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Polizeiticker Leipzig Immer häufiger Straftaten mit Waffen in Sachsen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Immer häufiger Straftaten mit Waffen in Sachsen
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22:35 30.05.2019
Straftaten mit Stichwaffen, hier ein von der Polizei beschlagnahmtes Faustmesser, kamen nach der Statistik des Innenministeriums am häufigsten vor. Quelle: dpa
Leipzig

 Die Zahl der Straftaten, bei denen Waffen zum Einsatz kamen, ist erneut gestiegen. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 registrierten die Behörden in der Stadt Leipzig 733 Fälle, bei denen beispielsweise Pistolen und Messer als Tatmittel erfasst wurden. Dies geht aus einer Antwort von Innenminister Roland Wöller auf eine Anfrage des Landtagsabgeordneten Enrico Stange (Linke) hervor.

Nirgendwo sonst in Sachsen sind bei Verbrechen so oft Waffen im Spiel wie in der Messestadt. Zum Vergleich: In der Landeshauptstadt Dresden wurden im vergangenen Jahr 636 derartige Delikte erfasst, in Chemnitz 333 und im Landkreis Leipzig 243. Insgesamt zählten die Behörden in Sachsen 4845 Straftaten unter Verwendung von Waffen. Besonders häufig setzten Täter Waffengewalt bei Roheitsdelikten wie Raub und Körperverletzung sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit ein (1770). Bei Straftaten gegen das Leben wie Mord und Totschlag waren es 33, bei Sexualverbrechen 11 und bei Einbrüchen 326. Stichwaffen führen die Statistik an (2117), gefolgt von Schuss- (1215) und Hiebwaffen (637).

Aufwärtstrend seit Jahren

Damit kennt der Trend in diesem Bereich nach wie vor nur eine Richtung: nach oben. Im Jahr 2016 wurden in Leipzig noch 689 Straftaten registriert, bei denen die Täter Waffen benutzten, ein Jahr darauf waren es 714. Von Januar bis Ende März 2019 stehen schon wieder 138 solcher Taten zu Buche. Allerdings ist diese Entwicklung auch in den anderen sächsischen Großstädten zu beobachten. Im gesamten Freistaat war die Tendenz indes vorübergehend rückläufig: Von 3694 Fällen im Jahr 2016 ging es innerhalb von zwölf Monaten auf 3559 zurück.

Das Innenministerium hat zudem aufgeschlüsselt, bei wie vielen dieser Delikte ein politischer Hintergrund vorliegt. Demnach ordnen die Behörden 38 Straftaten mit Waffen dem rechtsmotivierten Spektrum zu, elf der linken Szene. Jeweils eine Straftat mit Waffen hatte einen religiösen Hintergrund oder war durch eine „ausländische Ideologie“ begründet, so Wöller.

Sprengstoff-Delikte nehmen zu

Zugenommen haben auch Taten, die laut dem Strafgesetzbuch als „Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“ gelten, etwa das Aufsprengen von Fahrkarten- und Zigarettenautomaten. Nach Angaben des Ministeriums kam es im Jahr 2018 zu 64 derartigen Delikten im Stadtgebiet. Hinzu kamen 66 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Im Jahr zuvor gab es 50 Sprengstoffexplosionen und 87 derartige Gesetzesverstöße. Die anderen sächsischen Großstädte stehen dem übrigens kaum nach und liegen teilweise sogar vor Leipzig. So wurden in Dresden 68 Sprengstoffexplosionen erfasst, in Chemnitz waren es 50.

Detaillierte Angaben zu den einzelnen Arten der Sprengstoffe liegen dem Innenministerium nicht vor, da diese auch nicht statistisch erfasst werden. In der Mehrzahl der Fälle, so Wöller, handele es sich aber um illegale, in Deutschland nicht zugelassene Pyrotechnik. Auch hier ermittelten die Behörden, ob bei mutwillig verursachten Explosionen politische Motive dahintersteckten. Dies war jedoch sachsenweit lediglich in zehn Fällen so.

Von Frank Döring

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