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Polizeiticker Leipzig Freispruch nach Messerattacke in Asylunterkunft
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Freispruch nach Messerattacke in Asylunterkunft
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19:01 10.07.2019
Am Landgericht Leipzig wurde jetzt ein Marokkaner nach einer Messerattacke freigesprochen. Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Er verletzte sein Opfer mit einem Messer schwer – und verließ den Sitzungssaal als freier Mann: Der Marokkaner Hassan A. (38) ist bei einem Prozess um eine Bluttat in einer Asylunterkunft bei Leipzig freigesprochen worden. Der Grund: Zum Zeitpunkt der Messerattacke vor knapp vier Jahren soll der Mann aufgrund einer schizophrenen Erkrankung schuldunfähig gewesen sein.

Rückblick: Am 31. Juli 2015 gegen 2 Uhr eskaliert in der Asylunterkunft die Situation zwischen dem Angeklagten und dem Tunesier Moncer R. – offenbar infolge von Streitereien um Kleinigkeiten. Nach Aktenlage sollte Hassan A. in seinem 30 Quadratmeter großen Zimmer einen Mitbewohner aufnehmen – einen Landsmann, den er aber nicht leiden konnte. Zudem habe Moncer R. sich geweigert, ihm die Haare zu schneiden, und ihn stattdessen provoziert. Der Konflikt zwischen beiden Nordafrikanern steuert auf eine massive Auseinandersetzung zu, obwohl andere Heimbewohner versuchen, beide Kontrahenten auseinanderzubringen. Hassan A. geht nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in sein Zimmer und kommt wenig später mit einem Messer, Klingenlänge: 18 Zentimeter, zurück. Laut Anklage greift er seinen Widersacher mit blitzschnellen, schneidenden Bewegungen an, gefilmt wird die Tat von einer Überwachungskamera im Flur der Unterkunft.

Alle Muskeln durchtrennt

Für das Opfer wären die Folgen beinahe weitaus schlimmer gewesen. Drei Schnitte in beide Beine, alle Muskeln der Oberschenkelmuskulatur durchtrennt, massiver Blutverlust – es bestand sogar die Gefahr, dass man Moncer R. sein linkes Bein hätte amputieren müssen. Doch Ersthelfer stabilisierten den Schwerverletzten, bis professionelle Rettungskräfte vor Ort waren. Mittlerweile ist der polizeibekannte Tunesier verschwunden. Seit nunmehr drei Jahren haben die deutschen Behörden keinerlei Ahnung, wo sich der Mann gegenwärtig aufhält. Mithin musste das Gericht bei der Hauptverhandlung auch auf diesen wichtigen Zeugen verzichten.

Bestraft werden konnte der Messerstecher aus Sicht des Gerichts ohnehin nicht. Wegen der bei ihm festgestellten psychischen Erkrankung gilt er als schuldunfähig. Es gibt Fälle, bei denen deshalb auch ein Sicherungsverfahren stattfindet. Hierbei geht es nicht um eine Strafe, sondern hauptsächlich um die Frage, ob ein kranker Täter weitere erhebliche Verbrechen begehen könnte und er deshalb in den Maßregelvollzug muss, weil er für die Allgemeinheit gefährlich ist.

Der Fall Hassan A. wurde in einen normalen Strafprozess geklärt. Auch deshalb, weil sich der Marokkaner nach Angaben des Gerichts seit der Tat vollkommen unauffällig verhalte, zunehmend lethargisch auftritt und als nicht gefährlich eingeschätzt wird.

Von Frank Döring

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