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Polizeiticker Leipzig Bundesanwalt erhebt Anklage gegen Lina E. aus Connewitz
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Lina E.: Anklage gegen mutmaßliche Linksextremistin aus Leipzig-Connewitz

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19:55 28.05.2021
Ein Graffito fordert die Freilassung von Lina E. Viele davon finden sich an Hauswänden in Leipzig-Connewitz. 
Ein Graffito fordert die Freilassung von Lina E. Viele davon finden sich an Hauswänden in Leipzig-Connewitz.  Quelle: Andre Kempner
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Karlsruhe/Leipzig

Eine Gruppe Linksextremisten unter dem Kommando der 26-jährigen Lina E. aus Leipzig soll gezielt Personen aus der rechten Szene überfallen und zusammengeschlagen haben – jetzt müssen sich vier von ihnen vor Gericht verantworten. Die Bundesanwaltschaft hat gegen die mutmaßliche Anführerin und drei Männer Anklage erhoben, wie die Karlsruher Behörde am Freitag mitteilte. Der Prozess soll vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Dresden stattfinden.

Die 26 Jahre alte Studentin der Erziehungswissenschaften, die aus Kassel stammt, war bereits Anfang November festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Damals hatten Ermittler in Leipzig auch mehrere Wohnungen durchsucht. Die drei Männer Lennart A., Jannis R. sowie Jonathan M., die nun mitangeklagt sind, befinden sich laut Bundesanwaltschaft auf freiem Fuß.

Bundesanwalt sieht Lina E. als Anführerin einer militant-linksextremistischen Gruppe

Die vier Angeklagten sollen zu einer größeren militant-linksextremistischen Gruppe gehört haben, die die Bundesanwaltschaft als kriminelle Vereinigung einstuft. Alle Mitglieder hätten den bestehenden demokratischen Rechtsstaat abgelehnt, genauso wie das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und das staatliche Gewaltmonopol, hieß es.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Gruppe spätestens im August 2018 „in und um Leipzig“ gründete und auch überregional vernetzt war. Die junge Frau habe von Anfang an „eine herausgehobene Stellung“ eingenommen und bei Überfällen das Kommando geführt. Sie habe die Aktionen vorbereitet und ihr Auto als Fluchtwagen gestellt.

Überfälle in Eisenach, Wurzen und Leipzig

Die Bundesanwaltschaft macht die Gruppe unter anderem für den Überfall auf eine Gaststätte im thüringischen Eisenach mit sechs Verletzten im Oktober 2019 verantwortlich, die als Treffpunkt von Rechten galt. Der Inhaber wurde zwei Monate später noch ein weiteres Mal nachts vor seiner Wohnung von einer größeren Gruppe attackiert, unter anderem mit Schlagstöcken, einem Hammer und Stangen.

Mitte Februar 2020 sollen die Angeklagten mit etlichen Mittätern im sächsischen Wurzen am Bahnhof einer Gruppe aufgelauert haben, die aus Dresden von einer Gedenkveranstaltung an die Bombardierung der Stadt im Zweiten Weltkrieg kam. Vier von ihnen wurde laut Bundesanwaltschaft gegen den Kopf geschlagen und getreten. Sie hätten „erhebliche, potenziell lebensgefährliche Verletzungen“ erlitten.

Auch bei zwei anderen Attacken auf Einzelpersonen in Wurzen und Leipzig im Oktober 2018 und Januar 2019 waren die Angreifer den Schilderungen zufolge sehr brutal vorgegangen. Bei der zweiten Tat habe die Hauptangeklagte Passanten mit vorgehaltenem Reizspray davon abgehalten, dem massiv verletzten Mann zu Hilfe zu kommen.

Die Ermittler werfen der Frau unter anderem gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruch vor. Auch den drei Männern werden neben der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung noch andere Delikte zur Last gelegt. Das Oberlandesgericht Dresden muss die Anklage noch zulassen.

Von LVZ