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Polizeiticker Leipzig Brandanschlag auf Transporter in Leipzig – Bekennerschreiben aufgetaucht
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Brandanschlag auf Transporter in Leipzig - Rache für Inhaftierung von Lina E.?

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10:19 22.04.2021
Auf diese Transporter wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Brandanschlag verübt.
Auf diese Transporter wurde in der Nacht zum Donnerstag ein Brandanschlag verübt. Quelle: Einsatzfahrten Leipzig
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Leipzig

In Leipzig sind in der Nacht zu Donnerstag mehrere Transporter einer Autovermietung in Flammen aufgegangen. Wie die Polizei mitteilte, brannten zwei Transporter in der Langen Straße vollständig aus. An zwei entstanden erhebliche Schäden und ein weiteres wurde durch die Hitzeentwicklung leicht beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Die Höhe des entstandenen Sachschadens war zunächst unbekannt.

In der Autovermietung an der langen Straße versuchen Feuerwehrmänner die Brände einzudämmen. Quelle: Einsatzfahrten Leipzig

Auf dem linksextremen Szeneportal „Indymedia“ tauchte kurze Zeit später ein Bekennerschreiben auf, in dem der Brandanschlag mit der im November 2020 inhaftierten Studentin Lina E. in Verbindung gebracht wird. Dieser wird vorgeworfen, mehrere linksextreme Anschläge geleitet und Angriffe auf Angehörige der Neonazi-Szene geplant sowie verübt zu haben. „Unsere Genossin Lina sitzt immer noch in Haft“, heißt es in dem Bekennerschreiben. „Darüber sind wir wütend und haben deshalb heute Nacht ein paar Wagen einer Autovermietung angezündet.“ Und: „Lasst sie endlich frei!“

Ein Übergreifen auf weitere Fahrzeuge konnte verhindert werden. Quelle: Einsatzfahrten Leipzig

Spontan-Demo in Connewitz

Vor den Anschlägen gab es am Mittwochabend in der Wolfgang-Heinze-Straße am Herderpark in Connewitz eine Spontan-Demo für die Freilassung von Lina E. Nach Polizeiangaben sollen daran zwischen 30 und 60 Personen teilgenommen haben. Auslöser dafür war offenbar, dass in dieser Woche bei einem Haftprüfungstermin im Fall Lina E. in Karlsruhe die weitere Haft angeordnet wurde.

Die linksextreme Szene hatte deshalb bundesweit zu Solidarisierungsaktionen in den sozialen Medien und speziell in Leipzig aufgerufen. Bei der Sponton-Demonstration am Herderpark hat die Polizei nach eigenen Angaben „zu keinem Zeitpunkt ein Demonstrationsgeschehen festgestellt“. Nachdem sich gegen 21.15 Uhr alle Personen aus dem Park entfernt hatten, seien um 21.19 Uhr Pyrotechnik gezündet und wenige Minuten später im Bereich der Wolfgang-Heinze-/Basedowstraße von Unbekannten Straßenschilder auf die Straße gelegt worden, wodurch ein Linienbus der LVB kurzzeitig blockiert wurde, heißt es im Polizeibericht. Aufgrund der Blockade sei der öffentliche Personennahverkehr der LVB bis 22.30 Uhr umgeleitet worden.

PTAZ ermittelt

Inzwischen hat das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im Landeskriminalamt Sachsen die weiteren Ermittlungen zu den Transporter-Bränden übernommen. Die Ermittler suchen Zeugen, die gegen Mitternacht sowie im Vorfeld der Tat im weiteren Bereich um den Tatort verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge gesehen oder sonstige relevante Feststellungen gemacht haben. Auch Wahrnehmungen im Internet oder in den sozialen Medien, insbesondere auch im Nachgang der Tat, können die Ermittlungen unterstützen, heißt es. Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 4 6666 oder jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Von RND/A.T./dpa