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Polizeiticker Leipzig Missbrauchsopfer hinterlässt Hilferuf auf Parkbank in Paunsdorf
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Missbrauchsopfer hinterlässt Hilferuf auf Parkbank in Paunsdorf
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06:13 11.01.2019
Verhüllt: Der Angeklagte Steffen S. beim Prozessauftakt im Landgericht. Quelle: André Kempner
Leipzig

Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, Körperverletzung: Wenn es zutrifft, was Staatsanwaltschaft und Polizei ermittelt haben, dann muss Nina (*) die Hölle durchgemacht haben. Über Jahre hinweg soll sich Stiefvater Steffen S. (34) an dem Mädchen vergangen haben. Am Donnerstag begann der Prozess gegen den Leipziger am Landgericht.

Die Anklageschrift listet 24 Fälle zwischen März 2013 und Juli 2018 auf. Als Steffen S. zum ersten Mal die Tochter seiner Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Paunsdorf zum Oralverkehr zwang, war das Kind gerade mal elf Jahre alt. Um ihre Gegenwehr zu brechen, habe er Nina, die sich vor dem erwachsenen Mann ekelte, Mund und Nase zugehalten, bis sie Atemnot bekam, so die Staatsanwaltschaft.

Übergriff im Parkhaus

Die Übergriffe sollen sich im Kinder- und Schlafzimmer ereignet haben, zum Teil auch in der Wohnung des Angeklagten und sogar im Auto im Parkhaus des Paunsdorf-Centers. Nina erlitt dabei auch erhebliche Schmerzen. In einem Fall habe der Angeklagte sein Opfer zu einer sexuellen Pose gezwungen und es mit seinem Smartphone fotografiert, schilderte Staatsanwältin Jana Kalex.

Nina war so verzweifelt und wusste sich nicht anders zu helfen, dass sie im Juli 2018 schließlich einen Zettel mit einer Art Hilferuf an einer Parkbank in Paunsdorf hinterließ. Eine Passantin habe diesen gefunden und die Polizei informiert, so ihre Mutter, die mit Nina als Nebenklägerin am Prozess beteiligt ist, gegenüber der LVZ. Kurz darauf wurde Steffen S. festgenommen, seither sitzt er in Untersuchungshaft. Wie sein Verteidiger Stephan Bonell zum Prozessauftakt erklärte, werde sein Mandant im Laufe der Hauptverhandlung eine Aussage machen. Am ersten Verhandlungstag schwieg er jedoch.

Die 3. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Norbert Göbel hat für den Prozess noch fünf Verhandlungstage geplant. Ein Urteil wird für Ende März erwartet.

(*Name des Kindes geändert)

Von Frank Döring

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