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Polizeiticker Leipzig Connewitzer Proteste nach Räumung des linken Kulturzentrums „Black Triangle“
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Connewitzer Proteste nach Räumung des linken Kulturzentrums „Black Triangle“
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23:09 16.01.2019
Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwochabend in Connewitz gegen die Räumung des „Black Triangle“ demonstriert. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Mehrere Hundert Menschen haben am Mittwochabend im Stadtteil Connewitz gegen die Räumung des linken Kulturzentrums „Black Triangle“ am Vortag protestiert. Begleitet von Pyrotechnik zogen die Demonstranten über die Karl-Liebknecht-Straße, forderten ein Bleiberecht in besetzten Häusern und skandierten aggressive Parolen in Richtung der mit einem Großaufgebot angerückten Beamten.

Zum Teil kam es zu Vermummungen und Flaschenwürfen auf Einsatzkräfte. Mindestens ein Beamter wurde laut Polizei bei dem Einsatz verletzt. Die Demonstration stand unter dem Motto „Ganz Connewitz hasst die Polizei“.

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Gegen 20 Uhr kesselten Polizisten etwa 120 Demonstrationsteilnehmer nahe des Leuschnerplatzes ein. Sie sollen unter anderem Landfriedensbruch begangen und gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben, sagte ein Einsatzleiter. Die Menschen wurden kontrolliert, Identitäten aufgenommen.

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Großaufgebot der Polizei

Am Dienstagmorgen hatten 150 Beamte überraschend die seit zwei Jahren besetzte Industriebrache am Gleisdreieck an der Arno-Nitzsche-Straße widerstandslos durchsucht und anschließend dem Eigentümer, der Deutschen Bahn, wieder übergeben. Seit Monaten gab es Befürchtungen im Connewitzer Kiez, dass dieser Fall trotz andauernder Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über eine Legalisierung des „Black Triangle“ als Kulturzentrum eintreten könnte.

Flyer im Stadtteil und im Netz kündigten deshalb bereits seit langem eine Reaktion am „Tag X+1“ an. Als dieser nun heran gerückt war, sicherten die Beamten bereits am Nachmittag den Stadtteil, am Abend waren praktisch an jeder Ecke im Stadtteil Polizeifahrzeuge postiert. Dennoch versammelten sich – wie angekündigt – etwa 600 bis 1000 Menschen am am Wiedebachplatz und machten ihrer Empörung über die Räumung Luft.

Hunderte sind am Mittwoch nach der Räumung des linken Zentrums Black Triangle im Leipziger Süden durch die Innenstadt gezogen.

Schon Stunden vor den Protesten kreisten am Mittwoch Hubschrauber über dem Süden von Leipzig, hatte sich die Polizei in Habachtstellung auch auf mögliche Attacken auf Bahnstrecken eingestellt. Die mutmaßlich erste Reaktion auf die Räumung des „Black Triangle“ war bereits in der Nacht zum Mittwoch erfolgt, allerdings nicht im gut bewachten Connewitz, sondern im Stadtteil Schleußig. Dort ging ein abgestelltes Fahrzeug der Deutschen Bahn in Flammen auf, die Polizei geht bei ihren Ermittlungen von Brandstiftung aus. Verletzt wurde niemand.

Verhandlungen über Nutzung des Umspannwerks

Die Industriebrache, ein ehemaliges Umspannwerk der Deutschen Bahn, war lange Zeit ungenutzt, bis sich im Sommer 2016 handstreichartig Hausbesetzer darin eingerichtet hatten. Anfangs vor allem als Ort für Veranstaltungen genutzt, zogen später dauerhaft Bewohner auf das etwa 10.000 Quadratmeter große Areal. Das „Kulturkollektiv Arno-Nitzsche“ errichtete neben Wohnplätzen unter anderem auch einen Bandproberaum und eine Sauna.

Die Eigentümerin Deutsche Bahn strengte juristische Schritte an, um ihr Gebäude wieder zurückzubekommen. Der zivilrechtliche Weg samt angestrebter Zwangsvollstreckung scheiterte letztlich aber an den fehlenden Adressaten. Denn außer dem Namen der Gruppe ist bis heute nichts über die Hausbesetzer konkret bekannt.

An den anschließenden Verhandlungen über eine legale Nutzung des Geländes war auch die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) beteiligt. „Dass jetzt doch geräumt wurde, hat uns sehr überrascht. Ende Dezember war ich noch bei den Gesprächen mit der Bahn dabei und da ging es noch um den Erhalt des Geländes in der bestehenden Form.“

Von Matthias Puppe

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