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Polizeiticker Leipzig Erste Geständnisse nach Überfallserie auf Transsexuellen-Bordelle in Leipzig
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Erste Geständnisse nach Überfallserie auf Transsexuellen-Bordelle in Leipzig
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18:45 10.12.2019
Angeklagt wegen bewaffneter Überfälle auf Transsexuellen-Bordelle sind fünf Syrer und ein Somalier: Amiir H. (Mitte) soll einer der Drahtzieher gewesen sein. Quelle: Kempner
Leipzig

Die Drahtzieher dieser Bande wussten offenbar ganz genau, wo etwas zu holen ist: Fünf Männer aus Syrien und ein Somalier im Alter zwischen 19 und 26 Jahren sollen es überwiegend auf illegale Bordelle mit Transsexuellen abgesehen haben. „Die Transen nehmen mehr ein“, sagte einer der Beschuldigten zum Prozessauftakt am Dienstag im Landgericht Leipzig. „Deshalb haben sie auch mehr Geld.“

Laut Staatsanwalt Eike Gildemeister überfielen die Angeklagten in wechselnder Besetzung von Oktober 2018 bis Januar 2019 Wohnungen, in denen Prostituierte schwarz ihre Dienstleistungen anboten. Tatort war überwiegend Leipzig, in zwei Fällen aber auch Thüringen. Konkret führt die Anklageschrift fünf Fälle auf. Der erste Raubzug fand demnach am 20. Oktober 2018 kurz nach 22 Uhr auf eine Wohnung in der Lützner Straße statt, in der die Täter 850 Euro erbeuteten.

Pistole und Schlagstock

Schon drei Tage später, am 23. Oktober gegen 21.40 Uhr, suchten bewaffnete Männer erneut ein illegales Bordell heim, dieses Mal in Mühlhausen. Obwohl ein Opfer mit einer Pistole bedroht wurde, mussten die Räuber ohne Beute das Weite suchen, weil eine zweite Person um Hilfe geschrien hatte. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft steuerte die Bande am selben Abend ein weiteres Ziel an. Kurz vor 23 Uhr soll sie ein Wohnungsbordell in Nordhausen gestürmt und mit Pfefferspray zwei Mädchen verletzt haben. Bei diesem Streifzug erbeuteten die Täter nach Aktenlage vor allem diverse technische Geräte, die sie später verkauften.

Immerhin 4900 Euro in bar sollen die Angeklagten am 9. November 2018 gegen 23.15 Uhr in einem Etablissement in der Leipziger Demmeringstraße geraubt haben. Wie bei den anderen Überfällen auch war Brutalität wiederum das Mittel der Wahl. Opfer wurden mit einer Waffe bedroht, einem Mann hielten sie eine Pistole an den Kopf. Am 6. Januar 2019 soll einer der Angeklagten mit zwei Komplizen und bewaffnet mit einem Teleskopschlagstock in der Dürrenberger Straße angerückt sein. Die überfallene Frau konnte jedoch so laut schreien, dass Zeugen zu Hilfe kamen und die Täter abhauen mussten.

Mammutprozess bis Frühjahr 2020

Einer der Planer und Haupttäter der Überfälle soll der Somalier Amiir H. (26) gewesen sein. Jedenfalls sagten dies mehrere Mitangeklagte zum Prozessauftakt aus. Demnach traf sich die Gang stets in Halle, fuhr dann zum „Geld klauen in Sex-Häusern“, wie es einer der Angeklagten formulierte. „Amiir hat dem Fahrer die jeweilige Adresse gesagt“, erinnerte sich der in Damaskus geborene Zakarya A. (19). „Er hat sich auch wegen des erbeuteten Geldes gestritten, wollte einen höheren Anteil, weil es sein Plan war.“ Amiir H. war nach Aussagen seiner Komplizen auch derjenige, der die Opfer mit der Pistole, offenbar eine Makarow, in Schach gehalten haben soll.

Am ersten Verhandlungstag schwieg der Somalier, lediglich drei der sechs Angeklagten legten am Dienstag Geständnisse ab. „Die Vorwürfe sind im Wesentlichen richtig“, ließ etwa Basel A. (24) erklären, der nach eigenen Aussagen in Deutschland sogar einen Job bei der Post hatte. „Ich bin nur gefahren und habe erst hinterher erfahren, dass es Raubüberfälle waren. Hätte ich gewusst, dass die sogar eine Pistole haben, hätte ich nie mitgemacht.“

Die 2. Strafkammer hat für den Prozess noch 14 Verhandlungstage geplant. Mit einem Urteil wäre demnach am 30. März 2020 zu rechnen.

Von Frank Döring

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