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Polizeiticker Leipzig Anklage gegen 26-Jährigen: Nach Datenklau Shoppen auf fremde Rechnung
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Anklage gegen 26-Jährigen: Nach Datenklau Shoppen auf fremde Rechnung
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17:59 13.09.2019
Mehr als drei Millionen fremde Datensätze soll sich ein 26-Jähriger illegal verschafft haben. Die Leipziger Staatsanwaltschaft klagte ihn jetzt an. Quelle: dpa
Leipzig

Gefahr aus dem Netz: Ein 26-Jähriger steht unter dem Verdacht von massivem Datenklau im Internet. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Angaben vom Freitag zufolge Anklage gegen den Mann erhoben – unter anderem wegen des Ausspähens und Abfangens von Daten in großem Stil sowie wegen Betruges. Ihm werden mehr als 1000 strafbare Handlungen zur Last gelegt, teilte die Behörde mit.

Seriöse Unternehmen nur vorgetäuscht

Der 26-Jährige soll schon 2016 den Entschluss gefasst haben, die auf kriminelle Weise erlangten Daten „gewinnbringend zu verkaufen oder zu seinen Gunsten zu verwenden“. Einerseits habe er sogenannte Phishing-Mails verschickt – und zwar bundesweit. Laut Anklage täuschte er darin vor, „dass es sich um eine offiziell versandte Nachricht von Unternehmen wie beispielsweise PayPal oder Amazon handelt und veranlasste die jeweiligen Empfänger dazu, ihre Kundendaten einzugeben“. Es handelte sich unter anderem um Personen-, Kreditkarten- und Online-Banking-Daten. „Über einen Link, welcher in den jeweiligen Phishing-Mails enthalten war, gelangten die Empfänger zu verschiedenen Domains, die vom Namen her seriös wirkten, aber vom Angeklagten eingerichtet worden waren“, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Drei Millionen Datensätze ergaunert

Andererseits soll der mutmaßliche Betrüger gezielt Internetadressen nach Sicherheitslücken abgesucht haben – und an nahezu drei Millionen Kundendatensätze gelangt seien. Allein die erlangten Daten zu Payback-Accounts haben nach Angaben der Ermittler einen Wert von 400 000 Euro. Ein geringer Teil der Datensätze wurde für einen „mittleren vierstelligen“ Eurobetrag verkauft, hieß es weiter.

Die illegal erlangten Daten soll der 26-Jährige auch für Online-Bestellungen genutzt haben: so in mehr als 400 Fällen für Tickets bei der Deutschen Bahn, weiterhin 65-mal bei Essen-Bestellungen sowie 400-mal beim Kauf von Waren. Zudem hat der Mann offenbar bei mehr als 100 Payback-Kundenkonten die vorhandenen Punkte im Wert eines ‎mittleren vierstelligen Betrugs eingelöst. Laut Staatsanwaltschaft beläuft sich der Gesamtschaden auf 60 000 Euro. Der Angeklagte sitzt seit 5. Februar in Untersuchungshaft. Am 30. Oktober beginnt der Prozess am Landgericht Leipzig.

Wegen Beihilfe muss sich eine Frau (26) verantworten, die dem Mann ein Zimmer ihrer Wohnung und den Internetzugang zur Verfügung gestellt haben soll. Sie habe dafür Bahn-Gutscheine erhalten.

Von Sabine Kreuz

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