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Polizeiticker Leipzig Erneut Farbanschlag auf Leipziger Moschee
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Erneut Farbanschlag auf Leipziger Moschee
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16:00 07.08.2018
Am Morgen waren die meisten Spuren schon wieder beseitigt: Erneut gab es einen Farbanschlag auf diese Moschee. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Erneuter Anschlag auf eine Moschee im Leipziger Stadtteil Volkmarsdorf: Unbekannte haben nach Informationen der Polizei in der Nacht zu Dienstag gegen 2.45 Uhr Farbe auf die Fassade in der Hermann-Liebmann-Straße, den davor befindlichen Gehweg sowie zwei davor geparkte Autos gesprüht. Einsatzkräfte fanden in Tatortnähe mehrere präparierte, geleerte Feuerlöscher, mit denen die Substanz offenbar versprüht wurde. „Sie wurden als potenzielle Spurenträger sichergestellt“, teilte Polizeisprecher Uwe Voigt mit. Auch der übrige Tatort sei bereits kriminaltechnisch untersucht worden. „Der bei der Tat verursachte Sachschaden ist erheblich“, so der Polizeisprecher.

Hintergründe noch unklar

Die Hintergründe der Attacke sind noch völlig unklar. Bei der versprühten Farbkombination soll es sich um rot, grün und gelb handeln, die Nationalfarben Kurdistans. Ein Bekennerschreiben ist im Gegensatz zu früheren Anschlägen bisher nicht aufgetaucht.

Erst im Januar hatte es auf die Eyüp-Sultan-Moschee einen Anschlag gegeben. Damals warfen Unbekannte zwei Parterrefenster des Gebäudes ein, schleuderten Bitumen-Bomben gegen die Fassade und beschädigten dabei auch zwei davor geparkte Autos. An die Hauswand sprühten die Täter Losungen wie „FCK FACISTS“ sowie „PKK“ für die in Deutschland verbotene kurdische Arbeiterpartei und „YPJ“, eine bewaffnete kurdische Miliz in Syrien. Später postete eine Gruppierung auf dem linken Szeneportal Indymedia ein Bekennerschreiben.

Parolen gegen Erdogan

Demnach war der Anschlag eine Reaktion auf den Einmarsch des türkischen Militärs in der kurdischen Enklave Afrin in Nordsyrien. Die Moschee in Volkmarsdorf geriet zum Anschlagsziel, weil sie von der Ditib, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion betrieben wird. Dieser Dachverband untersteht der türkischen Regierung, ihre Imame sind faktisch vom Staat bezahlte Beamte. Eine ganz ähnliche Aktion hatte es schon am 20. April 2017 gegeben. Auch da beschmierten Täter die Fassade mit einer schwarzen Substanz. Darüber hinaus sprühten die Angreifer Parolen wie „Fuck AKP!“, die sich gegen die Partei des türkischen Präsidenten Erdogan richteten.

Angesichts dieser Hintergründe ging die Polizei von einem politischen Hintergrund der Anschläge aus, weshalb das beim Landeskriminalamt angesiedelte Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) die Ermittlungen übernahm. Im aktuellen Fall werde das geprüft, hieß es. Gegenwärtig ermittelt die Kripo.

Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1, Telefon: 0341 96646666, zu melden.

Von Frank Döring

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