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Polizeiticker Leipzig Sophia L.: Tatverdächtiger soll Leiche 1800 Kilometer mitgenommen haben
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Sophia L.: Tatverdächtiger soll Leiche 1800 Kilometer mitgenommen haben
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12:18 23.06.2018
Polizisten sichern am Fundort einer Frauenleiche, nahe der Autobahn bei Asparrena, Spuren. Quelle: dpa
Leipzig

Im Fall der vermissten Tramperin Sophia L. aus Leipzig rechnen die Ermittler nicht mit einer raschen Identifizierung der am Donnerstag in Spanien gefundenen Leiche. Gegenwärtig werde in Deutschland noch ein DNA-Profil der ursprünglich aus dem oberpfälzischen Amberg stammenden 28-jährigen Studentin erstellt, das dann zum Abgleich an die spanischen Behörden übermittelt werde, sagte ein Polizei-Sprecher in Bayreuth am Samstag. Wann die Identität des gefundenen Leichnams feststehe, lasse sich derzeit schwer abschätzen, aber: „Wir rechnen nicht mit einer Identifizierung am Wochenende.“

Derweil berichten spanische Medien am Samstag, dass Sophia L. noch in Deutschland ermordet wurde und der Leichnam dann etwa 1800 Kilometer über Landesgrenzen hinweg bis zum Fundort in Nordspanien transportiert worden sei. Verdächtigt wird der Lkw-Fahrer Boujemaa L., heißt es in einem Bericht des Portals „El Correo. Der 41-Jährige habe die Tote dann in der Nähe der Gemeinde Asparrena (Álava) auch in Brand gesetzt – möglicherweise um Spuren zu beseitigen.

Tatverdächtiger flüchtet weiter – Feuer im Lkw

Boujemaa L. sei anschließend noch weitere 655 Kilometer mit seinem Lkw in Richtung Gibraltar gefahren, ehe Polizisten ihn in der Nähe der südspanischen Stadt Bailen Jaen – 350 Kilometer vor Gibraltar – auf der Autobahn 4 festnehmen konnten. Wie das Portal weiter berichtet, seien zu diesem Zeitpunkt auch Flammen aus dem Führerhaus des Lkw geschlagen, das nun schwer beschädigt ist. Experten der Polizei untersuchen die Ruine derzeit noch nach Spuren.

Dass die Beamten den Leichnam in Nordspanien überhaupt finden konnten, sei laut „El Correo“ dem Umstand geschuldet, dass der Verdächtige Boujemaa L. in der Tankstelle bei Asparrena seine Kreditkarte benutzt habe. Die Beamten überprüften den mutmaßlich genommenen Weg und bei der Suche im Umfeld der Tankstelle bei Asparrena (Álava) wurde letztlich auch der Leichnam gefunden. Der 41-jährige Tatverdächtige wurde ohne Aussicht auf Kaution verhaftet und sitzt derzeit im Gefängnis in Soto del Real unweit der Hauptstadt Madrid ein.

Auch in Deutschland gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass Sophia möglicherweise in Bayern getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat deshalb nun federführend die zuvor in Leipzig geführten Ermittlungen übernommen. In den vergangenen Tagen waren bereits umfangreiche Suchmaßnahmen entlang der Autobahn 9 auf Höhe von Nürnberg angeordnet worden, bei denen auch Hubschrauber und Boote zum Einsatz kamen. Zu den Ergebnissen ist bisher nichts bekannt.

Familie und Freunde organisieren Suchaktion

Die an der Universität Leipzig unter anderem Germanistik studierende Sophia L. wollte am 14. Juni von einem Autohof bei Schkeuditz an der Autobahn 14 aus in ihre oberpfälzische Heimat nach Amberg trampen. Laut Ermittlungen der Leipziger Polizei stieg sie dort in einen Lkw ein. Danach verliert sich die Spur. Freunde berichteten später, die 28-Jährige habe auf Höhe des Hermsdorfer Kreuzes noch eine SMS abgeschickt – mutmaßlich, um das Kennzeichen des Lkws mitzuteilen.

Seit dem 15. Juni suchen Familie und Freunde intensiv nach Sophia L., haben dazu eine beispiellose Fahndung im Netz und in der Region organisiert. Dem Bruder von Sophia L. gelang es später laut eigener Angaben, Kontakt zur mutmaßlichen Lkw-Spedition und zum Fahrer aufzunehmen. Dieser habe dann behauptet, Sophia L. am 14. Juni an einer Autobahnabfahrt in der Nähe von Nürnberg wieder aus seinem Fahrzeug gelassen zu haben. Am 21. Juni wurde in Spanien ein 41-Jähriger festgenommen, der laut hiesiger Polizeibehörden im dringenden Verdacht steht, Sophia L. ermordet zu haben.

Weitere Informationen zur Suche nach Sophia L. auf der Themenseite von LVZ.de: www.lvz.de/findsophia

Von Matthias Puppe

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