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Polizeiticker Leipzig Krawalle in Leipzig-Connewitz: JVA-Beamter bewachte seine Komplizen
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Krawalle in Leipzig-Connewitz: JVA-Beamter bewachte seine Komplizen
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07:20 26.09.2019
Mehr als 200 Tatverdächtige nahm die Polizei nach den Krawallen in Connewitz fest. Unter den Angeklagten ist auch ein Bediensteter des Strafvollzugs. Quelle: André Kempner
Leipzig

Er ist Tatverdächtiger und bewachte dennoch im Knast seine Komplizen: Unter den Angeklagten im Zusammenhang mit den Krawallen von Hooligans und Neonazis im linksalternativen Leipzig-Connewitz befindet sich, wie berichtet, auch ein Beamter des sächsischen Justizvollzugs. Jetzt räumte das Justizministerium in Dresden ein: Tatsächlich arbeitete Schließer Kersten H. laut den Dienstplänen in den Justizvollzugsanstalten (JVA) Leipzig und Bautzen auf den gleichen Stationen, auf denen in dieser Zeit auch Maik. K. und Nick F., zwei Beschuldigte der Connewitz-Krawalle, inhaftiert waren. „Begegnungen sind nicht auszuschließen“, sagte Ministeriumssprecher Sebastian Hecht auf LVZ-Anfrage.

Er bestätigte damit teilweise einen Bericht von Tagesspiegel und Stadtmagazin Kreuzer. Ein dritter Gefangener aus der rechtsextremen Szene, der in dem Artikel genannt wird, sei jedoch in der Leipziger JVA auf einer anderen Station gewesen.

Minister: Justizministerium ging zügig vor

Gegenüber der LVZ korrigierte das Justizministerium auch frühere Aussagen, wonach Kersten H. falsche Angaben zu seinem Beruf gemacht habe. „Er hat im Rahmen des Ermittlungsverfahrens gar keine Angaben gemacht“, stellte der Sprecher nun klar. Dies sei auch das Recht eines jeden Beschuldigten.

Allerdings habe er gemäß einer Dienstvorschrift die Pflicht gehabt, seinem Dienstherren mitzuteilen, wenn gegen ihn ein Ermittlungsverfahren läuft. Dies sei nicht geschehen. Erst als ein Termin zur Hauptverhandlung anstand, outete sich Kersten H. Mitte Dezember 2018 bei seinem Chef in der JVA Leipzig.

Ausschreitungen in Connewitz

„Unmittelbar in der Folge des Bekanntwerdens der Anklage gegen den Bediensteten wurden die zur Suspendierung notwendigen Schritte eingeleitet“, so Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) gegenüber der LVZ. „Das Staatsministerium der Justiz geht – sobald es Kenntnis von strafbarem, insbesondere extremistischem Verhalten von Bediensteten bekommt – konsequent und zügig gegen die betreffenden Bediensteten vor.

Das zeigen auch die im Jahr 2018 und 2019 erfolgten Suspendierungen von Beamten im Zusammenhang mit der Veröffentlichung eines Haftbefehls und mutmaßlichen Übergriffen auf ausländische Gefangene.“ Kersten H. wurde Anfang Januar 2019 suspendiert – drei Jahre nachdem Rechtsextreme und Hooligans in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße eine Schneise der Verwüstung geschlagen hatten.

Von Frank Döring

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