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Polizeiticker Leipzig K. o. geschlagen: Angeklagter zu krank für Connewitz-Prozess
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig K. o. geschlagen: Angeklagter zu krank für Connewitz-Prozess
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14:59 27.08.2019
Polizeieinsatz nach der Randale in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße: Fast alle Verdächtigen wurden in Tatortnähe festgenommen. Quelle: Kempner
Leipzig

49 Minuten vor Prozessbeginn trudelte das Fax am Dienstagmorgen bei der 10. Strafkammer des Landgerichts Leipzig ein. Das Schreiben bremste ein mit Spannung erwartetes Verfahren um die Krawalle von Hooligans und Rechtsextremen im linksalternativen Stadtteil Connewitz erneut massiv aus. Denn Angeklagter Brian E. (26), ein Rechtsreferendar in der sächsischen Justiz, legte erneut ein ärztliches Attest vor. Bereits am 11. Juni dieses Jahres war die geplante Berufungsverhandlung gegen ihn geplatzt, da er erkrankt war. Dieses Mal soll es ein Sportunfall gewesen sein.

Kopftreffer beim Boxtraining

Der ärztlichen Bescheinigung zufolge erlitt der Kämpfer aus der Mixed-Martial-Arts-Szene beim Boxtraining am Montagabend gegen 20 Uhr einen K.-o.-Schlag. Die Folge: Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Erbrechen – wohl infolge einer Gehirnerschütterung. Selbst sein Verteidiger Jürgen Schäfer wirkte überrascht. „Ich hatte noch am Montagabend Kontakt zu ihm“, sagte er. „Wir haben uns für Dienstag, 8.30 Uhr, verabredet.“

Die Vorsitzende Richterin Gabriela Walburg zweifelte das Attest an. „Mir scheint das etwas dünn zu sein“, sagte sie. Nach kurzer Beratung beschloss die Kammer daher, den krank gemeldeten Angeklagten amtsärztlich untersuchen zu lassen, um seine tatsächliche Verhandlungsfähigkeit beurteilen zu können. Nach Informationen seines Verteidigers hat der Kampfsportler von seinem Arzt Bettruhe verordnet bekommen, sodass der Gutachter ihn zu Hause aufsuchen muss.

Urteil entscheidet über Karriere

Brian E. hatte selbst Berufung eingelegt, nachdem er vom Amtsgericht wegen seiner Beteiligung an den schweren Ausschreitungen am Abend des 11. Januar 2016 zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden war. In der ersten Instanz hatte er seine Mitwirkung an den Krawallen gestanden. Insgesamt hatte die Leipziger Staatsanwaltschaft 204 Beschuldigte wegen des Tatvorwurfs des Landfriedensbruchs in einem besonders schweren Fall angeklagt.

Für den angehenden Juristen ist der Berufungsprozess von besonders großer Bedeutung für sein weiteres Leben. Wie berichtet, leitete die sächsische Justiz nach Ende des Prozesses am Amtsgericht ein dienstrechtliches Prüfverfahren gegen Brian E. ein. Ob der Referendar seine Ausbildung am Chemnitzer Landgericht fortsetzen darf oder ihm das Karriere-Aus droht, soll entschieden werden, wenn ein Urteil gegen ihn rechtskräftig ist.

Der Prozess, für den sechs Zeugen geladen waren, wurde am Dienstag zunächst unterbrochen. Nach der Untersuchung am Mittag war klar: Auch der Amtsarzt stellte die Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten fest. Neue Prozesstermine wurden für den 12. und 27. November geplant.

Von Frank Döring

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