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Polizeiticker Leipzig Einbrüche in Kleingärten – sogar leere Flaschen werden erbeutet
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Einbrüche in Kleingärten – sogar leere Flaschen werden erbeutet
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07:04 01.03.2019
Die Zahl der Einbrüche in Leipziger Lauben ist zwar leicht rückläufig, doch der von den Tätern angerichtete Schaden ist oft um ein Vielfaches höher als der Wert des Diebesgutes. Quelle: arborpulchra - stock.adobe.com
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Leipzig

Sie stehlen Werkzeug, Lebensmittel und Kästen mit Wasserflaschen oder machen sich in den fremden Gartenlauben schon mal Essen warm: Einbrecher sind auch in diesem Winter wieder in Leipzigs Kleingartenanlagen unterwegs. Allein in der Sparte „Nat’l“, dem Verein für naturgemäße Gesundheitspflege“ in der Kurt-Kresse-Straße, wurden seit Jahresbeginn schon 14 Einbrüche registriert, teilt Polizeisprecher Uwe Voigt auf LVZ-Anfrage mit.

„Ein Problem ist natürlich, dass viele Gartenfreunde um diese Jahreszeit wochenlang nicht mehr hier draußen waren“, sagt ein Mitglied des betroffenen Gartenvereins gegenüber der LVZ. „Viele erfahren ja gar nicht sofort, dass bei ihnen eingebrochen wurde.“ Schlimm sei auch, dass die Täter sich häufig wie die Vandalen benehmen. „In einer Laube haben die sogar mal die Kochplatte angelassen“, so der Kleingärtner.

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„Die meisten Einbrecher sind offenbar auf den schnellen Euro aus“

Die Polizei bestätigt diese Beobachtungen. Gerade deshalb seien die Ermittlungen auch so schwierig, weil der fragliche Tatzeitraum durchaus drei Wochen betragen könne. Allerdings, so Sprecher Voigt, sei die Solidarität unter den Pächtern groß, würden betroffene Einbruchsopfer von ihren Nachbarn zeitnah informiert. Und: Tatsächlich hätte die Präventionsarbeit der vergangenen Jahre dahingehend gefruchtet, dass die meisten Gärtner in den 278 Leipziger Kleingartenanlagen mit mehr als 39 000 Parzellen den Winter über alles Wertvolle aus ihren Lauben holen. Fernseher, Radios oder besonders hochwertige Gartengeräte würden somit kaum noch entwendet. Ohnedies sei zu beobachten, „dass die meisten Garteneinbrecher offenbar auf den schnellen Euro oder gar nur auf einen Unterschlupf in kalten Nächten aus sind“. Mithin würden auch ein bisschen Kleingeld oder sogar leere Flaschen nicht verschmäht.

„Jeder Einbruch ist einer zu viel“

Aus Sicht des Stadtverbandes der Kleingärtner hat sich die Situation zumindest im Vergleich zu früheren Jahren etwas entspannt. „Jeder Einbruch ist einer zu viel, ganz klar“, sagt Vorsitzender Robby Müller. „Aber es ist längst nicht mehr so dramatisch wie vor einigen Jahren.“ Die Kriminalstatistik belegt diesen Eindruck: 2017 wurden 1449 Einbrüche, 124 Sachbeschädigungen und 15 Brandstiftungen registriert, für 2018 liegen noch keine Zahlen vor. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es noch 1765 Einbrüche, 211 Sachbeschädigungen und 28 Brandstiftungen. Müller führt dies auch darauf zurück, dass die Stadt Leipzig seit 2013 die Gartenvereine mit jährlich insgesamt 30 000 Euro unterstützt, um technische Präventionsmittel anschaffen zu können. „Das ist eine tolle Sache“, findet der Kleingärtner-Chef. „Außerdem gibt es in den Vereinen Gruppen für Ordnung und Sicherheit, die sich beispielsweise darum kümmern, dass abends alles abgeschlossen ist.“

Rückgang der Straftaten in den Sparten – ein Erfolg

Der Rückgang der Straftaten in den Sparten sei ein Erfolg, meint auch Günter Mayer, Leiter der Arbeitsgruppe „Sicherheit in Kleingärten" des Kommunalen Präventionsrates der Stadt. Selbst wenn vielleicht nicht alle Fälle erfasst würden, weil manche Gärtner, die nicht versichert sind, unter Umständen von einer Anzeige absehen. Ärgerlich sei für die Betroffenen vor allem, dass der von den Tätern angerichtete Schaden an Gärten und Lauben mitunter um ein Vielfaches höher sei als der Wert des Diebesgutes.

Von Frank Döring

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