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Polizeiticker Leipzig Vermisste Sophia: Polizei obduziert gefundenen Leichnam – Täter wird überstellt
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Vermisste Sophia: Polizei obduziert gefundenen Leichnam – Täter wird überstellt
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18:32 22.06.2018
Auf der Suche nach der vermissten Sophia aus Leipzig hat die spanische Polizei eine Leiche gefunden. Quelle: Jesus Andrade/El correo/dpa/privat
Leipzig/Asparrena

Bei der Suche nach der vermissten Sophia L. aus Leipzig gibt es auch am Freitag noch immer keine Gewissheit. Zwar deute vieles daraufhin, dass eine am Donnerstag in Spanien gefundene Leiche die 28-Jährige sein könnte. Ein Polizeisprecher in Leipzig sagte aber am Morgen zu LVZ.de, es gebe noch keine Bestätigung der deutschen Behörden. Auch die Leipziger Staatsanwaltschaft wollte sich zunächst nicht äußern.

In einer gemeinsamen Mitteilung der deutschen Ermittler am Freitagmittag hieß es, der gefundene Leichnam müsse noch identifiziert werden. Daher seien die Beamten nicht befugt, Aussagen zu machen. „Alle Ermittlungshandlungen in Spanien erfolgen jedoch in enger Abstimmung mit den hiesigen Ermittlungsbehörden.“

Leipziger Ermittler geben Fall ab

Die Ermittlungen haben mittlerweile die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die Kriminalpolizei Bayreuth an sich gezogen und von den Leipziger Behörden übernommen. Diese unterstützen die neue 15-köpfige Ermittlergruppe weiter mit ihren Erkenntnissen. Die Übernahme sei nötig geworden, nachdem sich die Hinweise auf einen möglichen Tatort in der Region verdichtet hatten. Experten hatten die GPS-Daten des Lastwagens des Festgenommenen ausgewertet. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Frau in Oberfranken getötet wurde, hieß es in einer Mitteilung vom Freitagnachmittag.

Nachrichtensperre in Spanien verhängt

Derweil habe der zuständige Untersuchungsrichter eine Nachrichtensperre zu den Ermittlungen verhängt, teilte die baskische Polizei mit. In der Presseinformation, die LVZ.de vorliegt, heißt es, der Leichnam einer Frau sei am Donnerstag gegen 15 Uhr nahe einer Tankstelle in Asparrena gefunden worden. Der Körper habe bereits fortgeschrittene Verwesung aufgewiesen. Die kleine Tankstelle mit nur drei Zapfsäulen liegt 90 Kilometer hinter der Grenze zu Frankreich an der vielbefahrenen A-1.

Es werde geprüft, ob es sich um die vermisste 28-Jährige handelt. Dazu würden forensische Test durchgeführt. Das Ergebnis der Untersuchung stand am Freitagnachmittag noch aus.

Trotz der Nachrichtensperre hatten spanischen Medien am Morgen zunächst weiter über den Fund berichtet. Laut des Onlineportals „El Correo sollte die Autopsie im Laufe des Freitags durchgeführt werden. Dabei werden die Todesursache und der ungefähre Todeszeitpunkt bestimmt.

Zustand der Verwesung

Der Körper weise deutliche Anzeichen von Gewalt auf, hieß es weiter. Außerdem sei versucht worden, den Leichnam zu verbrennen. Auch der Lastwagen des mutmaßlichen Täters sei untersucht worden, berichten spanische Medien. Auch das Fahrzeug war ausgebrannt aufgefunden worden.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich Berichten zufolge um einen Fernfahrer, der seit mehreren Tagen in Spanien in Haft sitzt. Offenbar wollte sich der Verdächtige vor seiner Festnahme über Gibraltar nach Marokko absetzen. Die Verkehrspolizei soll ihn aufgehalten haben.

Verdächtiger wird wohl überstellt

Offiziell bestätigten Behörden die Identität des mutmaßlichen Mörders bisher nicht. „Zu der in Spanien festgenommenen Person werden derzeit ebenfalls keine näheren Angaben gemacht“, teilte die Leipziger Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Derzeit bemühe sich die Staatsanwaltschaft um die Auslieferung des Verdächtigen. „Ob diese bewilligt ist, wurde auf offiziellem Rechtshilfeweg bisher nicht mitgeteilt.“

Laut der Deutschen Presse-Agentur hat der Mann eine Überstellung an die deutschen Behörden akzeptiert. Die zuständige Richterin am Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid habe den 41-Jährigen am Freitag vernommen und anschließend gegen ihn einen Haftbefehl ohne Anrecht auf Freilassung auf Kaution erlassen, habe die Agentur aus spanischen Justizkreisen erfahren

Langwierige Suche

Sophia war zuletzt vor mehr als einer Woche lebend gesehen worden. Sie wollte am Donnerstagabend vergangener Woche von einem Autohof in Schkeuditz an der A14 bei Leipzig aus nach Bayern trampen. Doch dort kam sie nicht an.

Freunde und Familie der 28-jährigen Studentin aus Leipzig hatten daraufhin fieberhaft nach der jungen Frau gesucht. Neben diversen Suchaufrufen in den sozialen Netzwerken ist auch ein eigener Blog online gegangen.

Sophia L. wollte im Juni 2018 von Leipzig nach Bayern trampen. Wenige Tage später wurde ihre Leiche in Spanien entdeckt. 

Polizei aus Deutschland, Frankreich und Spanien soll gemeinsam an dem Fall gearbeitet haben. Auch in Bayern war in einem Fluss und in einem Waldstück nach Sophia gesucht worden.

Währendessen weisen das Landeskriminalamt Sachsen als auch ein Verband für Tramper daraufhin, dass die Risiken beim Fahren per Anhalter minimiert werden können.

Von Josephine Heinze/joka

Freunde und Familie hatten bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben. Doch laut örtlicher Medien soll die Leiche der vermissten Tramperin Sophia L. in Spanien gefunden worden sein.

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