen Versicherungsnehmern in Leipzig und Umgebung gemacht haben. Mit ihrem Wissen täuschte er – so der Vorwurf – vornehmlich Wasserschäden in deren Anwesen vor und stellte Schecks zur Reparatur aus. Die unrechtmäßig erlangten Beträge habe man sich dann geteilt, wobei Alexander N. „in unterschiedlichem Umfang an den Zahlungen partizipierte“, sagte der Gerichtssprecher.

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Des Weiteren gehen die Ermittler davon aus, dass auch in alten Häusern, die sowieso vor der Rekonstruktion standen, bewusst Schäden verursacht wurden, um abkassieren zu können. Zudem sollen tatsächliche Fälle aufgebauscht worden sein. Während Thomas G. „Versicherungsnehmer vermittelte“, so Hebert, sollen an dem betrügerischen Netzwerk auch einige Handwerker beteiligt gewesen sein. Die 6. Strafkammer hat bereits Verhandlungstermine bis 25. Juni anberaumt. Am 5. März sollen die nächsten Zeugen angehört werden. Am Dienstag wurden mehrere Schriftstücke verlesen.

Anzeige stammt von 2010

Dem Vernehmen nach brachte erst ein anonymer Hinweis interne Kontrollen in Gang. 2010 erstattete die Allianz schließlich Anzeige. Wie berichtet, fanden im Herbst 2011 in mehr als 30 Objekten Durchsuchungen statt – überall dort, wo Verdachtsmomente bestanden. Nach fünf Jahre dauernden Ermittlungen des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft wurde 2015 Anklage gegen Finanzkaufmann Alexander N., der aus Sachsen-Anhalt stammt, und den Leipziger Thomas G. erhoben. Beide sind nicht vorbestraft.

Mittlerweile sind bereits einige an dem Netzwerk beteiligte Personen rechtskräftig zu Geld- oder Bewährungsstrafen verurteilt worden. Sie sind nun teils als Zeugen in dem aktuellen Prozess geladen.

Um Millionenbetrug bei der Allianz ging es 2018 auch am Landgericht Köln. Die Verhandlung um 371 Fälle der besonders schweren Untreue endete mit vier Jahren und zwei Monaten Haft für einen auf Versicherungsbetrug spezialisierten Bereichsleiter. Während er fingierte Schadensfälle aufdeckte, zweigte er selbst mithilfe von erfundenen Anwälten mehr als zwei Millionen Euro ab.

Von Sabine Kreuz