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Polizeiticker Leipzig Baby heftig geschlagen – Gericht verurteilt Vater
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Baby heftig geschlagen – Gericht verurteilt Vater
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06:31 23.05.2019
Nach der Misshandlung seiner kleinen Tochter saß der Angeklagte vier Monate in Untersuchungshaft (Symbolbild). Quelle: dpa
Leipzig

„Meine Tochter ist ein Teil meines Herzens. Ich weiß bis heute nicht, was ich getan habe“, sagte am Mittwoch ein 22 Jahre alter Vater am Leipziger Amtsgericht. Es sprach ihn nach heftigen Schlägen ins Gesicht seines drei Monate alten Babys der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Noch vor der Geburt hatte der Mann auch seine Freundin geschlagen. Die 21-Jährige steht dennoch weiterhin zu ihm. Amtsrichter Uwe Berdon hielt für beide Vorfälle ein Jahr Haft – ausgesetzt auf Bewährung – für angemessen.

„Mir tat es weh, das zu sehen“

Eine Nachbarin hatte am 15. Dezember 2018 kurz vor Mitternacht das blutverschmierte Mädchen aus einer Wohnung im Gerichtsweg herausgeholt. Die Mutter habe nur noch geschrien: „Der schlägt mein Kind tot.“ Nach dem Übergriff auf den Säugling war die 21-jährige Marie R. völlig aufgelöst in den Flur gerannt. Eine 76 Jahre alte Frau aus dem Mehrfamilienhaus kam ihr zu Hilfe. „Ich schnappte das Kind, das blutete, und trug es in meine Wohnung“, berichtete die couragierte Zeugin vor Gericht. Der Kindesvater habe auf dem Boden gelegen und seine Hand dem Baby ins Gesicht geklatscht. Es habe geschrien. „Mir tat es weh, das zu sehen“, so die Nachbarin. Sie und die Kindesmutter alarmierten Rettungsdienst und Polizei. Der Säugling kam ins Krankenhaus, hatte Schwellungen und eine Platzwunde. Es habe eine potenzielle Lebensgefahr bestanden, weil Schläge gerade auf den Kopf eines Babys Blutungen im Gehirn auslösen können, hieß es.

Bei Übergriff 1,68 Promille intus

Der Kindesvater, der in der Tatnacht 1,68 Promille intus hatte, kam am 16. Dezember in Untersuchungshaft. „Ich würde so etwas nie machen, wenn ich nicht unter dem Einfluss von Alkohol – von erheblich Wodka – gestanden hätte“, sagte der 22-Jährige, der aufgrund des Rausches als vermindert schuldfähig eingeschätzt wurde. Er hatte an dem Tag Streit mit seiner Freundin, bereits in der Wohnung randaliert, und sich zudem ein Video über seinen älteren Bruder angeschaut, der in Syrien getötet worden war. Er selbst sei im November 2016 nach Deutschland geflüchtet und inzwischen anerkannter Asylbewerber, berichtete Maawiya A. weiter. Im Frühjahr 2017 lernte er in Leipzig Marie R. kennen.

Auch schon während ihrer Schwangerschaft kam es im März 2018 zu Handgreiflichkeiten; er schlug ihr ins Gesicht, warf einen Wäscheständer nach ihr.

Richter gibt günstige Sozialprognose

Marie R. meinte trotz allem, dass er ansonsten ein liebevoller Vater sei, auch für ihre größere Tochter, die bei der Oma lebt. „Irgendetwas zieht mich immer wieder zu ihm.“ Nach dem Übergriff auf das Baby war dem Paar das Sorgerecht entzogen worden. Die Kleine lebt jetzt in einer Pflegefamilie. Die Wunden seien verheilt, psychische Beeinträchtigungen noch nicht abschätzbar. Auf Männer reagiere sie aber ängstlich. Die leibliche Mutter darf ihr Kind eine Stunde in der Woche sehen; der Vater, der nach vier Monaten U-Haft auf freien Fuß kam, hingegen gar nicht. Maawiya A. stimmte einer Schmerzensgeldzahlung von 3500 Euro zu. Richter Berdon stellte ihm eine günstige Sozialprognose aus. Als gläubiger Moslem solle der 22-Jährige in Zukunft die Finger vom Alkohol lassen. Am Sonntag will Maawiya A. seine Freundin nach islamischem Recht heiraten.

Von Sabine Kreuz

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