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Polizeiticker Leipzig Großrazzia wegen Scheinehen im Raum Leipzig – 550 Polizisten im Einsatz
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Großrazzia wegen Scheinehen im Raum Leipzig – 550 Polizisten im Einsatz
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18:02 10.07.2019
Polizeieinsatz gegen illegale Hochzeit in Leipzig. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die Bundespolizei ist am Mittwochmorgen zu einem Großeinsatz in vier Bundesländern ausgerückt. Schwerpunkt des gegen Scheinehen gerichteten Einsatzes ist der Großraum Leipzig und die Stadt selbst.

Die Aktion sei ein Erfolg gewesen, teilte Christian Meinhold, Sprecher der Bundespolizei-Direktion Pirna, gegenüber LVZ.de mit. Die Beamten waren seit 7 Uhr im Einsatz. Auch in Wurzen, Rackwitz und Taucha wurden Wohnungen und Gewerberäume durchsucht. Neben Sachsen gab es zudem Razzien in Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Insgesamt wurden 28 Personen vorläufig festgenommen, die meisten davon in Leipzig. Aktuell prüfe die Staatsanwaltschaft noch, ob Haftbefehl erlassen oder die Durchführung eines beschleunigten Verfahrens erlassen wird. Bei der Großrazzia seien Computer, Handys, Bargeld, fingierte Arbeitsverträge, Meldebescheinigungen und Heiratsurkunden sichergestellt worden.

Razzia des Bundespolizei: Mit mehr als 500 Beamten geht Ermittlungsbehörde in Leipzig sowie im Umland gegen Scheinehen vor.

Scheinehen mit Männern aus Pakistan und Indien

Die Masche der mutmaßlichen Täter ist laut Meinhold immer gleich. Vermittler suchten für Männer aus Pakistan und Indien geeignete Frauen in Deutschland. „Sie wählen in der Regel Damen aus osteuropäischen EU-Staaten aus“, so Meinhold. Wegen den Freizügigkeitsregelungen im europäischen Recht dürfen sie sich legal und dauerhaft in Deutschland aufhalten.

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Bei einer Heirat gelte dieses Recht dann auch für ihren Mann. Bei der Razzia wollten die Einsatzkräfte unter anderem herausfinden, ob die Eheleute tatsächlich zusammenleben oder ihr Lebensbündnis nur vortäuschten.

Einsatz gegen 60 Personen

Hauptdrahtzieher soll ein in Leipzig lebender Pakistaner sein. Es werde zudem gegen einen zweiten Hauptbeschuldigten ermittelt. Insgesamt richtete sich der Einsatz gegen 66 Personen. Dabei waren 39 Objekte im Visier der Beamten, 30 davon allein im Raum Leipzig. Die Bundespolizei war mit rund 550 Beamten im Einsatz.

Einsätze auch in Wurzen, Taucha, Altenburg und Rackwitz

Auch in Wurzen war die Bundespolizei aktiv. Dort nahmen sie einen 50-Jährigen fest, wie LVZ.de erfahren hat. Er soll einer der Hintermänner sein. „Wir haben in der Wurzener Wohnung des Beschuldigten Schuldscheine sichergestellt. Dabei geht es um für eine solche Schleusung typischen Beträge zwischen 15.000 und 22.000 Euro“, sagte Sprecherin Romy Gürtler.

In Rackwitz haben Beamte eines Einsatzzuges aus Ratzeburg ein Wohnhaus in der Hauptstraße durchsucht. In Taucha wurde die im Sachbereich Öffentliche Sicherheit und Soziales angesiedelte Polizeibehörde der Stadtverwaltung wurde von der Bundespolizei um Amtshilfe gebeten. „Im Stadtgebiet wurden drei Objekte durchsucht. Dabei wurde jeweils ein Mitarbeiter von uns als Zeuge mit in die Aktionen einbezogen“, bestätigte auf LVZ-Anfrage der zuständige Sachbereichsleiter Jens Rühling. Um welche Wohnungen es sich konkret handelte, wollte der 55-Jährige mit Verweis auf die Verschwiegenheitspflicht nicht mitteilen.

Auch im ostthüringischen Altenburg waren die Beamten aktiv. Insgesamt seien vier Wohnungen durchsucht worden, so Bundespolizeisprecherin Janine Lumtscher. Der Fokus des Einsatzes habe dabei vor allem auf Objekten in der Wenzel- und der Käthe-Kollwitz-Straße gelegen. Ziel sei es gewesen, in den Wohnungen Hinweise darauf zu finden, ob die Bewohner tatsächlich in einer Ehegemeinschaft lebten, oder die Partnerschaft nur vortäuschten. „Dazu wurden auch zahlreiche Beweise gesichert“, so Lumtscher. Insgesamt seien im Zuge des Einsatzes in der Skatstadt drei Personen vorläufig festgenommen worden. „Dabei handelt es sich um zwei indischstämmige Männer und eine indischstämmige Frau.“

Von Matthias Roth, Andreas Dunte, thl, mhs, bfi

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