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Polizeiticker Leipzig Großfeuer auf Leipziger Baustelle: LKA vermutet Linksextremisten hinter Anschlag
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Großfeuer auf Leipziger Baustelle: LKA vermutet Linksextremisten hinter Anschlag
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18:34 07.10.2019
Bei dem Brand in der Prager Straße entstand ein Millionenschaden. Das LKA vermutet die Täter in der linksextremen Szene. Quelle: Jürgen Kleindienst
Leipzig

Nach dem verheerenden Brandanschlag auf die Großbaustelle der CG-Gruppe an der Prager Straße gibt es noch keinen konkreten Tatverdacht. „Es wird weiterhin in alle Richtungen ermittelt“, sagte der Sprecher des sächsischen Landeskriminalamts (LKA), Tom Bernhardt, am Montag auf LVZ-Anfrage. „Im Kontext ähnlicher Straftaten in der Vergangenheit gerade auch gegen das betroffene Bauunternehmen führt allerdings eine sehr wahrscheinliche Verdachtsrichtung in die linke Szene“, erklärte er. Aber auch mögliche Auseinandersetzungen innerhalb der Baubranche schließe man nicht aus.

Mitten in der Nacht zu Donnerstag weckten laute Explosionen die Anwohner an der Prager und der Platostraße. Zwei Baukräne waren auf der Baustelle des ehemaligen Technischen Rathauses in Brand geraten.

Zeichen am Nationalfeiertag

Der Leiter der LKA-Abteilung Staatsschutz, Dirk Münster, sagte bei „Kripo live“ im MDR, man gehe davon aus, dass es sich bei der massiven Brandstiftung „im Themenfeld der Anti-Gentrifizierung ebenfalls um einen linken Anschlag handelt“. Auch er verwies auf frühere Straftaten aus dem linksextremistischen Milieu. Zudem sei die Auswahl der Tatzeit in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit aus seiner Sicht kein Zufall. Er gehe davon aus, dass die Täter ein Zeichen setzen wollten, wie sehr sie den deutschen Nationalfeiertag, den deutschen Rechtsstaat verachteten.

Bei dem Anschlag entstand, wie berichtet, ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Weil die brennenden Kräne hätten umstürzen können, nahmen die Täter den Behörden zufolge zumindest billigend in Kauf, dass Menschenleben gefährdet wurden. Ein angrenzender Wohnblock musste evakuiert, eine Gartenanlage in der Nähe gesperrt werden.

OBM Jung: Es ist und bleibt krimineller Terror

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Tat einen „Terroranschlag, auf den der Staat mit ganzer Konsequenz antworten muss“. Auf Facebook präzisierte er seine Aussage nun nach diverser Kritik: „Wenn unbeteiligte Menschen nachts um 1 Uhr aus ihren Wohnungen und Schlafzimmern geholt werden, weil Lebensgefahr besteht – wenn dann Kinder weinen und ältere Leute mit schwachem Herz große Angst haben ... – weil Kräne abgefackelt werden, weil diese auf Wohnbebauung stürzen können, weil Gasflaschen explodieren – dann ist und bleibt das für mich krimineller Terror, Schrecken! Egal, welche Motive dahinterstecken.“

Ermittler suchen Zeugen

Die Ermittlungen führen das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum beim LKA und die Staatsschutzabteilung der Staatsanwaltschaft Leipzig. Die Behörden suchen weiterhin Zeugen, die in der Nacht zum 3. Oktober an der Prager Straße in Leipzig im Umfeld der Baustelle am ehemaligen Technischen Rathaus verdächtige Personen und Fahrzeuge gesehen haben. Hinweise an die Kripo unter 0341/96646666.

Von F. D.

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