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Polizeiticker Leipzig Brandstifter-Prozess: Angeklagter unschuldig?
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Brandstifter-Prozess: Angeklagter unschuldig?
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16:47 15.03.2019
Angeklagter Ronny K. will im Berufungsprozess am Landgericht einen Freispruch. Quelle: Kempner
Leipzig

Bleibt dem Verlobten des Stückelkiller-Opfers eine Haftstrafe erspart? Am Freitag sollte im Berufungsprozess am Landgericht Leipzig eigentlich das Urteil gegen Ronny K. (33) wegen schwerer Brandstiftung verkündet werden. Doch zusätzliche Beweisanträge der Verteidigung sorgten für eine Verzögerung. Der Langzeitarbeitslose ist angeklagt, am 9. Juli 2016 gegen 2.30 Uhr auf dem Dachboden in der Schadowstraße 4 Feuer gelegt zu haben. Er lebte damals selbst in dem Haus – zusammen mit Anja B. (40), die vier Monate später Doppelmörder Dovchin D. zum Opfer fiel, und ihrer damals knapp zwei Jahre alten Tochter. Die Flammen zerstörten den Dachstuhl des Gebäudes sowie des benachbarten Hauses 4a. Durch die Brandschäden und das Löschwasser wurden alle Wohnungen unbewohnbar – Gesamtschaden: rund eine halbe Million Euro.

Haftstrafe vom Amtsgericht

Voriges Jahr war der gelernte Gartenbauer, der nach diversen Brandstiftungen vorbestraft ist, vom Amtsgericht zu drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden, dagegen aber in Berufung gegangen. Sein Ziel ist ein Freispruch. Er lebt inzwischen in einer neuen Beziehung und ist Vater eines neun Monate alten Kindes. Nach Auffassung des Amtsgerichts zündelte er vermutlich aus Ärger über eine anstehende Zwangsräumung. Tatsächlich stand für die Familie bereits eine Räumungsklage im Raum. Anja B. und Ronny K. hatten selbst gekündigt, weil sie eine größere Wohnung benötigten, später jedoch einen Rückzieher gemacht. „Anja hat mir von einer drohenden Räumung nichts gesagt“, so Ronny K. am Freitag im Berufungsprozess, „ich wusste davon nichts.“ Nach Überzeugung seiner Verteidigerin Stefanie Biewald besaß ihr Mandant daher kein Tatmotiv. Sie beantragte zudem die Auswertung der Notrufprotokolle der Regionalleitstelle in der Gerhard-Ellrodt-Straße. Diese sollen beweisen, dass ihr Mandant in der Tatnacht noch auf dem Rückweg vom Alkohol-Einkauf an der Tankstelle gewesen sei, als der erste Alarm einging. Der Prozess wird am 29. März fortgesetzt.

Von Frank Döring

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