Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig LVB-Kontrolleur würgt Fahrgast – Mitarbeiter suspendiert
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig

Leipziger LVB-Kontrolleur würgt Fahrgast nach Ticket-Kontrolle

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:54 17.07.2020
Straßenbahn der LVB (Archivbild) Quelle: Andre Kempner
Anzeige
Leipzig

Mitarbeiter der Leipziger Verkehrsbetriebe haben am Donnerstagabend einen jungen Mann festgehalten und so lang gewürgt, bis er rot anlief. Redakteure des Leipziger Stadtmagazins „Kreuzer“ hatten den Vorfall beobachtet und ein Video davon bei Twitter verbreitet. In diesem ist zu sehen, wie ein Mann in LVB-Kleidung einen am Boden liegenden jungen Mann im Würgegriff hält. Ein weiterer Mann kniet auf den Beinen des Gewürgten. Der Würgegriff des LVB-Mitarbeiters war so fest, dass der junge Mann erst rot anläuft. Mehrere Umstehende fordern die LVB-Mitarbeiter auf, das Würgen zu beenden. „Hören Sie auf! Er stirbt!“, ist zu hören.

Anzeige

Polizeisprecher Olaf Hoppe bestätigte, dass es in der Jahnallee an der Haltestelle Waldplatz zu einer Auseinandersetzung kam. Demnach wurden zwei Personen ohne Fahrschein festgestellt und die Polizei gerufen. Vor Ort seien Kräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz gewesen. Auch ein Rettungswagen wurde gerufen. Zum genauen Hergang oder der Identität der Betroffenen machte Hoppe keine Angaben. Klar ist, dass es eine Anzeige wegen Körperverletzung sowie zwei Anzeigen wegen des Erschleichens von Leistungen gab. Wer die Anzeigen gestellt hat, sei nicht klar.

LVB: Kontrolleur ist suspendiert

Gegenüber der Leipziger Volkszeitung erklärte LVB-Sprecher Marc Backhaus, dass nach dem Vorfall ein LVB-Mitarbeiter ärztlich behandelt werden musste. „Wir sind derzeit dabei weitere Informationen zu dem Vorfall zu recherchieren.“ So seien bereits Videoaufnahmen aus der Straßenbahn gesichert worden. Am Abend erklärte Backhaus, dass der im Video zu sehende Kontrolleur mittlerweile suspendiert sei.

Der Kreuzer weist in seiner Berichterstattung zu dem Fall auf das sogenannte Jedermannsrecht hin, wonach jeder Bürger beispielsweise bei Fluchtgefahr eine Person festnehmen darf. Die Grenze des einfachen Festhaltens nach §127 StPO ist allerdings bei ernsthafter Gesundheitsbeschädigung überschritten.

Hinweis: In einer ersten Version des Textes hieß es fälschlicherweise, der Vorfall habe sich erst am Freitag und nicht am Donnerstag ereignet. Dies wurde korrigiert.

Von joka