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Polizeiticker Leipzig Krater im Acker: So wurde die Fliegerbombe bei Leipzig gefunden
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Krater im Acker: So wurde die Fliegerbombe bei Leipzig gefunden
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14:32 10.12.2019
Das Feld gleicht nach der Sprengung einer Mondlandschaft. Ein sieben Meter breites und vier Meter tiefes Loch riss die Fliegerbombe in den Acker zwischen Dölzig und Frankenheim. Quelle: Andre Kempner
Leipzig/Schkeuditz

In seinem Acker klafft ein vier Meter tiefes und sieben Meter breites Loch, doch Andreas Krötzsch ist trotzdem froh. „Gut, dass die Bombe gefunden wurde, denn am Ende kann so ein Ding ja auch einfach so hochgehen“, sagt der Geschäftsführer der Agrardienste Lützen GmbH. Seine Firma bewirtschaftet das Weizenfeld zwischen Dölzig und Frankenheim westlich von Leipzig, auf dem am Montag eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt wurde. Ein Schatzsucher mit Metalldetektor hatte sie am Sonntag gefunden – offenbar durch Zufall.

Bei dem Finder habe es sich um einen 46-jährigen Sondengänger gehandelt, teilte Leipzigs Polizeisprecher Uwe Voigt am Dienstag auf Nachfrage von LVZ.de mit. Der Mann hatte sich am Sonntagmittag gegen 11.45 Uhr bei der Polizei gemeldet, nachdem er auf einem Feld südlich der B181 auf einen größeren metallischen Gegenstand gestoßen war. Der Leipziger führte die Beamten zu einem 50 mal 50 Zentimeter großen Loch, das er bereits ins Feld gegraben hatte.

Die Sprengung der Fliegerbombe auf einem Feld bei Dölzig hielt mehrere Orte westlich von Leipzig stundenlang im Atem.

Was der Sondengänger genau dort suchte und ob er dafür eine Genehmigung vom Landesamt für Archäologie hatte, ist noch immer unklar. Die Polizisten erkannten jedenfalls, dass es sich um eine Bombe handeln könnte und alarmierten umgehend den Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Mähdrescher rollten über die Bombe

Angemeldet hatte sich der Schatzsucher beim Eigentümer des Felds nicht. „Wir hatten davon keine Kenntnis“, berichtet Landwirt Krötzsch. Der Acker sei für Jedermann frei zugänglich. „Am Ende muss man sogar froh sein, dass nichts passiert ist. Der Fund war gewissermaßen ein Glücksfall“, so der Firmenchef. Jahrzehntelang rollten schwere Mähdrescher über den Blindgänger, der in rund einem Meter Tiefe vergraben lag – ohne dass jemand etwas bemerkte.

Auch für die Leipziger Behörden war es ein außergewöhnlicher Fall. „So etwas ist uns noch nicht untergekommen“, sagt der langjährige Polizeisprecher Voigt. Meist würden Fliegerbomben in Leipzig bei Bauarbeiten gefunden. Einen vergleichbaren Fall, bei dem ein Blindgänger auf einem Acker von einer Privatperson aufgespürt wird, habe es noch nicht gegeben. Auch die Zeit war ungewöhnlich. „Als die Nachricht am Sonntag kam, waren wir vollkommen überrascht“, so Voigt.

Polizisten überwachten Fundort

Die Fundstelle der Bombe wurde bis zum Eintreffen des Sprengmeisters am Montagmorgen überwacht. Bombenexperte Jörg Lange entschied schließlich, dass der Blindgänger vor Ort gesprengt werden muss, da er nicht entschärft werden konnte. Er hätte jederzeit explodieren könnten, hieß es.

Von der notwendigen Evakuierung der umliegenden Orte Dölzig, Frankenheim, Lindennaundorf und Rückmarsdorf waren bis zu 3000 Menschen betroffen. Um 16.47 Uhr ging die Fliegerbombe mit einem lauten Knall in die Luft. Zurück blieb der Krater.

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