Der Firmensitz des Stadtmöblierers JCDecaux in der Stöhrerstraße in Leipzig-Schönefeld ist in der Nacht zu Dienstag mit farbgefüllten Glaskugeln angegriffen worden. Kurze Zeit später meldeten sich die mutmaßlichen Täter zur Wort.
Auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ postete der User „Rosa Luxemburg & Clara Zetkin“ ein Bekennerschreiben und lieferte ein Motiv für die Farbattacke: „Wir haben heute Abend die Fassade der Firma JCDecaux mit Farbe verschönert. Tagtäglich werden wir mit sexistischer Werbung konfrontiert und JCDecaux ist nicht nur Erfüllungsgehilfe, sondern ist maßgeblich an der Allgegenwärtigkeit von Sexismus auf der Straße beteiligt“, hieß es dort.
Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung
Man wolle weiter für Feminismus einstehen, öffentlichen Raum einnehmen und „das Festhalten an Heteronormativität und Sexismus teuer machen“ sowie „das Patriarchat zerschlagen“, so die vermeintlichen Täter des Farbangriffs. Auch der Polizei liegt das Bekennerschreiben vor. Sprecherin Maria Braunsdorf erklärte am Mittwoch: „Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung. Die Schadenshöhe wurde noch nicht beziffert.“
Das attackierte Unternehmen JCDecaux ist in der Messestadt für Wartehäuschen an Haltestellen und andere Werbetafeln im öffentlichen Raum verantwortlich. Zum Jahreswechsel baut der Betreiber seine Unterstände jedoch voraussichtlich ab.
Bezug zu Demo am Samstag in Leipzig
Im Bekennerschreiben nehmen die Täter direkten Bezug auf eine Demo am Wochenende, die anlässlich des Weltfrauentags stattfand. "Nach einer kraftvollen Demo am Samstag in Leipzig geben wir keine Ruhe", schreiben sie in ihrem Online-Posting. Während des Aufzugs mit rund 400 Teilnehmern kam es in der Innenstadt zu Auseinandersetzungen mit alkoholisierten Männern.
boh